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Westfalenpost: Siemens im Sumpf

Geschrieben am 24-01-2008

Hagen (ots) - Viele offene Fragen in Schmiergeld-Affäre
Von Sven Nölting
Der Milliarden schwere Gewinn war Nebensache. Die
Siemens-Hauptversammlung stand im Zeichen des schwelenden
Schmiergeldskandals. Für die Aktionäre war es die Stunde der
Abrechnung mit der früheren Siemens-Spitze. Der Konzern steckt bis
zum Hals in einem Sumpf aus Korruption, der noch immer nicht trocken
gelegt ist. Der Ruf des Unternehmens ist auf Jahre ruiniert - ein
Schaden, den auch beste Zahlen nicht reparieren können.
Längst ist bekannt, dass die Schmiergeld-Praxis bei Siemens System
hatte und Bestechungsgelder nicht nur in Einzelfällen geflossen sind.
Und je mehr Details durchsickern, desto schwerer wird es zu glauben,
dass die früheren Konzernspitzen um von Pierer und Kleinfeld fast
ausnahmslos weiße Westen haben sollen. Weil daran auch die Aktionäre
starke Zweifel haben, bahnte sich ein beispielloses kollektives
Misstrauensvotum an. Der neue Chef-Kontrolleur Cromme verhinderte den
Eklat, indem er sicherheitshalber die Entlastung der Manager bis zur
Aufklärung der Affäre vertagte. Doch das kann dauern.
Einstweilen ist ungewiss, wieviel Geld wirklich in schwarzen Kassen
gelandet ist. Sicher ist nur: Auch finanziell kommt Siemens der
Skandal teuer zu stehen. 1,5 Milliarden Euro sind es bisher - und das
dicke Ende kommt noch. In den USA ermitteln Börsenaufsicht und
Justizministerium: Siemens droht eine drakonische Strafe und
Ausschluss von öffentlichen Aufträgen. Um das Schlimmste zu
verhindern, will der Konzern nun einen Vergleich aushandeln.
Aussuchen wird sich Siemens die Strafe aber kaum dürfen. Bei
Rechtsverstößen kennen US-Behörden in der Regel kein Pardon.

Originaltext: Westfalenpost
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Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160


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