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Coface stuft USA herunter / Japan unter Beobachtung für eine Abwertung - Kanada und Mexiko auch betroffen

Geschrieben am 08-04-2008

Paris/Mainz (ots) - Schon vor einem Jahr, als die Immobilienkrise
noch nicht die Schlagzeilen beherrschte, hatte Coface Anzeichen dafür
gesehen, die Vereinigten Staaten im Länderrating abwerten zu müssen.
Nun hat der internationale Anbieter von Lösungen im
Forderungsmanagement die USA von A1 auf A2 herabgestuft. Coface
reagiert damit auf die sich fortsetzende Verschlechterung des
Zahlungsverhaltens US-amerikanischer Firmen seit Anfang 2008.

Unter negative Beobachtung gestellt wurde jetzt Japan (Bewertung
A1), dessen Export unter dem Rückgang der amerikanischen Nachfrage
und einem starken Yen leidet. Das Rating der unmittelbaren
US-Nachbarn Kanada (A1) und Mexiko (A3) steht ab sofort ebenfalls
unter Beobachtung. Damit folgen die drei Länder den europäischen
Industrienationen Großbritannien, Spanien und Irland sowie Bulgarien
und Rumänien auf die negative Watchlist.

Coface geht davon aus, dass das Wachstum in den USA im ersten
Halbjahr 2008 nur schwach oder sogar negativ ausfallen wird, und
erwartet allenfalls eine leichte Erholung für die zweite
Jahreshälfte. Diese stützt sich im Wesentlichen auf den nach wie vor
guten Export, bedingt durch den günstigen Wechselkurs und die
dynamische Nachfrage in den aufstrebenden Ländern. Dorthin gehen mehr
als 50 Prozent der US-Ausfuhren. Der Wachstumsrückgang hat deutliche
Auswirkungen auf das Zahlungsverhalten, zumal die Zahl der
Insolvenzen und der unter den Schutz von Chapter 11 gestellten
Unternehmen bereits 2007 signifikant zugenommen hat (um 43 bzw. 25
Prozent gemäß des privaten Instituts AACER). Vor allem den Branchen,
die auf den Konsum der privaten Haushalte im Inland angewiesen sind,
weht ein scharfer Wind entgegen. Die erhöhten Kosten für Energie,
Transport und wichtige Rohstoffe üben zusätzlich Druck auf ihre
Margen aus. Und die aktuelle Kreditkrise hat ihre bereits
angeschlagene Finanzsituation weiter geschwächt. Durch die
erschwerten Bedingungen beim Kreditzugang haben viele Unternehmen
kaum die Chance, wichtige Investitionen zu tätigen. Nicht nur der
private Wohnungsbau ist davon betroffen. Auch die Automobil- und
Elektroindustrie, der Einzelhandel, Textil und Bekleidung sowie
Tourismus und Gastgewerbe bekommen zu spüren, dass die Verbraucher
den Gürtel enger schnallen.

Japan bleibt noch in der höchsten Stufe A1, die Aussichten sind
aber negativ. Der starke Yen schränkt die Wettbewerbsfähigkeit ein.
Die Nachfrage aus den USA, auf die sich 25 Prozent der Ausfuhren
stützen, geht zurück. "Die Unternehmen stehen mit dem Rücken zur
Wand", betont Yves Zlotowski, Chefökonom der Coface. "Sie hängen
häufig von einem Kunden ab. Waren sie so schon bisher einem hohen
Druck auf ihre Margen ausgesetzt, so hat sich dies verstärkt, seitdem
die Preise für Rohstoffe stiegen, die starke Konkurrenz aus China
einsetzte und die Nachfrage im Inland zurückging."

In Kanada (A1) ist das Risiko von Zahlungsausfällen vor allem in
der verarbeitenden Industrie gestiegen. Grund sind wiederum der hohe
Kurs des Kanadischen Dollar und der sinkende Absatz in den USA, wohin
40 Prozent der Ausfuhren gehen. Auch Mexiko (A3) hängt wirtschaftlich
vom Nachbarland ab. Hier sind 80 Prozent der Ausfuhren für die
Vereinigten Staaten bestimmt. Überweisungen von Emigranten, die 3
Prozent des BIP ausmachen, gehen zurück, da sie insbesondere von in
den USA lebenden Beschäftigten in der Baubranche abhängen, die seit
der Immobilienkrise mit Auftragsrückgängen kämpft.

Die Coface-Bewertungen berücksichtigen insbesondere das
Zahlungsverhalten der Unternehmen in den jeweiligen Ländern. Es
fließen aber auch Daten zur wirtschaftlichen, finanziellen und
politischen Entwicklung eines Landes ein sowie zum dort
vorzufindenden Geschäftsumfeld, wozu vor allem die Transparenz bei
den Unternehmensbilanzen, der Gläubigerschutz und institutionelle
Rahmenbedingungen gehören. Das Rating ist ein guter Indikator für
Unternehmen, die mit oder in diesen Ländern Geschäfte machen. Die
Bewertungen folgen einer ähnlichen siebenstufigen Skala wie die der
Ratingagenturen: A1 bis A4 entsprechen Investmentgrades, B, C und D
stehen für ein mittleres bis hohes Risiko.

Hinweis für Redaktionen

Nicht auszuschließen ist, dass Coface in diesem Jahr weitere
Länder unter negative Beobachtung stellt und Abwertungen vornimmt.
Wichtige Frage angesichts der aktuellen Entwicklungen: Ist das
A1-Rating von Deutschland zu halten? Über diese und weitere Fragen
können Journalisten auf dem "Kongress Länderrisiken 2008" mit
Fachleuten sprechen. Die Pressekonferenz ist am 16. April um 16.00
Uhr in der Sektkellerei Kupferberg (Eingang gegenüber Novotel),
Kupferbergterrasse 17-19, in Mainz. Die Veranstaltung am 17. April
findet ganztägig in der Rheingoldhalle in Mainz statt und ist für
Journalisten kostenlos. Programm und organisatorische Infos:
www.laenderrisiken.de

Informationen und Anmeldungen für die Pressekonferenz am 16. April
und/oder zum Kongress am 17. April:

Erich Hieronimus, Tel.: 06131 / 323-541,
erich.hieronimus@coface.de

Stephanie Gothe, Tel.: 06131 / 323-542,
stephanie.gothe@coface.de

Originaltext: Coface Deutschland
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/51597
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_51597.rss2

Pressekontakt:
Coface Deutschland AG
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Erich Hieronimus oder Stephanie Gothe
Isaac-Fulda-Allee 1
55124 Mainz
Telefon: 06131/323-541 oder - 542
Telefax: 06131/323-70-541
Mail:erich.hieronimus@coface.de oder stephanie.gothe@coface.de
Homepage: www.coface.de


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