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art-Exklusiv-Interview mit Gerhard Richter, der die Gegenwartskunst kritisiert: "Es gab einmal eine Riesenkultur der Malerei, und die ist weg"

Geschrieben am 19-09-2013

Hamburg (ots) - Nur selten spricht Gerhard Richter, einer der
bedeutendsten Künstler der Gegenwart, über seine Kunst. Für das
Magazin art machte er eine Ausnahme. Im Gespräch gibt der Künstler
Auskunft über neue Projekte, den Abschluss des "Atlas" und seine
Abkehr von der Malerei. Er rechnet außerdem bitter mit der heutigen
Kunst ab.

Mit 81 Jahren ist Richter skeptisch wie eh und je - aber auch
ebenso produktiv. Das Arbeitspensum hat er kaum reduziert, es
entstehen frische Werke für zwei Ausstellungen im Herbst. Das
Dresdner Albertinum zeigt neue Streifenbilder, Skulpturen aus
Glasscheiben und Hinterglasbilder. Die Streifenbilder entstehen,
indem der Künstler Ausschnitte aus früheren abstrakten Bildern immer
weiter bearbeitet. Man kann Gerhard Richters Karriere so verstehen:
als Bewegung weg von der Malerei oder als Versuch, ihr etwas
nachfolgen zu lassen.

Das Münchner Lenbachhaus präsentiert den kompletten "Atlas"
inklusive der neuen - und offiziell letzten - Tafeln. Es ist jenes
Monumentalwerk aus Studien, Vorlagen und Entwürfen, das seit 1962
neben den großen Arbeiten entsteht und das jetzt abgeschlossen werden
soll. Manches im "Atlas" ist zu großer Kunst geworden, etwa die
unscharfen Bilder der RAF-Mitglieder, die zum berühmten Zyklus
"18.Oktober 1977" wurden.

Die Freude an der Kunst war bei Richter immer begrenzt durch
berechtigtes Misstrauen. Die Kunst von heute sei arg verwahrlost,
resümiert der Maler. "Es gab einmal eine Riesenkultur der Malerei,
und die ist weg. Ich bin dagegen ein armes Kerlchen mit meinem
sogenannten Talent. Ein Foto abzumalen, das ist wirklich billig gegen
das, was ein Tizian gemacht hat."

Außerdem im Heft: art kompakt "Kunstsaison" - Große Ausstellungen
und Geheimtipps, Messen und Galerien: Die art-Redaktion hat die
internationalen Höhepunkte des Kunstgeschehens für den kommenden
Herbst und Winter (Oktober bis Januar) recherchiert, ausgewählt und
kommentiert.

Das vollständige Interview mit Gerhard Richter ist in der
aktuellen Ausgabe von art zu finden, die ab morgen zum Preis von 9
Euro im Handel erhältlich ist.

art ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment
der Kunstzeitschriften. Die monatlich erscheinende Zeitschrift
informiert auf journalistisch anspruchsvolle, verständliche und
unterhaltsame Weise über alle wichtigen Ereignisse, Entwicklungen und
neuen Trends der internationalen Kunstszene. Neben Malerei, Plastik
und Architektur wird auch über jüngere Gattungen wie Fotografie,
Videokunst, Design und CrossCulture berichtet.



Pressekontakt:
Maike Pelikan
art Kommunikation
Telefon +49 (0) 40 / 37 03 - 21 57
Telefax +49 (0) 40 / 37 03 - 56 83
E-Mail presse@art-magazin.de
Internet www.art-magazin.de


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