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Pharmaindustrie: Virtuelle F&E-Methoden sollen Innovationen und Patente fördern

Geschrieben am 20-06-2008

Frankfurt am Main (ots) -

PwC-Studie "Pharma 2020" zeigt Trends der Pharmabranche auf: Ära
der Blockbuster geht zu Ende / Zeitersparnis für klinische Studien
durch virtuelle F&E bereits jetzt bis zu 40 Prozent /
Erfolgsquote bei Innovationen höher / Virtueller Mensch noch
Zukunftsmusik

Die Pharmaindustrie gerät angesichts nach wie vor steigender
Kosten für die Forschung und Entwicklung (F&E) neuer Arzneimittel und
der gleichzeitig sinkenden Anzahl marktreifer neuer Präparate
zunehmend unter Druck. Der Patentschutz für zahlreiche Präparate, die
in den 90er Jahren auf den Markt kamen, wird in den nächsten Jahren
auslaufen. Nur vier der weltweit zehn größten Pharmaunternehmen haben
derzeit genügend Produkte in ihrer Pipeline, um auslaufende Patente
und den damit verbundenen Verlust an Einnahmen auszugleichen.

Verschärft wird die Situation dadurch, dass sich die Zeit der
Blockbuster-Medikamente, der umsatzstarken Produkte für die
Massenanwendung, dem Ende zuneigt - die forschenden Pharmaunternehmen
müssen die F&E-Kosten eines Präparats künftig aus einem kleineren
Umsatzvolumen amortisieren.

Verbesserungen in kleinen Schritten werden zukünftig nicht mehr
ausreichen, um den Herausforderungen zu begegnen, die die
Pharmaindustrie weltweit bewältigen muss. Besonders notwendig sind
innovative Ansätze im Bereich F&E, die das regulatorische und
gesellschaftliche Umfeld mit einbeziehen. Die aktuelle Studie "Pharma
2020: Virtual R&D. Which path will you take?" der
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers
zeigt wesentliche Trends und Entwicklungschancen diesbezüglich auf.

Virtuelle Simulation neuer Wirkstoffkomponenten

Die Pharmaunternehmen benötigen schnellere und zuverlässigere
Methoden um neue Wirkstoffe zu testen - nicht zuletzt weil die langen
und kostenintensiven Vorstudien für die Unternehmen auf längere Sicht
nicht mehr finanzierbar sein werden. Nach Einschätzung der Studie
wird der Einsatz virtueller Forschung und Entwicklung die Unternehmen
dabei an entscheidenden Stellen unterstützen. Eine Lösung hierfür
wäre zum Beispiel die virtuelle Simulation neuer
Wirkstoff-Komponenten und ihrer Wirkungen", so Volker Booten,
verantwortlicher Partner für den Bereich Chemicals & Pharma bei PwC
in Deutschland. "Die gezielte Suche nach neuen Substanzen bis hin zu
maßgeschneiderten neuen Wirkstoffen durch virtuelle Simulation könnte
die Schlagzahl der Forschung erhöhen und die Kosten pro Medikament
senken". Die Verkürzung des Zeitaufwands für klinische Studien wird
sich dabei ebenfalls positiv auf die Kosten auswirken und erlaubt es
zudem, die Laufzeit eines Wirkstoff-Patents länger kommerziell zu
nutzen.

Bis 2015 Umsatzeinbußen bis zu 40 Prozent durch Generika

"Dieser Effekt wird umso wichtiger, je häufiger
Generika-Hersteller versuchen, Arzneimittel bereits vor dem Ende der
Patentlaufzeit zu kopieren. Marktbeobachter schätzen, dass die zehn
größten Pharmakonzerne der Welt schon bis 2015 zwischen 2 Prozent und
40 Prozent ihrer heutigen Umsätze durch generische Nachahmer einbüßen
werden", unterstreicht Volker Booten. Aber nur vier der Top Ten
hätten genügend neue Präparate in der Pipeline, um diese Ausfälle
wettzumachen.

Dieses 'Innovations-Defizit' wird erhebliche strategische
Auswirkungen auf die gesamte Branche haben, prognostiziert die Studie
von PwC. Das ein oder andere Unternehmen wird seine Kernkompetenzen
neu definieren, zumindest aber neue Schwerpunkte setzen müssen. Das
kann in einzelnen Fällen auch den Ausstieg aus bestimmten
Forschungsfeldern bedeuten. Die meisten Pharmahersteller befinden
sich in einem Wettlauf mit der Zeit, der konsequente und teilweise
harte Schnitte zur Folge haben wird.

Virtuelle Maus testet Therapien für Diabetes-Patienten

Der virtuelle Ansatz ist also für die Branche von enormer
Bedeutung. Ehe sie ihn nutzen kann, bedarf es jedoch gewaltiger
Anstrengungen. Denn die Verfahren und Modelle, die dafür nötig sind,
existieren bislang nur in Ansätzen. So hat die American Diabetes
Association gemeinsam mit dem amerikanischen Biotech-Unternehmen
Entelos eine "virtuelle Maus" entwickelt, an der Therapien für den
Diabetes-Typ 1 "getestet" werden. Die Forscher können daran die
Wirkung neuer Medikamente, ihre Dosierung und verschiedene
Einnahme-Formen simulieren. Allein in dieses Mini-Modell sind Daten
aus jahrelanger Forschung an lebenden Tieren eingeflossen.

Der virtuelle Mensch - ein globales Giga-Projekt

Ziel der Pharma-Forscher ist der virtuelle Mensch, ein
gigantisches mathematisches Modell, das den menschlichen Körper in
seinen Funktionen auf zellularer und molekularer Ebene abbildet. Um
dieses Modell aufzubauen, werden enorme Mengen an Daten benötigt, die
es zum großen Teil noch gar nicht oder nicht in ausreichender
Qualität gibt - unzählige physiologische Zusammenhänge und
Wechselwirkungen sind noch gar nicht erforscht. Zwar gibt es schon
verschiedene Kooperationen, die an Teilen eines solchen Modells
arbeiten. "Doch dieses Projekt ist so komplex, dass es die
Pharmaindustrie nicht alleine bewältigen kann. Nur, wenn
beispielsweise Hochschulen, Gesundheitsorganisationen, Regierungen
und IT-Konzerne aus aller Welt daran mitwirken, hat es langfristig
Aussicht auf Erfolg. Und bis 2020 wird erst ein Teil der Aufgaben
bewältigt sein", so Volker Booten.

Bereits jetzt bis zu 40 Prozent Zeitersparnis durch virtuelle
Methoden

In den nächsten Jahren werden sich die Pharmahersteller noch mit
dem schon eingeführten computergestützten Molekül-Design und mit
verschiedenen Teilmodellen wie virtuellen Zellen, Organen oder Tieren
begnügen müssen. Doch selbst das verspricht bereits ansehnliche
Erfolge. Pharma-Unternehmen, die schon virtuelle Methoden einsetzen,
konnten die Zeiten für klinische Studien um bis zu 40 Prozent und den
Bedarf an Test-Patienten um zwei Drittel reduzieren, hat die
PwC-Studie ermittelt.

Die Studie "Pharma 2020: Virtual R&D Which Path will you take?"
ist als Download verfügbar unter: www.pwc.de/de/chemie-pharma

Redaktionshinweis:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 8.390 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,35 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/8664
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_8664.rss2

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Nicole Susann Roschker
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Corporate Communications / Presse
Tel: (069) 9585 1669
E-Mail: nicole.susann.roschker@de.pwc.com
www.pwc.de/de/chemie-pharma


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