(Registrieren)

Euler Hermes: Weltweite Zahl der Insolvenzen steigt 2017 erstmals nach sieben Jahren (FOTO)

Geschrieben am 18-01-2017

--------------------------------------------------------------
CEO Blog Euler Hermes
http://ots.de/3Yggl
--------------------------------------------------------------


Hamburg (ots) -

- Weltweiter Anstieg der Insolvenzfälle 2017 um voraussichtlich 1%
markiert Trendwende
- Schäden durch Großinsolvenzen auf dem Vormarsch: 45% mehr
Insolvenzen bei Firmen mit über 50 Millionen Euro Umsatz in den
ersten neun Monaten 2016
- Exportrisiko deutscher Firmen steigt: Bei drei der fünf
wichtigsten Handelspartner Zunahme der Pleiten
- Auch in Schwellenländern fast überall wachsende Kreditrisiken;
erwartete 2-3 Zinserhöhungen der Fed erhöht Risiken dort
zusätzlich
- USA: Trotz angekündigter Finanzspritzen mehr Insolvenzen;
Handelsbarrieren könnten 2017 ein entscheidender Faktor für
Weltwirtschaft sein

Nicht nur in Deutschland zeichnet sich mit stagnierenden
Pleitezahlen 2017 voraussichtlich eine Trendwende ab, sondern auch
auf dem globalen Firmenparkett: In seiner aktuellen Studie
"Insolvencies: The tip of the iceberg" kommt Weltmarktführer Euler
Hermes zu dem Schluss, dass die Zahl der weltweiten Insolvenzen 2017
um 1% ansteigen dürfte. Haupttreiber dieses Anstiegs sind negative
Prognosen für Lateinamerika (+12% Insolvenzen in 2017), Afrika (+9%),
Asien-Pazifik (+6%) sowie Nordamerika (+1%).

"Das ist der erste Anstieg von weltweiten Insolvenzen seit sieben
Jahren", sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe.
"Das hat sich in den letzten Jahren bereits abgezeichnet: Der
rückläufige Trend hat sich zunehmend abgeschwächt und dreht sich nun.
Der Anstieg ist mit einem Prozent zwar relativ moderat. Das ist aber
nur die Spitze des Eisbergs. Beunruhigend ist vor allem der Trend der
deutlich steigenden Schäden durch Pleiten, der noch fast unbemerkt
unter der Wasseroberfläche liegt. In den ersten drei Quartalen 2016
haben wir 45% mehr Großinsolvenzen verzeichnet als im
Vorjahreszeitraum. Dies führt zu einem negativen Schneeballeffekt,
der sich auch 2017 fortsetzen wird."

Die Weltwirtschaft wächst zwar um rund 2,8%, aber das Wachstum ist
nicht stark genug, um einen Anstieg von Insolvenzen zu verhindern.
Auch langfristig wird das Wachstum des weltweiten
Bruttoinlandsprodukts unter der 3%-Marke bleiben.

Steigende Kredit- und Insolvenzrisiken bei 3 der 5 wichtigsten
deutschen Handelspartner

"In Deutschland stagnieren die Pleitefälle 2017 nach unserer
Einschätzung erstmals - die Schäden sind durch Insolvenzen
wirtschaftlich bedeutender Unternehmen zuletzt jedoch deutlich in die
Höhe geschnellt", sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in
Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Hinzu kommen steigende
Exportrisiken durch den Zuwachs bei den globalen Insolvenzen und auch
dort erheblich steigenden Schäden. Bei drei der fünf wichtigsten
deutschen Handelspartner steigen die Fallzahlen an: in China (+10%),
Großbritannien (+5%) und den USA (+1%). In den Niederlanden
stagnieren sie. Lediglich in Frankreich (-7%) sind sie rückläufig,
wenngleich weiterhin in der Nähe des Rekordniveaus."

In den Schwellenländern, in denen deutsche Exporteure ebenfalls
Wachstumschancen wahrnehmen, zeichnen sich auch deutlich steigende
Ausfälle ab: Noch vor China (+10%) liegen 2017 Brasilien und Singapur
mit je +15% sowie Chile mit +12%, die alle stark vom chinesischen
Markt abhängig sind.

Marokko (+8%), Taiwan und Hongkong sowie Südafrika und die Türkei
(jeweils +5%), Russland, Luxemburg und Polen (jeweils +3%), Kanada
(+2%), Österreich und Japan (jeweils +1%) verzeichnen ebenfalls einen
Anstieg bei den Insolvenzen.

Dynamische Gründerszene: Junge Firmen mit höheren Risiken Neben
steigenden Exportrisiken und höheren Schäden durch Großinsolvenzen
spielen bei der Insolvenzentwicklung aber auch technische Gründe eine
Rolle:

"Pleiten in Deutschland und auch in einigen anderen
westeuropäischen Staaten wie zum Beispiel den Niederlanden sind auf
einem sehr niedrigen Stand", sagt Van het Hof. "Ein weiterer starker
Rückgang ist daher unwahrscheinlich. Hinzu kommt eine dynamische
'Unternehmens-Demografie'. Die Zahl der Firmen und Neugründungen ist
schneller gestiegen als die Gewinnmargen. Das führt in einigen
Bereichen automatisch zu steigenden Insolvenzzahlen, da junge Firmen
in der Regel eine wesentlich höhere Ausfallrate haben als etablierte
Unternehmen."

Gründe für Insolvenzen und steigende Schäden variieren lokal und
global

Die Gründe für die Trendwende bei Insolvenzen sind die schwache
Weltwirtschaft, das sinkende Wachstum des Welthandels, starker
Preiswettbewerb und volatile Währungen. Umsätze und Margen geraten
dadurch zunehmend unter Druck. In einigen Branchen, vor allem im
Handel und Einzelhandel, fehlt es deshalb an der notwendigen
Finanzkraft für Investitionen, beispielsweise in die Digitalisierung.
In anderen Branchen kämpfen Unternehmen mit Überkapazitäten und
entsprechendem Preisverfall (z.B. Rohstoffe, Stahl).

Finanzierung wird teurer: Zwei bis drei Zinsanhebungen der Fed pro
Jahr erwartet

Hinzu kommt die zu erwartende Verschlechterung der weltweiten
Finanzierungsbedingungen durch weitere Zinserhöhungen der
amerikanischen Notenbank.

"Wir rechnen mit zwei bis drei Zinserhöhungen der Federal Reserve
(Fed), sowohl 2017 als auch 2018", sagt Subran. "2019 dürfte das
Zinsniveau dann bei etwa 3% liegen. Das verteuert Finanzierungen in
den USA, und die historisch hohe Verschuldung gerät unter Druck. Im
Ausland geraten viele eher anfällige Regionen und Unternehmen in
Gefahr, vor allem in den Schwellenländern. Südamerika und dort
insbesondere brasilianische Firmen sind beispielsweise gefährdet.
Aber auch die Türkei und einige asiatische Länder wären davon
erheblich betroffen."

Weltweit dürfte die Rückkehr zu moderater Inflation Unternehmen
auf der Umsatzseite nur sehr eingeschränkt entlasten. Gleichzeitig
stehen sie vielerorts steigenden Beschaffungskosten und Lohnkosten
gegenüber sowie den schwierigeren Finanzierungsbedingungen.

USA: Insolvenzanstieg trotz angekündigter Finanzspritzen und
Protektionismus

"In den USA erwarten wir trotz der angekündigten Finanzspritzen
für die nationale Wirtschaft einen leichten Anstieg der Insolvenzen",
sagt Subran. "Nicht alle Branchen werden von den angekündigten
Maßnahmen profitieren. Die Aufwertung des US-Dollars trifft vor allem
die amerikanischen Exporteure. Dabei macht die strengere Geldpolitik
allen Branchen zu schaffen, nicht nur denjenigen mit besonders hohem
Verschuldungsgrad, wie zum Beispiel dem Maschinenbau. Bei den
angekündigten protektionistischen Maßnahmen gehört der Metallsektor
vermutlich zu den Gewinnern, die Textilbranche hingegen zu den
Verlierern mit hohen Importzöllen von bis zu 32%."

Handelsbarrieren sind jedoch in Zeiten der Globalisierung nicht
nur in den USA ein Problem.

"Zunehmende protektionistische Maßnahmen und Handelsbarrieren
machen Exporte vielerorts noch komplexer und teurer", sagt Van het
Hof. "Dies könnte ein entscheidender Faktor sein, der die
Weltwirtschaft 2017 prägt."

Die vollständige Studie "Insolvencies: The tip of the iceberg"
(Englisch) finden Sie auf: http://ots.de/xycUc

CEO Blog Ron van het Hof: Wirtschafts-Horoskop - das bringt 2017:
http://ots.de/vTFhd

CEO Blog Ron van het Hof: "Trendwende - weltweite Insolvenzen
steigen 2017 an: http://ots.de/6PxRX

CEO Blog Ron van het Hof: Warum immer mehr große Unternehmen in
die Pleite gehen: http://ots.de/DOfMD

Über Euler Hermes

Euler Hermes ist weltweiter Marktführer im
Kreditversicherungsgeschäft und anerkannter Spezialist in den
Bereichen Kaution, Garantien und Inkasso. Das Unternehmen verfügt
über mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende
Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquiditäts- und
Forderungsmanagement zu unterstützen. Über das unternehmenseigene
Monitoringsystem verfolgt und analysiert Euler Hermes täglich die
Insolvenzentwicklung kleiner, mittlerer und multinationaler
Unternehmen. Insgesamt umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die
92% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen. Das
Unternehmen mit Hauptsitz in Paris ist in mehr als 50 Ländern
vertreten und beschäftigt über 6.000 Mitarbeiter. Euler Hermes ist
eine Tochtergesellschaft der Allianz und ist an der Euronext Paris
notiert (ELE.PA). Das Unternehmen wird von Standard & Poor's und
Dagong Europe mit einem Rating von AA- bewertet. 2015 wies das
Unternehmen einen konsolidierten Umsatz von EUR 2,6 Milliarden aus
und versicherte weltweit Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 890
Milliarden.

Euler Hermes beschäftigt in Deutschland rund 1.400 Mitarbeiter, am
Hauptsitz in Hamburg sowie in weiteren Niederlassungen in
Deutschland.

Weitere Informationen auf www.eulerhermes.de, LinkedIn oder
Twitter @eulerhermes

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend
angegebenen Vorbehalten.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen: So weit wir hierin Prognosen oder
Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, können
diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken und
Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und
Entwicklungen können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen
und Annahmen abweichen. Neben weiteren hier nicht aufgeführten
Gründen ergeben sich eventuell Abweichungen aus Veränderungen der
allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, vor
allem in Allianz Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen
sowie der anschließenden Integration von Unternehmen und aus
Restrukturierungsmaßnahmen. Abweichungen resultieren ferner aus dem
Ausmaß oder der Häufigkeit von Versicherungsfällen, Stornoraten,
Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise -tendenzen, und
insbesondere im Bankbereich aus dem Ausfall von Kreditnehmern. Auch
die Entwicklungen der Finanzmärkte und der Wechselkurse, sowie
nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere
hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können einen Einfluss ausüben.
Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und
das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die Gesellschaft übernimmt keine
Verpflichtung, die hierin enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.



Pressekontakt:
Antje Stephan
Pressesprecherin
Euler Hermes Deutschland
Niederlassung der Euler Hermes SA
Telefon: +49 (0)40 8834-1033
Mobil: +49 (0)160 899 2772
antje.stephan@eulerhermes.com

Original-Content von: Euler Hermes Deutschland, übermittelt durch news aktuell


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

606811

weitere Artikel:
  • EANS-Adhoc: FACC AG / FACC reports significant improvement in earnings in Q3 2016/17 -------------------------------------------------------------------------------- Disclosed inside information pursuant to article 17 Market Abuse Regulation (MAR) transmitted by euro adhoc with the aim of a Europe-wide distribution. The issuer is solely responsible for the content of this announcement. -------------------------------------------------------------------------------- Earnings Forecast/9-month report 18.01.2017 -Dynamic revenue trend continued in Q3 2016/17 / +24% -Significant improvement in earnings of +44% in mehr...

  • EANS-Adhoc: FACC AG / FACC mit deutlicher Ergebnisverbesserung im dritten Quartal 2016/17 -------------------------------------------------------------------------------- Veröffentlichung einer Insiderinformation gemäß Artikel 17 MAR durch euro adhoc mit dem Ziel einer europaweiten Verbreitung. Für den Inhalt ist der Emittent verantwortlich. -------------------------------------------------------------------------------- Gewinnprognose/9-Monatsbericht 18.01.2017 -Dynamische Umsatzentwicklung im Q3 2016/17 fortgesetzt / +24% -Deutlicher Ergebnisverbesserung von +44% im Q3 2016/17 -3.419 Mitarbeiter an Bord: Mitarbeiteraufbau mehr...

  • Geschäftsvolumen auf 8,7 Milliarden Euro gesteigert: ANWR GROUP setzt Wachstumskurs auch im Jahr 2016 fort Mainhausen (ots) - Die internationale Handelskooperation ANWR GROUP hat ihren Wachstumskurs auch im Jahr 2016 konsequent fortgesetzt. Die genossenschaftlich organisierte Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Mainhausen (Hessen) konnte ihr Geschäftsvolumen in den Bereichen Handel und Finanzdienstleistungen um 2,4 Prozent auf knapp 8,7 Milliarden Euro steigern. Günter Althaus, CEO der ANWR GROUP: "Diese Entwicklung belegt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben 2016 dafür genutzt, wegweisende Lösungen für die Herausforderungen mehr...

  • EZB beginnt neues Jahr mit alter Geldpolitik: Bauzinsen weiter niedrig / Baugeldzinsen bei rund 1,4% eingependelt / Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Im Jahresverlauf steigende Zinsen für Baukredite München (ots) - Wer eine Immobilie kaufen und per Kredit finanzieren möchte, kann vorerst aufatmen: Trotz langsam anziehender Inflationszahlen in der Eurozone hat die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer ersten geldpolitischen Sitzung im neuen Jahr den Leitzins unverändert belassen. "Damit ist zumindest von geldpolitischer Seite kurzfristig nicht mit Aufwärtsimpulsen zu rechnen", sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. Seit Jahresanfang bewegen sich die Konditionen für Immobilienkredite seitwärts und liegen mehr...

  • Comdirect Bank-Chef Arno Walter: Keine Wende bei kurzfristigen Zinsen in Sicht Berlin (ots) - Deutsche öffnen sich langsam für Aktien und Fonds / Kunden müssen mit neuen Kosten für Zusatzleistungen der Banken rechnen Comdirect Bank-Chef Arno Walter sieht die Zinsen noch für lange Zeit auf niedrigem Niveau. "Ich fürchte, dass es auch in absehbarer Zeit keine Wende bei den kurzfristigen Zinsen geben wird", sagte Walter im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 2/2017). Umso wichtiger sei es für Anleger, verstärkt auf rentablere Anlageformen zu setzen. Er beobachte in diesem Punkt ein vorsichtiges mehr...

Mehr zu dem Thema Finanzen

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

Century Casinos wurde in Russell 2000 Index aufgenommen

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht