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Fairtrade-Umsatz steigt auf 1,6 Milliarden (FOTO)

Geschrieben am 14-05-2019

Berlin (ots) -

Fairer Handel wächst um 22 Prozent. Damit er Alltag wird, ist mehr
Engagement von Wirtschaft und Politik gefragt.

- Große Glaubwürdigkeit, Verfügbarkeit und Vielfalt von Produkten
- Preiskämpfe und Klimawandel bedrohen fairen Handel
- Entwicklungsministerium fordert transparentere Lieferketten

Verbraucher achten immer öfter darauf, wie Südprodukte hergestellt
werden: 2018 stieg der Umsatz mit Fairtrade-Produkten um 22 % auf gut
1,6 Milliarden Euro. "Viele der Produkte, die wir täglich
konsumieren, kommen aus Entwicklungsländern", sagte Gerd Müller,
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
"Aber am Anfang der Lieferkette sind Zwangsarbeitsverhältnisse und
Hungerlöhne oftmals noch an der Tagesordnung. Fairtrade ist unser
strategischer Partner auf dem Weg für einen gerechteren Handel." Noch
ist fairer Konsum nicht Alltag: "Der faire Handel wächst, aber er
wächst nicht schnell genug", erklärte Dieter Overath,
Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. "Produzenten leiden massiv
unter niedrigen Börsenpreisen. Junge Leute wenden sich von der
Landwirtschaft ab, weil sie nicht von ihr leben können. Wenn wir
Kakao, Bananen und Kaffee in Zukunft genießen möchten, brauchen wir
daher dringend mehr Unternehmen, die bereit sind, Verantwortung zu
übernehmen und eine Politik, die fairen Handel stärker fördert",
sagte Overath auf der Jahrespressekonferenz in Berlin.

Absatzstark: Kaffee und Kakao

19 Euro gaben Verbraucher in Deutschland im vergangenen Jahr für
Fairtrade-Produkte aus. Rund 20.000 Tonnen fairer Röstkaffee gingen
2018 über die Ladentheken, 11 % mehr als im Vorjahr. Damit erreicht
Fairtrade-Kaffee einen Marktanteil von 4,5 %. Der Absatz von Kakao,
der nach Fairtrade-Standards gehandelt wurde, stieg um 48 % auf
55.000 Tonnen - ein Marktanteil von 10 %.

Faire Früchte: Bananen so beliebt wie nie

Bananen sind mit Abstand die beliebteste Südfrucht. Rund 92.000
Tonnen kauften Verbraucher 2018 ein, 6 % mehr als im Vorjahr. Damit
erreichen Fairtrade-Bananen 13,5 % Marktanteil. 90 % der gelben
Früchte sind zusätzlich Bio-zertifiziert. Lidl hat als erster
Anbieter in Deutschland begonnen, sein Sortiment schrittweise
komplett auf Fairtrade umzustellen - ein Meilenstein für den fairen
Handel mit Bananen. Doch starke Preiskämpfe erschweren die
Umstellung.

Nicht nur Lebensmitteln legen zu

Mit einem Absatzplus von 5 % bleiben Fairtrade-Rosen beliebt. 427
Mio. Stiele wurden hierzulande verkauft, das sind 28 % aller Rosen.
Verkäufe von Textilien aus fairer Baumwolle legten um 14 % zu: Knapp
14 Millionen Kleidungsstücke und Accessoires kauften Verbraucher im
vergangenen Jahr. Neben Baumwolltaschen und Freizeitkleidung spielt
Berufskleidung eine immer wichtigere Rolle.

Der faire Handel wächst, braucht aber noch mehr Engagement

Trotz positiver Marktentwicklung verkaufen Kooperativen und
Plantagen immer noch zu geringe Anteile ihrer Ernte unter
Fairtrade-Bedingungen. Nachhaltige Entwicklung im globalen Süden
braucht neben verbesserten Marktzugängen deshalb veränderte
politische Rahmenbedingungen: "Ganz am Anfang von globalen
Lieferketten müssen ökologische und soziale Mindeststandards
eingehalten werden, die in Europa längst selbstverständlich sind",
forderte Bundesminister Gerd Müller. "Dafür tragen auch Unternehmen
Verantwortung. Viele tun das bereits. Es geht aber darum, dass alle
deutschen Unternehmen ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten
nachkommen." TransFair unterstützt diese Forderung und vertritt sie
aktiv; unter anderem in Bündnissen für nachhaltige Textilien, Kakao
und Bananen.

Fairtrade: Höhere Verkaufsmengen bedeuten mehr Wirkung

Die Fairtrade-Standards setzen den Rahmen für einen Handel auf
Augenhöhe. 2018 erwirtschafteten Produzenten im globalen Süden 29
Millionen Euro Prämiengelder durch Fairtrade-Verkäufe nach
Deutschland. "Es ist spannend zu sehen, wie dieses Geld eingesetzt
wird und konkret etwas bewirkt", erklärte Thilo Hoppe,
stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von TransFair e.V. Hoppe
hatte bei einer Keniareise im April Fairtrade-zertifizierte Kaffee-,
Blumen- und Teeorganisationen besucht. "Wir standen in Klassenräumen,
die durch Prämiengelder finanziert wurden. Und mit größerem
Marktzugang würden noch viel mehr Projekte möglich." Neben Bildung
sind Maßnahmen gegen den Klimawandel und Ernteausfälle wichtige
Bereiche, in die Prämiengelder investiert werden.

Breite zivilgesellschaftliche Bewegung

Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Zivilgesellschaft, Politik
und Wirtschaft setzt sich TransFair dafür ein, Konsumenten und
Unternehmen aufzuklären und von der Idee des fairen Handels zu
überzeugen, um den 1,7 Millionen Kleinbauern und Beschäftigten im
Fairtrade-System höhere Absätze zu ermöglichen. 36 renommierte
zivilgesellschaftliche Organisationen tragen den gemeinnützigen
Verein. Mit der brandenburgischen Stadt Beelitz erhält am 17. Mai die
600. Stadt in Deutschland den Titel "Fairtrade-Town". Neben diesen
600 Kommunen unterstützen ebenso viele Schulen sowie Unis und
Einzelpersonen den fairen Handel. Mit 85 Prozent Bekanntheit ist das
Fairtrade-Siegel inzwischen das bekannteste Nachhaltigkeitssiegel am
Markt, so aktuelle Umfrageergebnisse von Globescan.

Weitere Informationen sowie das Titelbild und weitere Pressefotos
zum Download unter http://ots.de/Bx5IhI

Hintergrund

Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet,
benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu
unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e.V.
nicht selbst mit Waren, sondern setzt sich dafür ein, den Handel mit
fair gehandelten Produkten und Rohstoffen zu fördern und mehr
Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu erreichen.
www.fairtrade-deutschland.de

TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade
International e.V., in dem Fairtrade-Organisationen aus 25 Ländern
und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen
sind. Fairtrade International entwickelt die international gültigen
Fairtrade-Standards. www.fairtrade.net

Alle beteiligten Akteure entlang der Lieferkette werden regelmäßig
von FLOCERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft arbeitet mit einem
unabhängigen und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den
Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 17065 (DIN EN 45011).
www.flocert.net



Pressekontakt:
Claudia Brück
Tel: +49 221 942040-31

Edith Gmeiner
Tel: +49 221 942040-46

Fax: +49 221 942040-40
presse@fairtrade-deutschland.de
www.fairtrade-deutschland.de

Original-Content von: TransFair e.V., übermittelt durch news aktuell


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