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Coronavirus SARS-CoV2: Forscher finden Ansatz für Medikamenten-Entwicklung / Mit Röntgenlicht der Berliner Quelle BESSY II gelang die Entschlüsselung eines Hauptproteins des Virus

Geschrieben am 19-03-2020

Berlin (ots) - Ein Coronavirus hält die Welt in Atem. SARS-CoV-2 ist hochansteckend und kann schwere Lungenentzündung mit Atemnot (COVID-19) verursachen. Weltweit sucht die medizinische Forschung nach Möglichkeiten, wie man die Vermehrung der Viren mithilfe von Medikamenten verhindern kann. Ein Team der Universität Lübeck hat dafür einen vielversprechenden Ansatz gefunden. Mithilfe des hochintensiven Röntgenlichts der Berliner Synchrotronquelle BESSY II des Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) haben sie die dreidimensionale Architektur der viralen Hauptprotease von SARS-CoV-2 entschlüsselt. Dieses Protein spielt bei der Vermehrung des Virus eine zentrale Rolle.

Wie das Protein seine Funktion ausübt, hängt eng mit der dreidimensionalen Architektur des Makromoleküls zusammen. Kennt man diese dreidimensionale Architektur, kann man gezielt Angriffspunkte für Wirkstoffe identifizieren.

Vermehrung der Viren stoppen

Für die Vermehrung der Viren ist ein spezielles Protein zuständig: die virale Hauptprotease (Mpro oder auch 3CLpro). Nun hat ein Team um Prof. Dr. Rolf Hilgenfeld, Universität Lübeck, die dreidimensionale Architektur der Hauptprotease von SARS-CoV-2 entschlüsselt. Die Forscher haben dafür das hochintensive Röntgenlicht der Anlage BESSY II des HZB genutzt.

Fast-Track-Zugang an BESSY II

"Speziell für solche hochaktuellen Fragestellungen ermöglichen wir einen "Fast-Track-Zugang zu unseren Instrumenten", sagt Dr. Manfred Weiss, der die Gruppe makromolekulare Kristallographie am HZB leitet. An den sogenannten MX-Instrumenten, die die Gruppe betreut, können winzigste Proteinkristalle mit hochbrillantem Röntgenlicht durchleuchtet werden.

Die Bilder enthalten Informationen zur dreidimensionalen Architektur der Proteinmoleküle. Mit Hilfe von Computerprogrammen lassen sich die komplexe Gestalt des Proteinmoleküls sowie seine Elektronendichte berechnen.

Ergebnisse helfen bei der Wirkstoffentwicklung

Daraus ergeben sich nun konkrete Ansatzpunkte, um Wirkstoffe zu entwickeln. Diese könnten gezielt an Schwachstellen des Makromoleküls andocken und seine Funktion behindern.

Rolf Hilgenfeld ist ein weltweit anerkannter Experte auf dem Gebiet der Virologie und hat bereits während der SARS-Pandemie 2002/2003 einen Hemmstoff gegen diese Virensorte entwickelt. 2016 gelang es ihm, ein Enzym des Zikavirus zu entschlüsseln.

An an BESSY II wurden insgesamt schon über 3000 Proteinstrukturen entschlüsselt.

Die vollständige Meldung mit Link zur wissenschaftlichen Publikation inklusive von Bildern und Video sowie Hintergrundinformationen zur Proteinforschung mit Röntgenlicht finden Sie auf folgender HZB-Webseite: https://www.helmholtz-berlin.de/pubbin/news_seite?nid=21204 ;sprache=de

Hinweis:

Die Arbeit ist vorab in biorxiv.org (ohne peer review) publiziert, damit die Daten und Ergebnisse allen Forschenden weltweit zur Verfügung stehen. Am 20.03.2020 werden die Ergebnisse (mit Peer Review) in Science publiziert werden.

Pressekontakt:

Dr. Antonia Rötger
Tel.: 030 8062 43733
antonia.roetger@helmholtz-berlin.de

betreuender Wissenschaftler an BESSY II:
Dr. Manfred Weiss
Tel.: 030 8062 13149
manfred.weiss@helmholtz-berlin.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/133327/4552400
OTS: Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Original-Content von: Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH, übermittelt durch news aktuell


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