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Weniger ist Meer: Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments für rasches Ende der Überfischung

Geschrieben am 19-12-2012

Berlin (ots) - Pressemitteilung

Deutsche Umwelthilfe und OCEAN2012 begrüßen Ergebnisse der
gestrigen Abstimmung (18.12.2012) zur Reform der Gemeinsamen
Fischereipolitik und fordern eine Festlegung nachhaltiger Fangquoten
bei den heutigen Verhandlungen im EU-Ministerrat - Gefasste
Beschlüsse dürfen bei der weiteren Abstimmung im Plenum des
Europäischen Parlaments nicht verwässert werden - Ziel müssen
nachhaltige und größere Bestände sein, nicht kurzfristige
Profitinteressen

Der Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments hat sich
gestern (18.12.2012) für ein schnellstmögliches Ende der Überfischung
in Europa ausgesprochen. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), die in
Deutschland die europaweite OCEAN2012-Allianz vertritt, begrüßte den
Ausgang der Abstimmung über die Reform der Gemeinsamen
Fischereipolitik (GFP). Gleichzeitig forderte sie
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und die anderen
Regierungsvertreter im EU-Ministerrat auf, bei der heute anstehenden
Entscheidung über die Fangquoten für Atlantik und Nordsee für das
Jahr 2013 wissenschaftlich empfohlene und nachhaltige Fangmengen zu
beschließen.

Mit dem vorliegenden Kompromiss der deutschen Berichterstatterin
Ulrike Rodust (SPD) verpflichtet sich die EU rechtlich dazu,
Fangmöglichkeiten für alle europäischen Fischbestände ab 2015 nur
noch innerhalb nachhaltiger Grenzen festzulegen. Ziel ist es, bis
2020 alle Bestände auf ein nachhaltiges Niveau wachsen zu lassen mit
Größen oberhalb des sogenannten "höchstmöglichen Dauerertrags". Das
Europäische Parlament kann zum ersten Mal nach Inkrafttreten des
Lissabon-Vertrags über eine Neuausrichtung der europäischen Fischerei
mitbestimmen. Die DUH appellierte an das Plenum, das bis spätestens
März 2013 über den Bericht zur GFP-Reform entscheidet, die gestern
gefassten Beschlüsse mitzutragen und nicht durch kurzfristige
Profitinteressen zu verwässern. Das Europäische Parlament tritt im
kommenden Jahr mit dem EU-Ministerrat in Verhandlungen über die
GFP-Reform.

"Der Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments hat eine
zukunftsorientierte Reform der europäischen Fischereipolitik
wesentlich vorangetrieben, indem er die Gesundung der Bestände zu
nachhaltigen Größen als Hauptziel der künftigen GFP mit einem festen
Zieldatum versehen hat", erklärt Nina Wolff, Fischereiexpertin der
Deutschen Umwelthilfe und Koordinatorin der europaweiten
OCEAN2012-Allianz in Deutschland. Auch dass die EU-Mitgliedstaaten
Überkapazitäten in ihren Flotten künftig erfassen und abbauen müssen
und Fördermittel auf Mitgliedstaaten und Fischereibetreiber
beschränkt werden, die ihre Fangkapazitäten an vorhandene
Fangmöglichkeiten anpassen, sei als positiv zu bewerten.

Die Entscheidung über die GFP-Reform erfolgte nur einen Tag vor
der Abstimmung des EU-Ministerrats über die Fangquoten für Atlantik
und Nordsee für das Jahr 2013. Der zur Abstimmung stehende Vorschlag
der EU-Kommission sieht Quotenkürzungen bei 47 Fischbeständen vor, um
mittelfristig das Ziel größerer und nachhaltiger Bestände zu
erreichen.

"Der Fischereiausschuss hat gestern ein wichtiges Signal zur
Beendigung von 30 Jahren Misswirtschaft in der europäischen
Fischereipolitik ausgesendet", erklärt Nina Wolff. "Die
Regierungsvertreter im Ministerrat, darunter
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, sollten nun dem breiten
Wunsch der europäischen Bevölkerung nach einem Ende der Überfischung
nachkommen und die wissenschaftlich empfohlenen nachhaltigen
Fangmengen einhalten."

Mehr zur EU-Entscheidung über die Fangquoten für 2013 im Atlantik
und in der Nordsee im DUH-Hintergrundpapier "Weniger ist Meer!", http
://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Meere
sschutz/Meeresschutz_Hintergrundpapier_4S.pdf



Pressekontakt:
Dr. Nina Wolff, OCEAN2012-Koordinatorin Deutschland bei der DUH
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin
Mobil: 0170 8127346, E-Mail: wolff@duh.de

Daniel Eckold, Pressesprecher, Hackescher Markt 4, 10178 Berlin
Mobil: 0151 55017009, E-Mail: eckold@duh.de


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