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IHK: Logistik-Region Niederrhein unter Druck - Häfenkooperation Niederrhein wird dringender / Sorge um Engpässe bei Betuwe-Gleisbau

Geschrieben am 08-05-2012

Duisburg (ots) - Die Niederlande bauen massiv die Maas und die
Häfen entlang des Flusses aus. "Angesichts der Investitionsvorhaben
in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro in unserer Nachbarschaft
wird der Druck auf die Verkehrs- und Logistikregion Niederrhein
wachsen. Unsere Häfen müssen sich wappnen und endlich die Kooperation
vorantreiben", betonte Burkhard Landers, Präsident der
Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve
auf der IHK-Jahres-Pressekonferenz am Dienstag, 8. Mai, in Duisburg.

Treiber für die Entwicklung auf niederländischer Seite ist das
rasante Wachstum von Gütermengen, die vom Seehafen Rotterdam aus
verteilt werden. Die Niederlande planen deshalb verstärkte Transporte
per Binnenschiff über Kanäle in die Maas-Häfen und von dort aus per
Lkw in die großen Abnehmerregionen an Rhein und Ruhr. Die konkreten
Schritte zur Stärkung der Häfen von Cuijk bis Maastricht dürften noch
in diesem Jahr vorgestellt werden. Geplant ist offenbar, drei der
Häfen für den Containerumschlag deutlich auszubauen. Die Niederlande
werden im Zuge der Maas-Investitionen einschließlich EU-Förderung
(rund 80 Millionen Euro) insgesamt etwa 410 Millionen Euro einsetzen.
Durch den Ausbau der Maas und ihrer Häfen wird auch der
Gütertransport vom belgischen Seehafen Antwerpen aus per Binnenschiff
beflügelt.

Landers: "Das bringt Wertschöpfung und Arbeitsplätze - aber nicht
bei uns. Stattdessen haben wir Lkw-Verkehr, der von den Maas-Häfen
ausgeht." Die IHK befürchtet weitere Belastungen des ohnehin
überfrachteten Straßennetzes an Rhein und Ruhr. Vor diesem
Hintergrund sei die Häfenkooperation am Niederrhein dringend geboten,
um den Binnenschifffahrtsstandort zu stärken. "Wir haben in den
letzten Monaten immer wieder, schon gebetsmühlenhaft, appelliert, die
Häfenkooperation am Niederrhein voranzubringen. Und nicht nur das.
Wir brauchen auch zusätzliche Flächen für den Umschlag und für
Unternehmensansiedlungen."

In diesem Zusammenhang forderte der IHK-Präsident auch die zügige
Umsetzung der Arbeiten für das dritte Gleis in Fortsetzung der
niederländischen Betuwe-Linie zwischen Emmerich und dem Ruhrgebiet
für den Gütertransport von und nach Rotterdam. Bis zum Vorliegen des
Baurechts würden im Rahmen der Planfeststellung voraussichtlich noch
rund 18 Monate ins Land ziehen. Selbst wenn alles gut gehe, könne
erst 2013 / 2014 mit dem Projekt begonnen werden.

Dass die Realisierung der Baumaßnahme ganz oben auf der Agenda des
Verkehrsministeriums stehe, sei bei der jüngsten Sitzung des
Betuwe-Beirates deutlich gemacht worden; und auch die Unterzeichnung
der Finanzierungs-Vereinbarung zwischen dem Land NRW, dem Bund und
der Deutschen Bahn zum Ausbau der Strecke solle nunmehr 2013
erfolgen. Die IHK erinnert daran, dass eine Vereinbarung bereits in
2011 hätte unterzeichnet werden sollen, dies dann aber auf 2012
verschoben worden sei.

Auch die Blockverdichtung lässt laut IHK-Spitze auf sich warten;
das Planfeststellungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Durch
die Blockverdichtung würde die Kapazität auf knapp 300 Züge pro Tag
erhöht werden. Diese Kapazität soll laut Deutscher Bahn bis 2017
ausreichen. Die IHK sieht aber ein erhebliches Problem: Die
Betrachtungen sind ohne die Kapazitätsbeschränkungen in der Bauphase
gemacht worden. Allein schon wegen der Installation eines neuen
Stellwerkes sei gerade für fünf Tage die Schienenstrecke zwischen
Emmerich und Dinslaken vollständig gesperrt worden. "Wenn erst die
Bauarbeiten am dritten Gleis beginnen, stehen wir vor einer ungleich
größeren Herausforderung. Denn das alles geht nicht ohne weiteres
neben zwei befahrenen Gleisen, sozusagen ,unter dem rollenden Rad'",
betonte Landers.

Die Unternehmen in der Region müssten sich auf umfassende
Einschränkungen beim unverzichtbaren Transport ihrer Güter
einstellen, und das für mehrere Jahre. Der IHK-Präsident: "Was, wenn
auch die Wasserstraße Rhein nicht voll leistungsfähig ist - etwa bei
Niedrig- oder Hochwasser, wie häufiger in letzter Zeit?" Das Umlenken
der Güter über andere Strecken werde nicht gelingen. Venlo sei schon
jetzt ein Flaschenhals. Alternativen seien nicht in Sicht.

Die Wirtschaft brauche den Ausbau dringend, aber ebenso einen
"Plan B" während der Gleisarbeiten. "Wir schlagen daher vor, eine
,Task Force Güterverkehrs-Management' für die gesamte Bauzeit
einzurichten. Dazu gehören auch Güterverkehrs-Konferenzen für die
betroffenen Unternehmen. Diese haben ihr großes Interesse bereits
signalisiert. Wir setzen dabei auf eine gemeinsame Strategie mit der
Deutschen Bahn. Wir sollten nicht warten, sondern jetzt handeln, denn
die strategischen Vorhaben und Detailgespräche sind sehr komplex", so
Burkhard Landers. Die IHK stehe der Deutschen Bahn für Vorbereitung
und Durchführung geeigneter Maßnahmen gerne zur Verfügung.



Pressekontakt:
Alfred Kilian
Niederrheinische Industrie- und Handelskammer
Duisburg - Wesel - Kleve
Mercatorstr. 22-24 | D-47051 Duisburg
Telefon: 0203 2821-211 | Telefax: 0203 285349-211
kilian@niederrhein.ihk.de | www.ihk-niederrhein.de


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