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Unternehmen zahlen pünktlicher - 16,5 Prozent von ihnen beglichen im September Rechnungen verspätet (FOTO)

Geschrieben am 27-11-2013

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Studie Zahlungsmoral
http://ots.de/Plrgh
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Hamburg (ots) -

Unternehmen haben im September 2013 deutlich pünktlicher als im
Vorjahr gezahlt: Der Anteil der zu spät zahlenden Firmen fiel um
knapp zehn Prozent auf 16,5 Prozent. Von Oktober 2012 bis September
2013 erreichte die Zahlungsmoral der Firmen im August ihren Bestwert:
Lediglich 16,1 Prozent der Firmen in Deutschland kamen ihren
Zahlungsverpflichtungen verspätet oder nicht nach, der Rest überwies
innerhalb des Zahlungsziels. Zu diesen Ergebnissen kommt die
Gemeinschaftsstudie "Zahlungsmoral deutscher Unternehmen" von EOS
Deutschland, Spezialist für das Management debitorischer Risiken, und
der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.

Demnach weist der Juni 2013 im Untersuchungszeitraum die
schlechteste Zahlungsmoral bei den Unternehmen auf. In diesem
Zeitraum rangierte die Nicht- bzw. Spätzahlerquote bei 19,7 Prozent.
Im Mai lag sie bei ebenfalls hohen 19,6 Prozent, um dann bis August
um rund drei Prozentpunkte auf den Einjahres-Bestwert zu fallen. "Von
April bis Juli erwies sich die Zahlungsmoral hiesiger Firmen
gegenüber heute als weit schlechter. Der Einfluss des langen Winters
wirkte sich bis in den Sommer hinein auf die Liquidität und das
Zahlungsverhalten der Unternehmen aus", kommentiert EOS
Geschäftsführer Stephan Spieckermann die aktuellen Zahlen. "Das
Wirtschaftswachstum lag im dritten Quartal bei nur 0,3 Prozent. Das
Zahlungsverhalten ist aktuell daher besser, als wir erwartet hatten",
so Spieckermann. "Die Unternehmen profitieren aktuell von der hohen
Binnennachfrage seitens der privaten Konsumenten. Die niedrigen
Zinsen sorgen für Investitionen bei den Unternehmen. Allerdings sorgt
das Niedrigzinsniveau auch für eine geringere Sparquote und somit für
weniger Rücklagen in Krisensituationen", ergänzt Bürgel
Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin. Nach seinen Worten lag die
durchschnittliche Überfälligkeit im September 2013 bei lediglich 24
Tagen. Im Oktober 2012 lag der Wert noch bei 52 Tagen.

Dennoch bleiben nicht-fristgerechte Zahlungen auffällig - immerhin
wird knapp jede siebte Rechnung nicht oder zu spät beglichen. Gründe
dafür sind Liquiditätsengpässe der Unternehmen, das Ausnutzen von
Lieferantenkrediten und hohe Zahlungsausfälle bei den eigenen Kunden.
Nur in wenigen Fällen haben Unternehmen schlichtweg vergessen, ihre
Rechnungen zu bezahlen. Unterdessen begleichen andere Firmen -
vorrangig große Unternehmen, die es sich erlauben können - die
Rechnungen bewusst verspätet mit dem Ziel, die eigene Liquidität zu
schonen.

Gerade für kleine Unternehmen mit wenig Eigenkapital hat das
zögerliche Zahlungsverhalten von Kunden gravierende Folgen: Erstens
bedeuten Zahlungsverzö-gerungen oder -ausfälle zusätzliche Mehrarbeit
und entsprechende Kosten. Zweitens ist es in vielen Branchen üblich,
dass ein Betrieb mit seiner Arbeitsleistung und den Materialkosten in
Vorleistung geht. So tragen Unternehmen oft als Kreditgeber
unfreiwillig das finanzielle Risiko. Drittens kann auch die Summe
vieler kleiner Forderungen die Existenz bedrohen - wenn die
Unternehmen über zu wenig Eigenkapital verfügen, sich die
Auftragslage schlecht gestaltet und Nichtzahler ihre Stellung
ausnutzen.

Die Zahlungsmoral der Unternehmen schwankt im September je nach
Bundesland. Die beste in diesem Monat meldet Sachsen - nur 12,5
Prozent der Firmen zahlten die Rechnung nicht innerhalb der
Rechnungsfrist. Auch in Thüringen und Brandenburg mit lediglich 12,8
bzw. 14,6 Prozent Unternehmen, die verspätet zahlen, ist das
Zahlungsverhalten besser als im Bundesdurchschnitt(16,5 Prozent).
Hingegen zahlen die Firmen im Saarland im selben Monat mit einer
Spät- bzw. Nichtzahlerquote von 22,4 Prozent am schlechtesten.
Ebenfalls hohe Werte weisen Nordrhein-Westfalen (19,3 Prozent),
Bremen (19,1 Prozent), Hamburg (18,8 Prozent), Berlin (18,3 Prozent)
sowie Niedersachsen (17,7 Prozent) und Rheinland-Pfalz (17,5 Prozent)
auf.

Positive Entwicklungen beim Zahlungsverhalten im Jahresvergleich
melden insgesamt 15 der 16 Bundesländer. Die einzige Ausnahme bildet
Bremen. In der Hansestadt verschlechterte sich die
Zahlungsbereitschaft von Firmen binnen eines Jahres um 0,6 Prozent.
Die stärksten Verbesserungen melden Thüringen (28,9 Prozent weniger
Überzieher), Sachsen (minus 17,1 Prozent) und Brandenburg (minus 16,8
Prozent).

Die durchschnittlichen Zahlungsverspätungen in Deutschland liegen
laut EOS und Bürgel bei durchschnittlich 24 Tagen im September 2013.
Im Oktober 2012 war dieser Wert mit knapp 52 Tagen Verspätung noch
doppelt so hoch. Allerdings gibt es auch bei den Zahlungsverspätungen
nach Tagen regionale Unterschiede: Während der Durchschnittswert in
Bremen 19 Tage Verzug im September ausmachte, zahlten Unternehmen in
Thüringen durchschnittlich 20 Tage zu spät. In Baden-Württemberg,
Bayern und Hessen waren es 21 Tage. Auf die längste
Zahlungsverspätung von 55 Tagen brachte es das Saarland.

Im Branchenvergleich schneiden Ver- und Entsorger (Wasser,
Abwasser und Abfälle) mit einer Spätzahlerquote von 25,1 Prozent am
schlechtesten ab. Auch in der Logistik (22,5 Prozent) und der
Energieversorgung (19,6 Prozent) herrscht eine vergleichsweise
schlechte Zahlungsmoral. Statistisch schneller begleichen hingegen
die öffentlichen Verwaltungen ihre Rechnungen (7,9 Prozent Säumige) -
ebenso wie Unternehmen in der Land- und Forstwirtschaft (8,5
Prozent). Obwohl der Gesamttrend positiv ist und immer mehr
Unternehmen Zahlungen pünktlich anweisen, ist der Anteil überfälliger
Zahler im Gastgewerbe binnen eines Jahres um mehr als 34 Prozent
gestiegen. Besonders stark verbessert hat sich indes das
Zahlungsverhalten des verarbeitenden Gewerbes. Hier schrumpfte der
Anteil von säumigen Firmen um 18,6 Prozent.

Im September 2013 zahlten insbesondere die Aktiengesellschaften
mit einem Anteil von 35,2 Prozent nicht fristgerecht. "Gerade größere
Unternehmen scheinen ihre Marktmacht auszunutzen und begleichen ihre
Rechnungen bewusst verspätet", kommentiert Spieckermann. Ähnlich
stark ausgeprägt ist die Tendenz im September bei den GmbHs (27,4
Prozent). Auch bei der Rechtsform der Unternehmergesellschaft
(haftungsbeschränkt) war die Quote von 21,7 Prozent sehr hoch. Zudem
stieg bei der UG (haftungsbeschränkt) binnen eines Jahres der Anteil
der Unternehmen, die nicht fristgerecht zahlen, um 19,7 Prozent - so
stark wie bei keiner anderen Rechtsform.

Die Analysedaten stammen aus der gemeinsam von EOS, Bürgel und
Euler Hermes betriebenen Wirtschaftsdatenbank DDMonitor (Deutscher
Debitoren Monitor). Der DDMonitor erfasst das Zahlungsverhalten von
Firmen und Gewerbetreibenden nahezu jeder Wirtschaftssparte. Auf
Grundlage des DDMonitor analysieren Bürgel und EOS regelmäßig die
Bonität und das Zahlungsverhalten von mehr als 450.000 Unternehmen.

Die kompletten Ergebnisse der Studie "Zahlungsmoral deutscher
Unternehmen" finden Sie auf www.buergel.de oder www.eos-ddmonitor.de.

EOS Deutschland B2B ist das führende Unternehmen für effizientes
Management debitorischer Risiken im B2B-Segment in Deutschland. Es
steht im Markt für professionelle, maßgeschneiderte und ganzheitliche
Lösungen, die den gesamten Lebenszyklus einer Forderung abdecken. EOS
Deutschland B2B gehört zur weltweit agierenden EOS Group, eine
hundertprozentige Tochter der Otto Group.

Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG ist eines der
führenden Unternehmen für Wirtschafts- und Bonitätsinformationen
sowie Inkassodienstleistungen. Bürgel ist ein Tochterunternehmen der
Euler Hermes Deutschland AG (Allianz Group) und der EOS Holding GmbH.



Pressekontakt:
Oliver Ollrogge, Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG
E-Mail: Oliver.Ollrogge@buergel.de , Tel.: 040 / 89 803 - 582

Simon Prehn, EOS Deutschland GmbH | Geschäftsbereich B2B
E-Mail: simon.prehn@eos-ksi.de, Tel.: 07066 / 9143-9670


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