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Neues Deutschland: Flugbegleiter an sich und für sich

Geschrieben am 30-08-2012

Berlin (ots) - »Lufthansa«. Das stand in den letzten Jahren und
Jahrzehnten für Qualität im Luftverkehr, ein bisschen Luxus im
Linienflug und freundliches Kabinenpersonal. Der Name stand für viele
auch für gute und zukunftssichere Arbeit bei guter Bezahlung.
Dementsprechend hoch war über Jahre die Bindung der Beschäftigung an
ihr Unternehmen. Sie waren von der Pieke auf dort, waren keine
Beschäftigten oder Angestellten, sondern »Lufthanseaten«. Folglich
gab es selten Arbeitskämpfe - wozu auch? Doch all das scheint
Geschichte. Seit dem heutigen Tag streiken die Flugbegleiterinnen und
Flugbegleiter. Sie tun dies für mehr Geld und höhere
Gewinnbeteiligungen. Nach drei Jahren der Nullrunden sind ihre
Forderungen berechtigt. Worum es aber zumindest im Hinterkopf auch
geht, ist der Kampf um die Arbeitsbedingungen und die Zukunft der
eigenen Beschäftigung. In seinen Sparbemühungen, um sich zwischen
Billigfliegern und Luxusairlines behaupten zu können, hat es das
Unternehmen über Jahre versäumt, die Beschäftigten an Entscheidungen
vernünftig zu beteiligen, sie »mitzunehmen«, wie der
Betriebsratsvorsitzende gegenüber »nd« sagte - wozu auch? Gegenwehr
war ja nicht zu befürchten. Doch das scheint jetzt anders. Aus den
Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern sind ganz »normale«
Beschäftigte geworden, die für ihre Bedingungen kämpfen - mit dem
Unterschied allerdings, dass sie sich selber in Zukunft weiter im
Brustton der Überzeugung »Lufthanseaten« nennen können wollen. Und
die Lufthansa möchte man fast beglückwünschen. Sie hat es über ihre
Sparpakete und dem immer wieder geforderten Lohnverzicht binnen
weniger Jahre geschafft, sich eine arbeitskampffähige Belegschaft
heranzuzüchten. Toll. Wer weiß, ob das die Gewerkschaft alleine
hinbekommen hätte. Nebenbei: Ja, ein Streik in der Ferienzeit tut
weh, es kann sehr ärgern, wenn der verdiente Urlaub nicht wie geplant
beginnen kann. Umso wichtiger ist es, einmal mehr zu betonen, wer
meist die Verantwortung für derlei Unbill trägt und gegen wen sich
die Wut richten sollte. Und das sind nicht die Beschäftigten, die für
ihre legitimen Interessen streiken.



Pressekontakt:
Neues Deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715


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