(Registrieren)

Bezahlter redaktioneller Inhalt und Jobangebot für einen Dieb - DRPR rügt in zwei Fällen die Verantwortlichen

Geschrieben am 28-11-2013

Leipzig (ots) -

Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) rügt die Agentur
Platoon (Berlin), für den Versuch, redaktionelle Beiträge durch
Bezahlung von Bloggern zu platzieren. Die Agentur befand sich in
einem Akquiseprozess, um den TV-Sender arte als Neukunden zu
gewinnen. Außerdem wird die Agentur Flaechenbrand (Wiesbaden) gerügt.
Die Agentur hat die mediale Aufmerksamkeit des "Keksklau" bei dem
Unternehmen Bahlsen (Hannover) genutzt, um öffentlichkeitswirksam den
Verantwortlichen Dieb als PR-Berater anzuwerben.

Im Fall "Platoon/Arte" hat die Agentur mit Sitz in Berlin, über
einen freien Mitarbeiter einen bloggenden TV-Kritiker angeschrieben,
mit der Anfrage, für die neue Serie "Real Humans" des TV Senders arte
einen Beitrag zu veröffentlichen. Dafür stünde ein Budget von 250 EUR
zur Verfügung, es wurde in Aussicht gestellt, dass auch größere
Projekte folgen könnten. Der DRPR rügt dieses Vorgehen, da PR-Arbeit
und Werbung klar voneinander getrennt werden müssen. Agenturen und
Unternehmen dürfen weder im Akquiseprozess noch im laufenden Geschäft
Zahlungen für redaktionelle Veröffentlichungen anbieten. Dieses
Vorgehen verstößt gegen mehrere Normen in PR-Kodizes, beispielsweise
gegen Art. 1 des Deutschen Kommunikationskodex sowie gegen Art. 4 und
Art. 15 des Code de Lisbonne und gegen die DRPR Richtlinie zur
Schleichwerbung.

Im Fall "Keksklau/Flaechenbrand" rügt der DRPR das Vorgehen der
Agentur Flaechenbrand (Wiesbaden). Anfang des Jahres wurde der
"goldene Leibnizkeks" von der Fassade des Firmensitzes des
Gebäckherstellers Bahlsen gestohlen. Ein anonymes Erpresserschreiben
wurde veröffentlicht. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft
ermittelten. Das Vorgehen führte allgemein zu einem hohen
Medieninteresse. Kurz darauf bot die Wiesbadener Medienagentur
Flaechenbrand dem anonymen Dieb öffentlichkeitswirksam eine Stelle
als PR-Berater an, sollte er sich melden. Der DRPR rügt dieses
Vorgehen, da die Agentur mit zweifelhaften Methoden Eigenwerbung
betrieben hat und als "Trittbrettfahrer" versucht hat, das
Medieninteresse an einer kriminellen Handlung zu nutzen. Das
öffentliche Anwerben von PR-Fachkräften, die in Straftaten verwickelt
sind, schadet dem Ruf der PR-Branche. Dieses Vorgehen verstößt gegen
Art. 12 des Deutschen Kommunikationskodex und gegen Art. 18 und Art.
19 des Code de Lisbonne.

ANHANG
Ratsbeschluss vom 25.November 2013 im Fall "Platoon/arte"
Ratsbeschluss vom 25.November 2013 im Fall "Keksklau/ Flaechenbrand"

ERKLÄRUNG

Erklärung zum Selbstverständnis und zur Arbeitsweise des DRPR Der
Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) ist das Organ der
freiwilligen Selbstkontrolle für das Berufsfeld Public Relations. Der
Rat wird rechtlich und ideell von einem Trägerverein getragen und
unterstützt, dem die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG)
e.V., der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) e.V., die
Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) und die Deutsche
Gesellschaft für Politikberatung e.V. (de'ge'pol) angehören.

Ratsmitglieder sind Branchenexperten aus Unternehmen, Verbänden,
Agenturen und anderen Organisationen. Die Arbeit des Rats basiert auf
dem Deutschen Kommunikationskodex und anderen, aktuellen Kodizes. Der
DRPR handelt in Verantwortung gegenüber dem gesamten Berufsfeld. Die
Ratsmitglieder arbeiten unabhängig und sind nur sich selbst und ihrem
Gewissen verpflichtet.

Die primäre Aufgabe des DRPR ist es, Missstände und Fehlverhalten
bei der Kommunikation mit Öffentlichkeiten zu benennen und
gegebenenfalls zu rügen. Der DRPR bearbeitet dabei alle Fälle, die in
Form von Beschwerden an ihn herangetragen werden oder die er (z.B.
aufgrund von Medienberichterstattung) in Eigeninitiative an sich
zieht. Der Rat behält sich vor, Fehlentwicklungen in der Branche
aktiv anzusprechen und sich ggf. mit öffentlichen Stellungnahmen in
die Diskussion einzumischen.

Hat der Rat einen Fall zur Bearbeitung angenommen, wird immer der
aktuelle Sachstand zum Thema nach der jeweiligen Quellenlage
recherchiert. Alle daran beteiligten Organisationen oder
Einzelpersonen werden um Stellungnahmen zu den Beschwerden gebeten.
In Einzelfällen und bei besonders komplexen Themen erfolgt eine
mündliche Anhörung im Rat. Im Anschluss daran bildet sich der Rat
eine Meinung und entscheidet mehrheitlich. Wenn eine Rüge oder eine
Mahnung ausgesprochen wird, so geschieht dies als wohlbegründete
Meinungsäußerung und darf nicht mit dem Urteil eines Gerichtes
verwechselt werden.



Pressekontakt:
Geschäftsstelle des Deutschen Rates für Public Relations
c/o Lehrstuhl für Öffentlichkeitsarbeit/ PR
Universität Leipzig
Postfach 100920
D- 04009 Leipzig

Mailkontakt: info@drpr-online.de

Telefon: 0341 - 9735 751
Telefax: 0341 - 9735 748


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

499450

weitere Artikel:
  • InTouch exklusiv: Daniela Katzenberger wird von verrücktem Fan verfolgt Hamburg (ots) - TV-Blondine Daniela Katzenberger muss sich vor einem verrückten Fan fürchten: Angeblich lauerte der Unbekannte ihr schon öfters vor ihrer Wohnung in Ludwigshafen auf, wie das Peoplemagazin InTouch exklusiv aus dem Umfeld der 27-Jährigen erfuhr. Der Mann soll bereits mehrfach von der Polizei in die Psychiatrie gebracht worden sein. Nach einer kurzen Behandlung durfte er jedoch jedes Mal wieder gehen. "Man kann solche Leute auch schlecht einschätzen, manchmal sind die ja auch total harmlos. Aber es gibt eben auch Hardcore-Fans, mehr...

  • Rank Master - Neue Quiz App vergleicht Länder der Welt - BILD Ist Kanada grösser als China? Hat Brasilien mehr Internetnutzer als Deutschland? Rank Master testet spielerisch das Wissen über die Staaten der Erde indem man sie nach Fakten reiht Wien (ots) - Der österreichische App Entwickler DonkeyCat veröffentlicht sein neues Spiel Rank Master. Es handelt sich dabei um eine Quiz-App mit der man spielerisch Fakten über die Länder dieser Erde erfährt. Die Länderdaten halten dabei selbst für geübte Geografen und weitgereiste Weltenbummler so manche Überraschungen bereit. Rank Master ist seit 25. mehr...

  • Nicht nur für die Karriere, sondern für das Leben lernen / Jetzt bewerben für einen Auslandsaufenthalt im Schuljahr 2014-15 Bonn (ots) - Viele Jugendliche erhoffen sich von einem Schulbesuch im Ausland vor allem bessere Sprachkenntnisse. Englisch auf sehr hohem Niveau zu beherrschen, ist bei vielen Arbeitgebern mittlerweile Voraussetzung für eine Einstellung. Aber auch mit anderen Sprachen wie Spanisch oder Chinesisch können sich Berufseinsteiger von ihren Konkurrenten abgrenzen. Doch ein Auslandsaufenthalt ist nicht nur eine Entscheidung, um die spätere Karriere voranzutreiben. Er beeinflusst auch maßgeblich die Persönlichkeitsentwicklung. Denn die mehr...

  • Einkaufen auf die sichere Tour Echte Schnäppchen erkennen. Riskante Fehlkäufe vermeiden Hamburg (ots) - Wer kennt das nicht? Da ergattert man im Laden das Super-Schnäppchen, doch nach wenigen Wochen ist klar: Das Gerät taugt nichts. An der Lichterkette liegen die Drähte blank, die Mehrfachsteckdose ist durchgeschmort, beim Wasserkocher fehlen Anti-Rutsch-Füße. Dies sind nur drei Beispiele für ärgerliche Fehlkäufe. Statt Schnäppchen gab es Neuschrott. Doch es gibt auch günstige Angebote mit Qualität. Tipps, wie man sie beim Einkauf erkennt, bietet die Broschüre "Gefährliche Produkte in Haushalt und Freizeit", herausgegeben mehr...

  • Anke Worringen übernimmt die Leitung des neu formierten G+J Marketing Hamburg (ots) - Gruner + Jahr bündelt zum 1. Dezember 2013 seine Marketingaktivitäten in einer Einheit und überträgt deren Leitung an Anke Worringen. Das G+J Marketing wird analog zu den neu formierten Communities of Interest strukturiert und bündelt sämtliche B-to-C- und B-to-B-Kommunikation rund um die G+J Print- und Digital-Marken. Neben der damit einhergehenden Formierung von Kompetenz-Teams etwa im Event-Bereich, werden künftig neue Kompetenzen im Bereich digital Campaigning aufgebaut. Anke Worringen berichtet in ihrer neuen mehr...

Mehr zu dem Thema Sonstiges

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

Sat1.de mit neuem Online-Spiele-Portal Sat1Spiele.de / SevenOne Intermedia baut Bereich Games weiter aus

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht