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Westfalen-Blatt: zur Gamescom

Geschrieben am 13-08-2014

Bielefeld (ots) - Ja, es gibt Jugendliche, die aufgrund von
Videospielen gewalttätig werden. Ja, einige Amokläufer haben ihre
krankhaften Phantasien zuvor bei Videospielen ausgelebt. Ja, richtig
ist auch, dass es Jugendliche und Kinder gibt, die ihre Freizeit nur
mit Ballerspielen verbringen. Und süchtig machen sollen Videospiele
auch. Belastbare Belege gibt es darüber kaum. Was bleibt, ist aber
ein ungutes Gefühl. Manche Eltern sind offenbar überfordert, wenn sie
ihre Kinder auf den ersten Schritten in die digitalen Welt begleiten
sollen. Deshalb sind Videospiele nicht in Bausch und Bogen zu
verurteilen. In den vergangenen Jahren hat sich doch einiges
verändert. 26 Millionen Deutsche spielen regelmäßig mit Computer,
Konsole oder Tablets. Jeder zweite Zocker ist älter als 30. 44
Prozent sind Frauen. Das einstige Schmuddelimage dahin. Die Zocker
sind erwachsen geworden. Das Klischeedenken in Zusammenhang von
Videospielen muss überwunden werden. Auch die Politik hat das
gemerkt. Killerspieldebatten bestimmen nicht länger die Diskussion.
Der Deutsche Kulturrat hat 2008 digitale Spiele als Kulturgut
anerkannt. Sie gelten als ein Motor des digitalen Zeitalters.
Wissenschaftler attestieren ihnen, dass sie Lern- und
Entwicklungsprozesse erleichtern. Spiele unterstützen medizinische
Therapien und helfen der Wirtschaft mit Innovationen auf die Sprünge.
Zwei Beispiele: Ursprünglich für Videospiele entwickelte Technologien
machen die Fantasy-Figur Gollum in der Hollywood-Verfilmung des
Tolkin-Bestsellers »Herr der Ringe« lebendig. Diagnoseverfahren wie
die Computertomografie haben von Entwicklungen aus der Spielebranche
profitiert. Und Geld kann man mit Videospielen auch verdienen: 2013
hat die Branche in Deutschland 1,82 Milliarden Euro umgesetzt - mehr
als die Musikindustrie und die Filmbranche. Das ist - hinter
Großbritannien - Platz zwei in Europa. 135 Firmen verlegen und/oder
entwickeln digitale Spiele. 10 350 Menschen arbeiten in Deutschland
direkt oder indirekt in der Spielebranche. Bis Sonntag treffen sich
auf der Gamescom in Köln Spieler, Eltern, Technikbegeisterte,
Kritiker und Menschen, die mit Videospielen Geld machen. Die Messe
zeigt Trends auf, die kommen und solche, die zu Ende gehen: So sind
»Casual Games« in der Normalität angekommen, der Hype um Titel für
Gelegenheitsdaddler ist abgeflaut. Dagegen demonstrieren einige
Titel, dass »Open-World« mehr ist als ein Schlagwort: Statt vom Spiel
in eine Richtung gedrängt zu werden, kann man virtuelle Welten frei
entdecken. Und dann gibt es noch die Oculus Rift und das
Sony-Pendant »Project Morpheus«. Die Display-Brillen, die bereits
vorzeigbar, aber noch nicht serienreif sind, holen die Spieler mitten
hinein ins Geschehen. Mediziner, Ingenieure und Architekten haben
Interesse angemeldet. Es lohnt sich, sich mit dem Phänomen Videospiel
ernsthaft auseinander zu setzen. Auch wenn man kein Spieler ist.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261


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