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Die vier größten Sanierungsirrtümer / Experten: Energieeffiziente Häuser sind wirtschaftlich und komfortabel

Geschrieben am 09-08-2012

Berlin (ots) - Beim Stichwort "energetische Gebäudesanierung"
denken die meisten an gut gedämmte Häuser mit geringen Energiekosten,
an den Abschied von alten, zugigen Fenstern und an Wärme aus
erneuerbaren Energien. So möchte man wohnen. Manch einer fragt sich
aber auch: Kommt mit der Dämmung der Schimmel? Ist die Sanierung
nicht viel zu teuer? Und sieht das Haus nach der Sanierung wirklich
besser aus als vorher? Führende Branchenvertreter und Experten, die
sich in der "Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea)"
zusammengeschlossen haben, kommentieren die größten
Sanierungsirrtümer.

Irrtum 1: Energiesparende Sanierungen rechnen sich nicht

Von Zeit zu Zeit wird die Wirtschaftlichkeit energetischer
Sanierungen in Frage gestellt - meist an Hand einzelner Beispiele,
bei denen eine schlechte Planung oder eine mangelhafte Umsetzung den
Energiesparerfolg verhindern. "Das ist die absolute Ausnahme", sagt
Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und
Sprecher der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz. "Die Regel ist:
Der Energieverbrauch älterer und unsanierter Wohngebäude lässt sich
durch gute Dämmung, neue Fenster und eine effiziente Heizungs- und
Lüftungstechnik um mehr als drei Viertel senken. Steht die
Modernisierung ohnehin an - was in Deutschland bei vielen Gebäuden
der Fall ist - kommt die Sanierung zu einem top-energieeffizienten
Haus auf jeden Fall günstiger, als nichts oder nur das Nötigste zu
machen und weiterhin steigende Heizkosten zu zahlen. " Kohler belegt
dies mit einer Studie der dena, für die Dutzende realer
Sanierungsgebäude untersucht wurden. In der Studie wurde berechnet,
ob sich in sanierungsbedürftigen Ein- und Zweifamilienhäusern die
Investition für hoch-energieeffiziente Technik lohnt. Für eine auch
wirtschaftlich erfolgreiche Sanierung sind laut Kohler drei Punkte
entscheidend: "Erstens: Die Sanierung dann durchführen, wenn ohnehin
Instandhaltungs- oder Reparaturarbeiten anstehen. Das ist der
Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit. Zweitens: Ein qualifizierter,
erfahrener Fachmann muss die Sanierung sorgsam planen und die
Umsetzung begleiten. Und drittens: Nicht nur das Nötigste und
Billigste machen, sondern den Fachmann berechnen lassen, welche
Sanierung sich langfristig lohnt." Wer diese Regeln befolge, könne
auch davon ausgehen, dass die angestrebten Energieeinsparungen
wirklich eintreten.

Irrtum 2: Wärmedämmung führt zu Schimmelbildung

"Mit der Dämmung kommt der Schimmel? Dass ist ein Märchen",
erklärt Klaus Franz, Präsident des Gesamtverbands der
Dämmstoffindustrie. Das Gegenteil sei der Fall: "Schimmel entsteht,
wenn Wände an bestimmten Stellen besonders stark auskühlen. Dort
schlägt sich die in der Raumluft enthaltene Feuchtigkeit nieder -
und schafft gute Bedingungen für Schimmel. Eine fachmännisch
ausgeführte Gebäudedämmung, die das Auskühlen der Wände verhindert,
mindert daher die Gefahr der Schimmelbildung." Das belegen auch
Studien: So stellte das Aachener Institut für Bauschadensforschung in
einer Untersuchung fest, dass energieeffiziente Gebäude weniger zu
Schimmel neigen als unsanierte. Tritt doch Schimmel auf, dann wegen
mangelhafter Ausführung der Bauarbeiten oder weil die Bewohner zu
wenig lüften - ein Problem, das mit der Dämmung nichts zu tun hat.
Zudem sollten in Neubauten und energieeffizient sanierten Häusern
auch Lüftungsanlagen eingebaut werden. Sie sorgen dafür, dass
verbrauchte Luft und Feuchtigkeit nach draußen transportiert werden
und frische Luft einströmt. Verfügen sie über eine so genannte
"Wärmerückgewinnung", sparen sie außerdem Heizenergie.

Irrtum 3: Die energetische Gebäudesanierung geht zu Lasten einer
guten Architektur

Verschwinden schöne Fachwerk- und Stuckfassaden künftig hinter
dicken Dämmplatten? "Auf keinen Fall", sagt Otto Kentzler, Präsident
des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. "Die Verbindung von
Energieeffizienz und individueller Architektur funktioniert. Eine
Vielzahl denkmalgeschützter Gebäude, die ohne eine Veränderung des
Charakters zu Effizienzhäusern saniert worden sind, beweist das." Die
Befürchtungen von Architekten und Denkmalschützern seien vielfach
unbegründet, denn niemand wolle die Vielfalt der Architektur in
Deutschland abschaffen. "Für Baudenkmäler oder schöne alte Häuser
gibt es spezielle Sanierungslösungen, die den architektonischen
Charakter erhalten. Hingegen stellt eine fachgerechte energetische
Sanierung bei Millionen von durchschnittlichen,
modernisierungsbedürftigen Wohnhäusern eine Chance dar, die
Architektur sogar zu verbessern." Viele Beispiele für behutsam
sanierte Altbauten hat die dena im Internet unter
www.zukunft-haus.info/effizienzhaus dokumentiert. Die KfW bietet ein
eigenes Förderprogramm für die Sanierung von Baudenkmälern an.

Irrtum 4: Energetisch sanierte Häuser sind für Mieter kaum
bezahlbar

Die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern müsste sich
eigentlich auch für Mieter bezahlt machen. Das ist das Ergebnis einer
Studie der dena. Demnach kann der Energiebedarf bei Gebäuden, die
ohnehin saniert werden müssen, ohne Mehrbelastungen für Mieter um bis
zu 75 Prozent gesenkt werden. Durch die Umlage eines Teils der
Sanierungskosten steigt zwar die Kaltmiete. Doch die drastisch
sinkenden Energiekosten gleichen dies aus. Selbst eine noch teurere
Sanierung mit einer Energieeinsparung von 80 Prozent müsste nur eine
geringe Mieterhöhung nach sich ziehen. In ihrer Studie hat die dena
reale energetisch sanierte Mehrfamilienhäuser untersucht und die
Mehrkosten berechnet, die durch die Zusatzinvestition in sehr gute
Energieeffizienz entstehen. Und nur diese Mehrkosten sind
interessant, denn: Die Kosten für die laufende Instandhaltung -
beispielsweise den Austausch einer kaputten alten Heizung gegen eine
neue Standardheizung - muss der Eigentümer ohnehin aus der laufenden
Miete finanzieren und darf sie nicht umlegen. "Die Ergebnisse der
dena-Studie zeigen: Wenn nach einer Sanierung drastisch die Miete
steigt, ist dies nicht auf die energetischen Maßnahmen
zurückzuführen. Vielmehr sind es die "Schönheitssanierungen", die
mitunter die Preise nach oben treiben", erläutert dena-Chef Kohler.
Weitere Informationen zur energetischen Sanierung, Kontakt zu
qualifizierten Experten und Beispiele energieeffizient sanierter
Häuser im Internet unter www.zukunft-haus.info oder
www.zukunft-haus.info/effizienzhaus.

Hinweis für Redaktionen: Eine digitale Pressemappe zum Thema
stellt die geea unter www.geea.info zur Verfügung.



Pressekontakt:
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Thomas Drinkuth, Chausseestraße
128 a, 10115 Berlin
Tel: +49 (0)30 72 61 65-685, Fax: +49 (0)30 72 61 65-699, E-Mail:
drinkuth@dena.de, Internet: www.dena.de


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