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neues deutschland: Kabarettist Thomas Freitag: "Heute könnte Merkel die SPD übernehmen und Gabriel die CDU. Alles austauschbar."

Geschrieben am 04-10-2016

Berlin (ots) - Am 7. Oktober erhält der Kabarettist Thomas Freitag
in Berlin den Kabarettpreis EDDI. In den 1980er Jahren zählte er mit
seinem Parodien bundesdeutscher Politgrößen zu den Dauergästen im
Fernsehen. Politikerparodien reizen ihn heute nicht mehr, sagt der
66-Jährige im Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung
"neues deutschland" (Mittwochausgabe). "Wer sich mit Brandt, Wehner
und Strauß auseinandersetzte, was soll der mit all diesen heutigen
Kleingrößen anfangen?! Heute könnte Merkel die SPD übernehmen und
Gabriel die CDU. Alles austauschbar." Im Kabarett über nicht
anwesende Politiker Witze zu machen, sei für ihn "nicht mehr sehr
politisch", so Freitag weiter. "Ross und Reiter zu nennen, ist mehr,
als nur mit Namen zu jonglieren. In der politischen Realität gibt es
im Moment leider keine Intelligenz, die wirklich so gestaltet und
verändert, dass die Demokratie wieder überzeugt."

Von der Losung, böse Zeiten seien gut fürs Kabarett, halte er
dennoch nichts. "Dagegen habe ich mich immer gesträubt. Der Satz
verleitet zum Zynismus. Sicher, wir lernen zu wenig aus dem, was wir
tun. Aber Zeiten sind nie immer nur böse, sondern immer auch gut."
Auch bei der deutschen Wiedervereinigung sei einiges schief gelaufen.
Er hätte sich eine "neue Verfassungsdebatte" gewünscht, betont
Freitag. "Das wäre ein historisches Ereignis gewesen! Aber
Westdeutschland hat sich nicht selber in Frage gestellt. So ist
Ostdeutschland ein Abziehbild der Bundesrepublik geworden, die ein
mehr oder weniger schlechtes Abziehbild der Amerikaner war. Es ist
bitter, wenn Sieger nicht aufhören können, zu siegen."

»Europa - der Kreisverkehr und ein Todesfall« heißt das neue
Programm von Thomas Freitag, mit dem er ab Mitte Oktober auf
Deutschlandtournee gehen wird. Die nach dem Schauspieler und
Kabarettisten Edgar Külow (1925-2012) ) benannte Auszeichnung EDDI
ist ein Satire- und Kabarettpreis, der in der DDR von 1981 bis 1988
an Kabarettisten, Karikaturisten und Musiker vergeben wurde. Seit
2013 wird er wieder verliehen. Die bisherigen neuen Preisträger waren
der Puppenspieler Michael Hatzius (2013), die Kabarettistin Simone
Solga (2014) sowie ihr Kollege Uwe Steimle (2015).



Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

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