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Lkw-Maut in Deutschland: Tschechischer Milliardär will Toll Collect übernehmen

Geschrieben am 06-06-2018

Hamburg (ots) - Die PPF Group des tschechischen Milliardärs Petr
Kellner will zusammen mit der slowakischen Firma Sky Toll den Betrieb
der deutschen Lkw-Maut übernehmen. Wie das Hamburger Magazin stern in
seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, bat der
ehemalige SPD-Politiker Siegmar Mosdorf von der Lobbyagentur CNC
Communications im April bei Verkehrspolitikern im Bundestag um
Gesprächstermine für Vertreter von PPF und Sky Toll. Sie würden gern
"ihre Vision für den Betrieb eines modernen Lkw-Mautsystems in
Deutschland vorstellen", schrieb Mosdorf in einer Mail, die dem stern
vorliegt.

Das Verkehrsministerium muss demnächst entscheiden, wer statt des
bisherigen Konsortiums aus Deutscher Telekom, Daimler und Vinci
künftig Anteile an der Toll Collect GmbH übernehmen und den
Mautbetrieb weiterführen darf. Unter Berliner Verkehrspolitikern gibt
es Zweifel, ob die Gruppe des Tschechen Kellner dafür geeignet ist
oder ob er zu Russland-nah sei. Der Unternehmer, der auf der
Forbes-Liste der reichsten Milliardäre der Welt auf Platz 88 steht,
kontrolliert nach Recherchen des stern mehrere dutzend Firmen in
Russland, darunter im Immobilien- und Finanzgeschäft.

Zudem gibt es Fragen betreffend die Transparenz von Kellners
Geschäften. Ihm gehört in Deutschland zusammen mit Partnern aus
Tschechien bereits seit zwei Jahren das ehemalige Braunkohlegeschäft
des Energiekonzerns Vattenfall in der Lausitz. Die Tochter in der
Lausitz nennt auf ihrer Website aber nicht Kellners PPF Group als
Eigentümer, sondern einen gleichnamigen Fonds auf der
steuerbegünstigten Kanalinsel Jersey. Dieser behauptet von sich, er
arbeite "unabhängig" von Kellners Firma. Nach Recherchen des stern in
dem Ende 2017 geschaffenen Transparenzregister des Bundes ist aber
Petr Kellner selbst bis heute mit 49,46 Prozent an der Lausitz
Energie Verwaltungs GmbH beteiligt.

Die PPF Group wies die Kritik zurück. In Russland sei die Gruppe
nur mit 13 Prozent ihres Vermögens vertreten. Es sei daher
"irreführend", ihr zu große Nähe zu Russland vorzuwerfen. Die
Eigentümerstruktur der Firma in der Lausitz sei "klar und eindeutig".

Der Grünen-Abgeordnete Stephan Kühn kritisierte gegenüber dem
stern, dass die Bundesregierung die lukrative Mauterhebung weiter in
den Händen privater Firmen lassen will: "Die Maut-Erhebung sollte
künftig durch ein Bundesunternehmen erfolgen", forderte Kühn
gegenüber dem stern.

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei.



Pressekontakt:
Sabine Grüngreiff, Gruner + Jahr Unternehmenskommunikation, Telefon
040 - 3703 2468, gruengreiff.sabine@guj.de

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell


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