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Frauen in der Finanzbranche: 700 Mrd. Dollar ungenutztes Umsatzpotenzial (FOTO)

Geschrieben am 18-11-2019

Zürich/München (ots) -

Der Anteil von Frauen in den Geschäftsleitungen der Schweizer
Finanzdienstleister hat sich in den vergangenen drei Jahren auf niedrigem Niveau
mehr als verdoppelt (von 7% in 2016 auf 17% heute). Die Schweiz liegt aber
weiter unter dem weltweiten Durchschnitt von 20 Prozent und mit Platz 22 von 37
untersuchten Ländern nur im unteren Mittelfeld. Um aufzuschliessen sollten
Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und insgesamt auf eine bessere
Vertretung und Ansprache von Frauen achten - nicht nur innerhalb der
Arbeitnehmer und Führungskräfte, sondern auch bei Kunden. Finanzdienstleister
könnten ihre Umsätze jährlich um 700 Milliarden Dollar weltweit steigern, wenn
sie Frauen als Kundinnen besser verstehen und bedienen würden.

Die Finanzbranche hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend um die Förderung
von Frauen gekümmert. Das spiegelt sich in einem moderaten, aber
kontinuierlichen Anstieg des Anteils von Frauen in Spitzenpositionen wider. Die
dritte Ausgabe der Women in Financial Services-Studie der Strategieberatung
Oliver Wyman zeigt jedoch, dass ein Themenbereich derzeit zu wenig
Aufmerksamkeit erfährt: Frauen als Kundinnen. Durch ein besseres Verständnis und
eine bessere Ansprache von Frauen als Kundinnen könnten Finanzdienstleister
jährlich Umsatzsteigerungen von mehr als 700 Milliarden US-Dollar weltweit
erzielen, so ein Ergebnis der aktuellen Ausgabe.

«Frauen stellen die grösste unterversorgte Kundengruppe der
Finanzdienstleistungsbranche dar», so Astrid Jäkel, Partnerin bei Oliver Wyman
und Co-Autorin der Studie. «Die Unternehmen lassen sich erhebliche Umsatzchancen
entgehen, weil sie ihren Kundinnen nicht richtig zuhören und ihre
Lebenssituation und Anforderungen an Finanzprodukte nicht wirklich verstehen.»

Wie die Oliver Wyman-Studie zeigt, sind Frauen zunehmend einflussreiche
Käuferinnen von Bank-, Investitions- und Versicherungsprodukten - sowohl im
privaten als auch im geschäftlichen Bereich. Um dieses Potenzial auszuschöpfen,
ist es nicht ausreichend, Frauen als ein einziges Kundensegment zu betrachten.
Vielmehr geht es darum, Besonderheiten im Lebensweg von Frauen und die
Auswirkungen auf ihre Anforderungen an Bank- und Versicherungsprodukte besser zu
analysieren und dann speziell darauf zugeschnittene Produkte und
Dienstleistungen zu entwickeln. Es gibt eine Reihe von Merkmalen im
Kundenprofil, bei denen sich Frauen derzeit im Durchschnitt von Männern
unterscheiden: weniger lineare Einkommensentwicklung, andere Risikopräferenzen
und anders gewichtete Ziele jenseits des blossen Vermögensaufbaus, um nur ein
paar Beispiele zu nennen. Wenn Banken, Vermögensverwalter und Versicherer diese
Unterschiede im Detail besser verstünden und in der Produktentwicklung
berücksichtigten, würde dies letztendlich zu besseren Produkten für alle
Verbraucher führen.

Auf der Geschäftskundenseite zeigt sich ein ähnliches Bild. Eine Befragung von
Finanzchefinnen und weiteren weiblichen Kadermitgliedern in Finanzabteilungen
ergab, dass die Mehrzahl von ihnen deutliches Verbesserungspotenzial bei der
Betreuung durch Geschäfts- und Investmentbanken sehen. Mehr als die Hälfte der
Befragten waren der Meinung, dass Teams mit einem ausgewogenen
Geschlechterverhältnis besseren und innovativeren Service liefern. Zugleich
konstatierten sie jedoch, dass die Finanzdienstleister, mit denen sie
geschäftlich zu tun haben, in diesem Punkt hinter ihren Erwartungen
zurückbleiben. Nicht wenige wiesen darauf hin, dass sie als Geschäftskundinnen
nicht mit dem gleichen Respekt behandelt werden wie ihre männlichen Kollegen.

Frauen in Führungsrollen - allmähliche Fortschritte

Der Anteil von Frauen in den Geschäftsleitungen der grössten Schweizer
Finanzdienstleister hat sich in den vergangenen drei Jahren auf niedrigem Niveau
mehr als verdoppelt (von 7% in 2016 auf 17% heute). Damit liegt die Schweiz zwar
noch vor ihren Nachbarländern Deutschland (Platz 24) und Österreich (Platz 30)
jedoch drei Prozentpunkte unterhalb des weltweiten Durchschnitts von 20 Prozent.
Bei der Vertretung von Frauen in Verwaltungsräten der Finanzbranche konnte die
Schweiz einen Zuwachs von vier Prozentpunkten auf 24 Prozent verbuchen und liegt
damit knapp über dem weltweiten Durchschnitt von 23 Prozent.

Im weltweiten Vergleich hat Israel bei der Vertretung von Frauen in der
Geschäftsleitung die Nase vorn: Hier liegt der Anteil von Frauen in
Geschäftsleitungen in der Finanzbranche bei 38 Prozent, auf den Rängen folgen
Australien, Schweden, Finnland, Thailand, Norwegen, Kanada und Südafrika
(jeweils 30 oder mehr Prozent). Am geringsten ist der Frauenanteil in
Saudi-Arabien und Südkorea mit jeweils gerade einmal vier Prozent.

An den Problemen rund um Frauenkarrieren hat sich bisher nicht viel geändert.
Nach wie vor geraten Frauen in der Mitte ihrer Karriere in einen Konflikt, in
dem - auch aufgrund von gesellschaftlichen Erwartungen - die Kosten einer
Karriere den Nutzen zu überwiegen scheinen. Halbherzige Unterstützung von
Familien, wenig flexible Arbeitszeiten, intransparente und als ungerecht
empfundene Beförderungsprozesse und Gehaltsstrukturen sowie unbewusste
Vorurteile und Ressentiments - all dies sind Punkte, an denen Finanzunternehmen
nach wie vor arbeiten.

Um eine bessere Repräsentanz von Frauen zu erreichen, sollten Unternehmen einen
ganzheitlichen Ansatz wählen und die Themen Frauen als Arbeitnehmerinnen und
Führungskräfte, Frauen als Kundinnen sowie die Bedeutung des Frauenanteils für
Anteilseigner und Aufsichtsbehörden miteinander verknüpfen.

«Ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter ist für verschiedene Gruppen im
und um das Unternehmen von Bedeutung: Arbeitnehmer und Führungskräfte, Kunden,
Aufsichtsbehörden und Shareholder», sagt Robert Buess, Partner bei Oliver Wyman.
«Unternehmen müssen dies erkennen und einen ganzheitlichen Ansatz wählen. So
wird Geschlechterausgewogenheit ein Thema für die CEO-Agenda und schlägt sich
letztlich in besseren Unternehmensergebnissen nieder."

Über die Studie

Für die Women in Financial Services-Studie wurde die Zusammensetzung von
Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen von mehr als 460 Firmen in 37 Ländern
analysiert. Zudem führten Oliver Wyman-Experten mehr als 100 Interviews mit
Führungskräften aus allen Teilen der Finanzbranche (Banken, Versicherungen,
Vermögensverwalter, FinTech-Unternehmen, Aufsichtsbehörden).



Pressekontakt:
Davina Zenz-Spitzweg
Manager Marketing & Communications DACH
Oliver Wyman AG
davina.zenz-spitzweg@oliverwyman.com

Original-Content von: Oliver Wyman, übermittelt durch news aktuell


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