(Registrieren)

Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zu Abgastests

Geschrieben am 30-01-2018

Bielefeld (ots) - Bei der Volkswagen AG scheint es guter Brauch zu
sein, einen Manager zu opfern, um viele Manager zu schützen. Nun also
Thomas Steg. Der Cheflobbyist des Automobilkonzerns hält den Kopf hin
für die Abgastests an Affen. Da gerät beinahe in Vergessenheit, dass
Volkswagens US-Umweltbeauftragter Oliver Schmidt vor acht Wochen für
seine Beteiligung am Abgasskandal von einem Richter in Detroit zu
sieben Jahren Gefängnishaft verurteilt wurde. Die Kündigung aus
Wolfsburg folgte kurz vor Weihnachten. Was schadet dem Ruf des
Autokonzerns mehr: die Software-Manipulation an Dieselmotoren oder
die Tests an Affen und menschlichen Versuchsobjekten? Je mehr über
die Vorgänge bekannt wird, desto gewisser kann man sein, dass die
»Affenschande« ein noch größeres Ausmaß hat als der Dieselbetrug.
Wenn die VW-Spitze glaubt, dass sich die Empörung schnell legt und
keine Folgen für die Absatzzahlen hat, könnte sie sich täuschen.
Manche Leute wollen kein Pkw-Modell fahren, für dessen Abgaswerte
Affen gequält werden - oder sich menschliche Probanden, freiwillig
und gegen Geld, irgendwelchen Giften aussetzen. Es könnte sich als
Irrglaube erweisen, zu meinen, dass Verbraucher Tierversuche einfach
hinnehmen, nur weil so etwas in der Pharma- und Kosmetikbranche
üblich ist. Vor dem Hintergrund der Historie des Unternehmens muss
man sich fragen: Löst in Wolfsburg niemand Alarm aus, wenn Begriffe
wie »Tierversuch« und »Gas« in einem Zusammenhang mit VW fallen? Wie
geschichtsvergessen muss man sein, wenn man doch dort am
Mittellandkanal genau weiß, dass am 26. Mai 1938 ein gewisser Adolf
Hitler den Grundstein des VW-Stammwerks gelegt hatte. International
spielt der Skandal auf dieser Ebene. Die Experimente sind Teil der
Doku-Serie »Dirty Money« des TV-Internetportals Netflix. Darin wird
der Abgastest an Affen mit dem Holocaust verglichen. Tests an Affen
lösen bei Menschen eine größere Empörung aus als Tests an Ratten. Das
gilt ganz offensichtlich auch für Politiker. Denn am 8. September
2016 merkte im Diesel-Untersuchungsausschuss des Bundestags niemand
auf, als der Toxikologe Helmut Greim von »Tierversuchen« sprach. Man
hatte wohl Ratten vor Augen. Für die Grünen saß deren Verkehrsexperte
Volker Krischer im Ausschuss. Auch er reagierte nicht weiter auf
Greims Aussagen. Insofern sollten die Grünen ihre Empörung in diesem
Fall überdenken. Kurz vor seiner Freistellung gab Thomas Steg zu
Protokoll, dass VW prüfen lasse, was nach den Versuchen mit den Affen
geschehen sei und wie es ihnen heute gehe. Das würde man wirklich
gerne wissen.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

623880

weitere Artikel:
  • Boardriders Inc. gibt Statement über CEO Pierre Agnes heraus Huntington Beach, Kalifornien (ots/PRNewswire) - Boardriders Inc. hat heute folgendes Statement über CEO Pierre Agnes herausgegeben: Am frühen Morgen des heutigen Tages tat unser CEO Pierre Agnes, was er oftmals tat: Er fuhr mit seinem Boot zum Fischen aus, um den Tag zu beginnen. Im Verlauf des Vormittags wurde das Boot am Strand nahe seiner Heimatstadt geborgen. Pierre Agnes aber wurde bislang nicht aufgefunden. Die Familie von Boardriders und die gesamte Welt des Surfens sind von dieser Nachricht zutiefst betroffen. Die Situation mehr...

  • Globale Nachfrage dynamisiert die britische Automobilproduktion - Deutschland ist jetzt zweitgrößter globaler Handelspartner für Automobile im Vereinigten Königreich London (ots/PRNewswire) - - EU bleibt auch im Jahr 2017 der wichtigste Handelspartner für das Vereinigte Königreich, mit 53,9 % aller Autoexporte. - Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Einzelmarkt des Vereinigten Königreichs, da ein Drittel der britischen Autokäufer deutsche Marken wählt. - Es wurden 1,67 Millionen Autos im Vereinigten Königreich gebaut, was einen Rückgang von 3,0 % darstellt, jedoch seit 17 Jahren die zweitgrößte Produktionsmenge ist. - 79,9 % aller Autos aus britischer Produktion wurden mehr...

  • Kölner Stadt-Anzeiger: Razzia gegen Baumafia: 56-jähriger Serbe Kopf der Bande- Illegale Gewinne flossen nach Luxemburg - Geldwäscheanzeigen lösten Ermittlungen aus Köln (ots) - Bei der Razzia gegen eine Bande der so genannten "Baumafia" sind Zoll und Staatsanwaltschaft Wuppertal auf geheime Geldströme ins Ausland gestoßen. Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch-Ausgabe) wurde etwa ein Konto in Luxemburg gesperrt, auf dem die achtköpfige Gruppe eine sechsstellige Summe aus ihren illegalen Geschäften deponiert hatte. Wie die Zeitung unter Berufung aus Ermittlerkreise weiter berichtet, gilt als Kopf der Bande der 56-jährige Serbe Musa H. Der Geschäftsmann soll das komplexe Geflecht mehr...

  • Mitteldeutsche Zeitung: Wirtschaft/Verkehr Landesrechnungshof prüft Bahn-Verträge Halle (ots) - Nach dem Erlass von Strafzahlungen für Zugbetreiber in Sachsen-Anhalt will der Landesrechnungshof der landeseigenen Nahverkehrsgesellschaft Nasa auf die Finger schauen. Die Behörde wolle die Verkehrsverträge, die die Nasa mit verschiedenen Bahnunternehmen geschlossen hat, auf Wirtschaftlichkeit überprüfen, berichtete die Mitteldeutsche Zeitung (Mittwochausgabe). Ein Sprecher nannte die Strafzahlungen dabei ausdrücklich als einen Aspekt. Die Nasa hatte den Zugbetreibern DB Regio, Abellio und Harz-Elbe-Express für mehr...

  • Matthias Wissmann: "Deutsche Automobilindustrie ist Jobmotor und Innovationstreiber" (AUDIO) Berlin (ots) - Beim VDA-Neujahrsempfang in Berlin unterstreicht der scheidende VDA-Präsident, dass die Branche aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und sich ihrer Verantwortung stellt Anmoderation: Rund 700 hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sind gestern Abend (Dienstag, 30.01.2018) zum traditionellen Neujahrsempfang des VDA (Verband der Automobilindustrie) in die Classic Remise nach Berlin gekommen. Allen voran der amtierende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt, zahlreiche Staatssekretäre mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht