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Sanio kritisiert Abfindungen für Bankmanager

Geschrieben am 09-04-2008

Hamburg (ots) - Der Präsident der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, hat in seinem
ersten Interview seit Ausbruch der Finanzkrise hohe Abfindungen für
Bankmanager als eine Ursache der Marktturbulenzen genannt. In der
ZEIT prangert er "die schlechte Angewohnheit, Personen, die ein
Unternehmen an die Wand gefahren haben, den verdienten Abgang mit
einem goldenen Handschlag zu versüßen" an. "Als Aufseher interessiert
mich an diesen Unsitten in erster Linie, dass aus ihnen ein weiterer,
gravierender moral hazard erwächst: Die gewinnabhängige Bezahlung von
Top-Managern - wie sie heute konstruiert ist, auf Jahresbasis - setzt
den starken Anreiz, die Gewinne kurzfristig zu steigern. Das geht
meist nur, wenn man höhere - zu hohe - Risiken in Kauf nimmt", sagt
Sanio. Unter diesem Gesichtspunkt seien "die Gehaltsstrukturen in den
Finanzhäusern durchaus ein Thema, will man Schwachstellen im
internationalen Finanzsystem beseitigen".

Sanio sagt, der Staat könne es sich nicht erlauben, eine
internationale Großbank pleite gehen zu lassen, weil ansonsten die
Stabilität des Systems in Gefahr sei. "Eine offene Insolvenz aber, so
disziplinierend sie auch auf andere wirken mag, kann schnell eine
nationale Vertrauenskrise auslösen, die verheerende Folgen hätte",
sagt er. "Deshalb musste auch die US-Investmentbank Bear Stearns
gerettet werden." Er verteidigt die Rettungsaktion für die deutsche
Bank IKB: "Als die Märkte am Freitag, den 27. Juli 2007, schlossen,
war die IKB eine hochangesehene, von den Rating-Agenturen mit
Topnoten bewertete Bank. Wäre sie übergangslos am Wochenende in die
Insolvenz gegangen, hätte am Montag das gesamte deutsche Bankensystem
dafür gebüßt - denn es wäre der Eindruck entstanden, dass bei uns die
Dinge außer Kontrolle geraten seien."

Der BaFin-Chef spricht sich für eine staatliche Stützung des
amerikanischen Immobilienmarkts aus. "Es würde die internationalen
Finanzmärkte beruhigen, wenn der Preisverfall am amerikanischen
Häusermarkt bald gestoppt würde. Staatshilfen für US-Häuslebauer
wären also nicht nur unter sozialen Gesichtspunkten segensreich",
sagt er.

Sanio fordert eine Lockerung der internationalen
Bilanzierungsstandards. "Wir haben es hier mit einem
Brandbeschleuniger zu tun, um den wir uns dringend kümmern müssen",
sagt er. Der internationale Bilanzierungsstandard IAS 39, der auch in
Deutschland angewendet wird, schreibe für Finanzinstrumente eine
Bewertung zum Zeitwert vor. Das sei problematisch, weil die Märkte
zusammengebrochen seien und deshalb oft keine Preise existierten.

Originaltext: DIE ZEIT
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/9377
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_9377.rss2

Pressekontakt:
Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 16 vom 10. April 2008
senden wir Ihnen gerne zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Elke Bunse, DIE ZEIT Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Tel.:
040/3280-217, Fax: 040/3280-558, E-Mail: bunse@zeit.de)


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