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Börsen-Zeitung: Chinesischer Strategienebel, Kommentar zur Deutschen Bank von Norbert Hellmann

Geschrieben am 03-05-2017

Frankfurt (ots) - Der Akquisitionsrausch chinesischer Unternehmen
in westlichen Gefilden hat mit der Verschärfung von chinesischen
Kapitalverkehrskontrollen und wachsendem Unmut der Pekinger Regierung
in Sachen unvernünftiger Prestigekäufe in diesem Jahr stark
nachgelassen. Nur der private Mischkonzern HNA Group scheint seine
Kauflust kaum bremsen zu müssen und tätigt weiterhin Akquisitionen in
Serie. Eine neue Stoßrichtung gilt dem Finanzsektor. Mit der
Verdoppelung der Beteiligung an der Deutschen Bank auf knapp 10
Prozent steht nun der Finanzdienstleistungsarm HNA Capital im
Rampenlicht.

Gelüste auf eine Übernahme des deutschen Geldhauses gibt es nicht.
HNA hat eine klare Ansage gemacht, dass man als Ankeraktionär unter
der Schwelle von 10 Prozent bleiben wird, und spricht von einem
attraktiven Investment im Finanzsektor. Aus der Sicht eines
langfristig denkenden Finanzinvestors mag ein Engagement bei der
Deutschen Bank mit ihrer schwach bewerten Aktie durchaus ein
Schnäppchen sein.

Die strategische Dimension ist schwieriger zu erfassen, aber
allein die Tatsache, nun auch im Aufsichtsrat einer der bekanntesten
internationalen Banken vertreten zu sein, hat aus chinesischer Sicht
einen Prestigewert und soll einen Lernkurveneffekt haben. Einen
echten Eintritt in deutsches Bankgeschäft würde die zum Verkauf
stehende HSH Nordbank bringen, bei der HNA zum Kreis der
Interessenten gehört. Hier liegt der Schwerpunkt bei
Schiffsfinanzierungen, die schon eher Berührungspunkte zu
angestammten HNA-Geschäften im Bereich von Logistik und Leasing
erkennen lassen. Von HNA selber ist nur bekannt, dass man die
Vermögensverwaltung als attraktiven Wachstumsmarkt ansieht, wozu der
jüngste Kauf einer Beteiligung an der Fondssparte des Versicherers
Old Mutual passt.

Gegenwärtig sehen die Pläne von HNA nach Flickwerk und dem Nutzen
von Kaufgelegenheiten, wo sie sich bieten, aus. Es geht wohl darum,
aus der Finanzsparte HNA Capital, die bislang die Mutter vor allem
als interne Investmentbank bei Übernahmen, Anteilskäufen und
Börsengängen unterstützte, zum eigenständigen internationalen
Finanzdienstleister zu formieren. Der hat aber gleichzeitig inhouse
alle Hände voll zu tun. HNA muss das Kapital für ausländische
Akquisitionen aus dem Cash-flow seiner eigenen globalen Aktivitäten
und aus Bondfinanzierungen generieren. Das nämlich ist die Erklärung
dafür, warum HNA trotz der restriktiveren Linie Pekings weiterhin auf
globaler Shoppingtour ist.



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Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de

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