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Börsen-Zeitung: Trendwende des Dollar, Kommentar von Martin Hampel zur wiedererstarkten US-Währung

Geschrieben am 11-08-2008

Frankfurt (ots) - Was für ein fulminantes Comeback! 11 Cent hat
der Dollar seit Mitte Juli gegen den Euro gewonnen, gut 5 Cent seit
vergangenem Donnerstag. 1,4908 Dollar hat ein Euro am Montagmorgen im
asiatischen Handel noch gekostet. An den Devisenmärkten waren die
größten Kursbewegungen des Euro seit Einführung der
Gemeinschaftswährung zu beobachten.

Das wurde auch Zeit. Sieben Jahre lang hat der Euro einen fast
ungebremsten Aufstieg hingelegt. Dass der Dollar fundamental
unterbewertet war, hatten manche Analysten schon betont, als die
Gemeinschaftswährung im Februar erstmals mehr als 1,50 Dollar
gekostet hatte - anschließend ist der Euro noch mal gut 10 Cent
teurer geworden. Jetzt aber scheint die Trendwende gekommen, im Zuge
der jüngsten Konjunkturdaten, die für die USA ein weniger düsteres
Bild zeichneten als für Euroland.

Offenbar haben die Anleger den Glauben an die Gesundung der
US-Wirtschaft wiedergewonnen und gleichzeitig die Hoffnung
aufgegeben, dass die Eurozone von der Krise verschont bleibt. Während
in Europa mit Blick auf die konjunkturellen Risiken eine Zinserhöhung
zunächst vom Tisch sein dürfte und eine Zinssenkung zumindest in
Betracht kommt, wird in den USA mit jeder Veröffentlichung von
positiven Konjunkturdaten eine Erhöhung wahrscheinlicher. Das breite
Leitzinsdifferenzial - das für einen Gutteil der jüngsten
Dollar-Schwäche ursächlich war - könnte also bald zusammenschnurren,
wenn die Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks handeln.
Aktuell rufen die ersten Devisenauguren schon Stände von 1,40 Dollar
pro Euro auf Jahressicht aus.

Aus europäischer Sicht gibt es viele Gründe, sich über das
Dollar-Comeback zu freuen: Europäische Waren werden auf
Auslandsmärkten wie etwa in den USA und den arabischen Ländern
günstiger, die Produkte wettbewerbsfähiger und die Exporte
angekurbelt, zumal der Euro auch gegen Yen und Pfund an Wert verloren
hat. Hinzu kommen die aktuell günstigen Notierungen für Rohstoffe,
die die europäische Wirtschaft stützen.

Freilich hat auch diese Medaille eine Kehrseite: Mit der
Euro-Schwäche gehen tendenziell höhere Importpreise einher. Der
lindernde Effekt, den die aktuell niedrigen Kosten für Rohstoffe auf
die europäischen Inflationsdaten haben, wird also zumindest teilweise
auf der Währungsseite aufgezehrt.

(Börsen-Zeitung, 12.8.2008)

Originaltext: Börsen-Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/30377
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Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0


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