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Westdeutsche Zeitung: Warum der Optimismus nicht stirbt = von Martin Vogler

Geschrieben am 12-10-2008

Düsseldorf (ots) - Heute wird sich zeigen, ob es weltweit
wirtschaftlich richtig gefährlich wird. Die Auswirkungen würden wir
alle spüren. Deshalb werden viele schon beim Frühstück bange fragen,
wie die Aktienbörsen in Fernost eröffnet haben, wie es ab 9 Uhr in
Frankfurt steht, nachmittags nach New York blicken und abends wissen
wollen, wie sich der heimische Aktienindex Dax und andere Börsen im
Laufe des Tages entwickelt haben. Denn Aktienkurse nehmen
wirtschaftliche Entwicklungen vorweg. Wenn sie in den nächsten Tagen
wieder so rasant wie in der Vorwoche nach unten rauschen, dürften wir
vor einer schlimmen Rezession stehen.
Muss das so kommen? Nein. Vor allem aus zwei Gründen:
Die international abgestimmten Rettungsaktionen dürften, selbst wenn
sie erst mittelfristig greifen sollten, auf jeden Fall Wirkung
zeigen. Sie sind einfach zu mächtig, vor allem ihre finanzielle
Dimension liegt zwischen beeindruckend bis fast beängstigend. Dabei
stellt sich zwangsläufig die Frage, wie im Ernstfall alles bezahlt
werden soll. Da täten sich neue Lasten für den Steuerzahler auf. Aber
das scheint im Augenblick zweitrangig. Wichtig ist das Signal: Die
sieben führenden Industrieländer, die EU und die Bundesregierung
handeln entschlossen und abgestimmt. Das ist sinnvoll, vor allem
besser als nationale Alleingänge. Befürworter der freien
Marktwirtschaft bekommen zwar bei einigen der geplanten Maßnahmen
tiefe Sorgenfalten. Doch wahrscheinlich geht es im Augenblick nicht
ohne solche staatlichen Eingriffe vernünftig weiter.
Der zweite Grund für gemäßigten Optimismus heißt Vernunft. Denn diese
wird irgendwann wieder an den Börsen einziehen, beziehungsweise hält
sich genau genommen nur versteckt. Denn auch in der vergangenen
Woche, als nach dem allgemeinen Empfinden alle Welt Aktien loswerden
wollte, stimmte das nicht. Weil es nämlich bei jedem Verkauf auch
einen optimistisch gestimmten Käufer gibt, der bereits auf steigende
Kurse hofft. Ansonsten würde der Handel gar nicht stattfinden. Und
auch der gefühlt niedrige Dax-Wert von rund 4500 Punkten ist zwar
gegenüber den 8000 vom Januar natürlich ein böser Absturz. Aber - und
das vergessen viele - er liegt immer noch doppelt so hoch wie im März
2003 vor Ausbruch des Irak-Krieges.

Originaltext: Westdeutsche Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/62556
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Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2358
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de


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