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Maarten-Jan Bakkum Oktober Kolumne: Ein weiter Weg von Europa nach China (mit Bild)

Geschrieben am 19-10-2011

Frankfurt am Main (ots) -

von Maarten-Jan Bakkum, Senior Emerging Markets-Stratege bei ING
Investment Management, Den Haag

Das weltweit stark rückläufige Wachstum belastet auch die
Aktienmärkte in den Schwellenländern. Im Frühling war es zunächst das
Wachstum in den USA, das ins Stocken geriet. Die Eskalation der
Euro-Krise löste nicht nur in Europa, sondern auch in den USA
Rezessionsängste aus. Und wie bereits im Jahr 2008 zog China nach.
Faktoren wie seine Sensitivität gegenüber einem rückläufigen
Weltwirtschaftswachstum und die Unsicherheit, wie die Binnennachfrage
am wirksamsten anzukurbeln sei, haben den chinesischen Aktienmarkt in
den letzten Monaten gebremst. Die Sorge um das Wachstum in China
erklärt weitgehend, warum die Emerging Markets in diesem Jahr hinter
den entwickelten Märkten zurückgeblieben sind.

Während Europa sich irgendwie durchwurschtelt und anscheinend
außerstande ist, die Währungsunion zu retten, ergreift China
entschlossene Maßnahmen zur Konjunkturförderung. Die Vorzeichen sind
eindeutig: Zum ersten Mal seit Anfang der 1990er Jahre ist den
Lokalregierungen die Emission eigener Anleihen gestattet. Das
aufgebrachte Kapital soll für Investitionen in die Infrastruktur
genutzt werden. Die entsprechende Entscheidung fiel vergangene Woche
und stellt die erste Maßnahme zur Belebung der Inlandsnachfrage dar.
Mittlerweile wurden auch die Erwerbsbeschränkungen am Immobilienmarkt
sukzessive gelockert und ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung von
Kleinbetrieben angekündigt.

Bei Investoren auf den Schwellenländermärkten sorgen die positive
Dynamik in China einerseits und die Misere in Europa andererseits für
Konsternation. Angesichts der Rolle Chinas als wichtigstes
Einfuhrland für Güter von den Emerging Markets hängt viel von den
Wachstumsperspektiven des Reichs der Mitte ab. Wenn daher das
Vertrauen der Anlegerschaft in die Wirksamkeit der chinesischen
Maßnahmen steigt, dann stellt das auch ein starkes positives Signal
für die Emerging Markets als Anlageziel insgesamt dar.

Problematisch ist indes, dass die positiven Impulse aus China
durch eine weitere Eskalation der Krise in der Eurozone
zunichtegemacht werden könnten. Die Risiken für Banken sowie die
europäische Wirtschaft insgesamt bleiben hoch, solange sich die
politischen Führungen nicht auf eine nachhaltige Lösung des
Schuldenproblems einigen können. Das Systemrisiko ist mittlerweile so
gewaltig, dass es sich bei Anlageentscheidungen nicht mehr ignorieren
lässt, selbst wenn diese auf ganz andere Trends abzielen (wie
beispielsweise die positiven Nachrichten, die in jüngster Zeit aus
China vermeldet werden).

Wenn der größte Rohstoffkäufer der Welt in großem Stil seine
Konjunktur ankurbelt, dann muss man auch Märkte wie Russland und
Brasilien im Auge behalten. Diese beiden Märkte reagieren nicht nur
sensibel auf die Entwicklung der Rohstoffpreise, sondern auch auf die
allgemeine Risikobereitschaft von Investoren. Und wer hat schon Lust,
weitere Risiken in sein Portfolio aufzunehmen, wenn die ersten Banken
in Europa bereits wanken und eine überzeugende politische Lösung aus
Berlin und Paris immer noch auf sich warten lässt?



Pressekontakt:
Birgit Stocker
-Head of PR D/A/CH-
ING Investment Management
Westhafenplatz 1
60327 Frankfurt am Main, Germany

T +49 69 50 95 49-15, F +49 69 50 95 49-31
E birgit.stocker@ingim.com
W www.ingim.de

ING Asset Management B.V., Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 76023,
Geschäftsführer: Susanne Hellmann


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