(Registrieren)

Rund 2,6 Millionen Erwerbstätige wollten 2016 mehr arbeiten, knapp 1,2 Millionen weniger

Geschrieben am 18-01-2018

Wiesbaden (ots) - 2016 wünschten sich rund 2,6 Millionen aller
Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 74 Jahren mehr Arbeitszeit
(Unterbeschäftigte), während 1,2 Millionen Erwerbstätige weniger
arbeiten wollten (Überbeschäftigte). Wie das Statistische Bundesamt
(Destatis) mitteilt, hatten teilzeit- und vollzeittätige Personen in
Unterbeschäftigung insgesamt eine durchschnittliche gewöhnliche
Wochenarbeitszeit von 28,9 Stunden und wünschten sich Mehrarbeit von
10,9 Stunden. Alle Überbeschäftigten - in Vollzeit oder in Teilzeit -
kamen 2016 dagegen zusammen auf gewöhnlich geleistete
Wochenarbeitszeiten in Höhe von durchschnittlich 41,6 Stunden und
wünschten sich eine Verkürzung um 11,0 Stunden. Bei der Frage nach
den Arbeitszeitwünschen sollten die Befragten berücksichtigen, dass
Mehrarbeit mit einem entsprechend höheren und Minderarbeit mit einem
entsprechend geringeren Verdienst einhergehen würde.

Unter Einbeziehung eventueller zweiter Tätigkeiten hatten alle
Vollzeiterwerbstätigen - nach Ergebnissen des Mikrozensus und der
Arbeitskräfteerhebung - eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von
41,7 Stunden, Teilzeitbeschäftigte kamen auf durchschnittlich 19,8
Wochenarbeitsstunden. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die
Wochenarbeitszeit bei den Vollzeittätigen unverändert, während die
Wochenarbeitszeit der Teilzeittätigen durchschnittlich um 0,1 Stunden
anstieg.

Die gewöhnlich geleistete Wochenarbeitszeit je Erwerbstätigen im
Alter von 15 bis 74 Jahren betrug als Summe aus Haupt- und
Nebentätigkeiten im Jahr 2016 durchschnittlich 35,6 Stunden. Die
Berücksichtigung aller Arbeitszeitwünsche würde - rein rechnerisch -
im Saldo zu einer Erhöhung der Wochenarbeitszeit um 0,4 Stunden je
Erwerbstätigen führen.

Sämtliche Angaben zur geleisteten Wochenarbeitszeit enthalten -
soweit vorhanden - gewöhnlich geleistete Wochenarbeitsstunden der
Nebentätigkeit. 5,4 % der Erwerbstätigen hatten 2016 nach eigenen
Angaben eine Nebentätigkeit. Betrachtet man nur die Haupttätigkeit
der Erwerbstätigen, dann reduziert sich die durchschnittliche
Wochenstundenzahl auf 35,2 Stunden (Teilzeit: 19,2 Stunden; Vollzeit:
41,3 Stunden).

Definitionen von Arbeitszeit, Unterbeschäftigung und
Überbeschäftigung: Gewöhnlich geleistete Wochenarbeitsstunden
beziehen sich auf eine typische, eher längere Referenzperiode. Im
Mikrozensus beziehungsweise in der Arbeitskräfteerhebung 2016 erfolgt
die Erfassung über folgende Frage:


* "Wie viele Stunden arbeiten Sie normalerweise pro Woche,
einschließlich regelmäßiger Mehrstunden und Bereitschaftszeiten?"


Unterbeschäftigte sind Erwerbstätige, die den Wunsch nach
zusätzlichen Arbeitsstunden haben und für diese auch zur Verfügung
stehen. Dieser Wunsch wird im Mikrozensus beziehungsweise in der
Arbeitskräfteerhebung 2016 über die folgenden zwei Fragen ermittelt:


* "Würden Sie gerne mit entsprechend höherem Verdienst Ihre normale
Wochenarbeitszeit erhöhen?"
Info: Zur wöchentlichen Arbeitszeit zählen sowohl Haupt- als auch
Nebentätigkeiten.
* "Könnten Sie innerhalb der nächsten 2 Wochen beginnen, mehr Stunden
als bisher zu arbeiten?"


Überbeschäftigte sind Erwerbstätige, die den Wunsch haben, ihre
Arbeitsstunden zu reduzieren und dafür ein verringertes Einkommen
hinnehmen. Im Mikrozensus beziehungsweise in der
Arbeitskräfteerhebung 2016 lautet die zugehörige Frage:


* "Würden Sie gerne mit entsprechend niedrigerem Verdienst Ihre
normale Wochenarbeitszeit verringern?"


Methodische Hinweise:

Die Erfassung von Arbeitszeiten und Arbeitszeitwünschen mit Hilfe
von Personen- oder Haushaltsbefragungen kann - trotz ähnlicher
Frageformulierungen - zu ganz unterschiedlichen Resultaten führen.
Dies ist beispielsweise beim Vergleich von Mikrozensus und
Sozio-oekonomischem Panel (SOEP) der Fall. Ergebnisse einer
analysierenden Studie enthält der Artikel "Arbeitszeiten und
Arbeitszeitwünsche: Unterschiede zwischen Mikrozensus und SOEP", der
in Wirtschaft und Statistik, Heft 4/2017 veröffentlicht ist.

Die Stichprobe des Mikrozensus und der darin integrierten
Arbeitskräfteerhebung wurde zum Berichtsmonat Januar 2016 auf eine
neue Auswahlgrundlage umgestellt, die jetzt auf den Ergebnissen des
Zensus 2011 basiert. Durch den Umstieg kann die zeitliche
Vergleichbarkeit mit Ergebnissen des Mikrozensus aus früheren Jahren
eingeschränkt sein.

Die vollständige Pressemitteilung mit Tabelle sowie weitere
Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des
Statistischen Bundesamtes unter http://www.destatis.de/presseaktuell
zu finden.



Weitere Auskünfte gibt:
Dr. Martina Rengers,
Telefon: +49 (0) 611 / 75 42 71,
www.destatis.de/kontakt




Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
E-Mail: presse@destatis.de

Original-Content von: Statistisches Bundesamt, übermittelt durch news aktuell


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

622240

weitere Artikel:
  • Genehmigte Wohnungen von Januar bis November 2017: - 7,8 % gegenüber Vorjahreszeitraum Wiesbaden (ots) - Von Januar bis November 2017 wurden in Deutschland 7,8 % oder 26 400 weniger Baugenehmigungen von Wohnungen insgesamt erteilt als in den ersten elf Monaten 2016. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurde von Januar bis November 2017 der Bau von insgesamt 313 700 Wohnungen genehmigt. Darunter fallen alle Genehmigungen für Baumaßnahmen zur Erstellung neuer sowie an bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden. Im Dreimonatsvergleich nahm die Zahl der genehmigten Wohnungen von September bis November mehr...

  • Gutes Ergebnis im Hochschul-Ranking der WirtschaftsWoche / ISM erneut unter den besten privaten Wirtschaftshochschulen Dortmund (ots) - Der International School of Management (ISM) ist es erneut gelungen, hervorragende Ergebnisse im jährlichen Ranking der WirtschaftsWoche zu erzielen. In der aktuellen Umfrage kommt die private Wirtschaftshochschule auf Platz vier der besten privaten Fachhochschulen mit BWL-Schwerpunkt. Insgesamt belegt die ISM Platz 17 im diesjährigen Ranking. Damit ist die Hochschule seit mittlerweile zwei Jahrzehnten durchgehend auf Spitzenpositionen in diesem Ranking vertreten. "Wir freuen uns über das gute Ergebnis der ISM", mehr...

  • Privatinsolvenzen: Nur 8,3 Prozent nutzen verkürztes Insolvenzverfahren Hamburg (ots) - Zum 1. Juli 2014 trat in Deutschland eine weitere Reform des Insolvenzrechts in Kraft. Diese hatte das Ziel, dass zahlungsunfähige Verbraucher schneller ihre Schulden loswerden können. Eine Restschuldbefreiung ist demnach für die Betroffenen unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach drei Jahren möglich. Allerdings müssen dazu 35 % der Schulden innerhalb von drei Jahren und die Verfahrenskosten bezahlt werden. Die Wirtschaftsauskunftei CRIFBÜRGEL hat nun erstmals Zahlen seitens der Verbraucher zu der Verkürzung mehr...

  • Handelsblatt nimmt Alexandra Schörghuber, Angelique Renckhoff-Mücke, Klaus und Ralf Murjahns sowie Siegfried Meister in die Hall of Fame der Familienunternehmen auf Düsseldorf (ots) - Das Handelsblatt erweitert die Hall of Fame der Familienunternehmen zum zehnten Mal. Im feierlichen Ambiente des Münchener The Charles Hotels wurden im Beisein von rund 200 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft die Unternehmerinnen und Unternehmer Alexandra Schörghuber, Angelique Renckhoff-Mücke sowie Klaus und Ralf Murjahns in die Hall of Fame der Familienunternehmen auf. Posthum wird der Gründer von Rational, Siegfried Meister, für seine Leistungen gewürdigt. Die Münchener Unternehmerin mehr...

  • Seven in a row: BMW Motorrad achieves seventh all-time sales high in succession in 2017 Munich (ots) - - Worldwide deliveries increase by 13.2% to 164,153 vehicles - BMW Motorrad continues on its path of growth - Focus on new markets and continue with model initiative. BMW Motorrad sold more motorcycles and maxi scooters in 2017 than ever before. Compared to the previous year, deliveries increased by 13.2 %. As of June 2017 a total of 164,153 vehicles (previous year: 145,032 units) were supplied to customers. Stephan Schaller, General Director of BMW Motorrad: "2017 was another very successful year mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht