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Industrie 4.0: Wirtschaftsministerium fordert Investitionsschub von 10 Milliarden Euro pro Jahr in Breitband-Netzausbau (FOTO)

Geschrieben am 26-02-2016

Potsdam (ots) -

Um die vernetzte Produktion der Zukunft voranbringen zu können,
muss Deutschland in den nächsten zehn Jahren allein 100 Milliarden
Euro in den Ausbau des schnellen Internets investieren. Diese Zahl
nannte Staatssekretär Matthias Machnig vom
Bundeswirtschaftsministerium auf einer Konferenz des
Hasso-Plattner-Instituts (HPI) zur Industrie 4.0. Ein solcher Schub
privater Investitionen in den Breitband-Netzausbau sei für die
erfolgreiche Digitalisierung der Wirtschaft eine entscheidende
Voraussetzung, sagte Machnig. Nach seinen Angaben verfügen bisher nur
sieben Prozent der deutschen Nutzer über einen Anschluss ans
besonders schnelle Glasfasernetz und nur ein Prozent mache davon
tatsächlich Gebrauch.

Laut Machnig ist die deutsche Industrie mit ihrem
Digitalisierungsgrad zwar weltweit führend, es handele sich aber oft
lediglich um Insellösungen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen
müssten auf dem Weg in das "Internet der Dinge und Dienste"
mitgenommen werden, forderten Machnig und der brandenburgische
Ministerpräsident Dietmar Woidke auf der Potsdamer Konferenz am HPI.
"Wir brauchen Unterstützung aus Berlin und Brüssel beim Ausbau der
Breitband-Netze", forderte Woidke. Dies sei noch wichtiger "als
erschlossene Gewerbegebiete mit vielen Straßenlampen", so der
Regierungschef. Er rief dazu auf, Betriebs- und Personalräten die
Angst vor Arbeitsplatzverlusten zu nehmen, die mit der zunehmenden
Digitalisierung verbunden sein könnten.

SAP-Entwicklungsvorstand Bernd Leukert erklärte auf der
HPI-Konferenz, er erwarte eher eine Verlagerung von Arbeitsplätzen
als einen Verlust. Allerdings müsse künftig jeder ein Mindestmaß an
digitaler Kompetenz besitzen, da es kaum noch rein manuelle
Arbeitsvorgänge geben werde. Reinhard Clemens, Vorstand der Deutschen
Telekom, verwies darauf, dass Unternehmen die Fabrikation
mittlerweile schon wieder aus Asien zurückverlagerten nach Europa.
Das Beispiel Adidas mit der individualisierten Produktion von
Sportschuhen mittels 3D-Druck zeige, dass personalisierte Produkte zu
massenmarktähnlichen Preisen hergestellt werden könnten.

Was die Sicherheit im Internet der Dinge und Dienste anbetrifft,
verwiesen mehrere Redner auf der Potsdamer Industrie 4.0-Konferenz
darauf, dass ein autonom fahrendes Auto pro Stunde allen ein Terabyte
an Daten erzeuge. Hier sei die Eigentumsfrage noch weitgehend
ungeklärt. Bei Unfällen sei es zum Beispiel sinnvoll, wenn sich
Fahrer, Hersteller und andere Beteiligte die Daten teilten. In
anderen Fällen müssten diese aber privat bleiben bzw. vor der
Auswertung anonymisiert werden, hieß es.

HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel kündigte einen kostenlosen
Onlinekurs zur Industrie 4.0 an, den das Institut und die Akademie
der Technikwissenschaften acatech zur Eröffnung der Hannover-Messe am
25. April starten werden. Anmeldungen sind bereits heute möglich
unter: https://open.hpi.de/courses/industrie40-2016. Das HPI
präsentierte auf der Potsdamer Konferenz auch einen neu entwickelten
Funkstandard, der die flexible Vernetzung von Sensoren und Aktuatoren
in der Produktion sicherer macht. Er soll der Wirtschaft auf der
CeBIT vom 14. bis 18. März (Halle 6, D18) vorgestellt werden.

Die einzelnen Industrie 4.0-Vorträge und -Diskussionen in
Arbeitsgruppen findet man auf der Video-Plattform www.tele-task.de
des HPI. Getwittert wurde rund um die Veranstaltung unter dem Hashtag
#i40konferenz.



Pressekontakt:
HPI-Pressestelle: presse@hpi.de. HPI-Pressesprecher: Hans-Joachim
Allgaier, M.A., Telefon: 0331 5509-121


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