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Börsen-Zeitung: Historische Ausmaße, Kommentar zur konzertierten Aktion der Zentralbanken von Jürgen Schaaf

Geschrieben am 12-12-2007

Frankfurt (ots) - Das soll noch einer verstehen: Die Lage ist so
ernst, dass sich die Zentralbanken aus Nordamerika und Europa zu
einer konzertierten Aktion historischen Ausmaßes verständigen, und
was machen die Aktienmärkte? Sie legen gewaltig zu.

Die US-Notenbank Federal Reserve, die Europäische Zentralbank
(EZB), die Schweizer Nationalbank SNB, die Bank von England und die
Bank of Canada teilten mit, den Märkten große Mengen zusätzlichen
Geldes währungsraumübergreifend bereitzustellen. Selbst nach den
Terroranschlägen des 11. September wurde keine internationale Allianz
dieser Größenordnung geschmiedet. Zu groß ist die Sorge, dass die
Verspannungen am Geldmarkt, die in den vergangenen Wochen wieder
zugenommen hatten, auf die Gesamtwirtschaft übergreifen könnten.

Zwar haben die Notenbanken mit ihren umfangreichen
Liquiditätsspritzen vorübergehend die Wogen am sehr kurzen Ende des
Interbankenmarktes glätten können. Die Misstrauensaufschläge jenseits
der Einmonatsfrist haben sie aber nie richtig in den Griff bekommen,
sie haben sich zuletzt sogar wieder deutlich ausgeweitet. Die
mittelbaren Devisen-Swaps ermöglichen nun den europäischen Banken,
Dollar aufzunehmen, und lindern das Problem.
Wird das aber ausreichen? Zunächst muss zwischen den beiden großen
Währungsräumen unterschieden werden. Die USA haben kein reines
Geldmarktproblem. Das Platzen der Immobilienblase hat für sich
genommen das Potenzial, die amerikanische Wirtschaft in die Knie zu
zwingen. Die Klemme an den Interbankenmärkten kommt noch erschwerend
hinzu.

Anders die Situation in den Ländern der Währungsunion. Zwar kühlt
auch hier die Wirtschaft ab, Übertreibungen an den Immobilienmärkten
gab es aber nur vereinzelt in wenigen Mitgliedsländern. Die Qualität
der Krise ist in Europa eine andere, da sie bislang auf den
Finanzsektor beschränkt ist.

Damit ist keinesfalls gesagt, dass Europa nicht auch ein
Übergreifen auf die Gesamtwirtschaft droht, wenn es zu einer echten
Kreditklemme kommt und die USA in die Rezession stürzen. Hoffentlich
dämmt das beherzte Eingreifen der Notenbank das lodernde Feuer ein
und verhindert einen Flächenbrand. Anlass für ein Kursfeuerwerk an
den Aktienmärkten gibt es jedenfalls nicht.

Originaltext: Börsen-Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/30377
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Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0


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