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Über 300.000 Unternehmen in Deutschland mit erhöhtem Insolvenzrisiko - Trendumkehr: Anstieg der Firmeninsolvenzen in 2019

Geschrieben am 11-12-2018

Hamburg (ots) - Knapp 305.000 Unternehmen in Deutschland werden
mit finanziellen Problemen in das Jahr 2019 starten. Dies zeigt eine
aktuelle Studie des Informationsdienstleisters CRIFBÜRGEL zur
Zahlungsfähigkeit und Überschuldung von Firmen in Deutschland. Für
die Analyse hat CRIFBÜRGEL über 3,5 Millionen Unternehmen in
Deutschland hinsichtlich ihrer Finanzkraft untersucht.

Das zentrale Ergebnis der Studie lautet: 8,4 Prozent der
Unternehmen bzw. 305.108 Firmen insgesamt weisen derzeit eine
schwache Bonität und damit ein sehr hohes Zahlungsausfallrisiko auf.
Im Vergleich zum Sprachgebrauch bei Veröffentlichungen zu
Privatpersonen gelten diese Unternehmen damit als überschuldet und
haben ein erhöhtes Insolvenzrisiko. Bei diesen Firmen besteht
durchaus das Risiko, dass diese ihre Schulden nicht mehr bedienen
können und Insolvenz anmelden müssen. Die Anzahl der finanzschwachen
Unternehmen verringerte sich laut Studie im Vergleich zum Vorjahr um
2,1 Prozent.

"Die Zahl der Firmen mit einem hohen Zahlungsausfallrisiko ist
zwar leicht gesunken, es haben aber immer noch über 300.000
Unternehmen in Deutschland ein erhöhtes Insolvenzrisiko. Bei den
weiterhin guten Rahmenbedingungen für die Firmen, haben wir mit
weniger risikobehafteten Unternehmen gerechnet", kommentiert
CRIFBÜRGEL Geschäftsführerin Ingrid Riehl die aktuelle Auswertung.
Beim Blick auf die regionale Verteilung der Firmen mit hohem
Zahlungsausfall- bzw. Insolvenzrisiko zeigen sich jedoch große
Unterschiede. In absoluten Zahlen stehen Nordrhein-Westfalen
(67.634), Bayern (39.141), Baden-Württemberg (32.031) und
Niedersachsen (26.542) an der Spitze der Statistik der Bundesländer
mit den meisten finanzschwachen Unternehmen. In Bremen (2.411) und im
Saarland (3.023) gibt es absolut vergleichsweise wenig Firmen mit
einem erhöhten Zahlungsausfallrisiko.

Bezogen auf die Firmendichte geht die höchste Insolvenzgefahr
derzeit von Unternehmen in Sachsen-Anhalt aus. Aktuell sind 12,0
Prozent der Unternehmen dort in einer finanziellen Schieflage und
somit von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit betroffen. Aber auch in
Sachsen (11,7 Prozent) und Berlin (10,5 Prozent) ist mehr als jedes
zehnte Unternehmen von einer Insolvenz bedroht. Prozentual betrachtet
geht ein geringeres Risiko von Unternehmen in Bayern aus. Hier gelten
nur 6,4 Prozent der Unternehmen als bonitätsschwach. Auch in
Baden-Württemberg (7,0 Prozent), Hessen (7,2 Prozent) und
Schleswig-Holstein (7,8 Prozent) ist die Quote insolvenzgefährdeter
Unternehmen geringer als im Bundesdurchschnitt.

Je nach Branchenzugehörigkeit der untersuchten Unternehmen zeigen
sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der finanziellen Schwäche
der Unternehmen. Am stärksten von möglichen Zahlungsausfällen
betroffen sind Unternehmen aus der Logistik (Insolvenzrisiko liegt
bei 13,3 Prozent) und aus dem Gastgewerbe (11,1 Prozent).

13,7 Prozent der Unternehmergesellschaften (haftungsbeschränkt)
droht eine Insolvenz. Damit nimmt die UG den schlechtesten Wert aller
Rechtsformen ein. Ein geringes Insolvenzrisiko bergen
Aktiengesellschaften. Nur 3,2 Prozent aller AGs gelten als
finanzschwach und sind von einer Pleite bedroht.

Die Firmeninsolvenzen werden 2018 - wenn auch leicht - weiter
zurückgehen. Für das Gesamtjahr 2018 erwartet CRIFBÜRGEL bis zu
20.000 Firmenpleiten und damit nur noch ein Minus von knapp einem
Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch wäre dies der niedrigste
Stand bei den Firmenpleiten seit 1999 und der neunte Rückgang in
Folge. "Positiv auf die Unternehmen wirkt vor allem die
Binnenkonjunktur, die durch einen Anstieg der verfügbaren Einkommen
und Kaufkraft gestärkt wird", sagt Ingrid Riehl. "Im nächsten Jahr
wird es jedoch eine Trendumkehr geben. 2019 erwarten wir erstmals
wieder einen Anstieg bei den Firmeninsolvenzen", ergänzt die
CRIFBÜRGEL Geschäftsführerin. Die Risiken für die Entwicklung der
deutschen Wirtschaft kommen mit den von den USA ausgehenden
Handelsstreitigkeiten und den Diskussionen und Unsicherheiten durch
den bevorstehenden Brexit dabei vor allem von außen.

Die komplette Studie finden Sie auf unserer Homepage unter
http://ots.de/HVMfqJ

Die CRIF Bürgel GmbH ist in Deutschland einer der führenden
Dienstleister im Bereich Bonitätsinformationen über Firmen und
Privatpersonen. Im Juli 2017 entstand CRIFBÜRGEL aus der
Verschmelzung der beiden namhaften Auskunfteien Bürgel
Wirtschaftsinformationen und CRIF GmbH. CRIFBÜRGEL gehört zur global
agierenden Wirtschaftsauskunftei-Gruppe CRIF mit Hauptsitz in
Bologna, Italien. Die Gruppe ist heute mit rund 4.400 Mitarbeitern
und 70 Unternehmen in 30 Ländern auf vier Kontinenten aktiv.



Pressekontakt:
Oliver Ollrogge, CRIF Bürgel GmbH, Bereich Marketing/PR
E-Mail: Oliver.Ollrogge@buergel.de, Tel.: 040 / 89 803 582

Original-Content von: CRIF Bürgel GmbH, übermittelt durch news aktuell


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