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Die Bankenwelt aus einer anderen Perspektive - Duales Studium bei der Deutschen Bundesbank:
[ Bericht zum Beruf Bankkaufmann!! ]
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MegaMove
Analyst


Dabei seit: Aug 2007
Beiträge: 16
Wohnort: Sulzbach (Murr)/ Stuttgart

BeitragVerfasst am: Di 07 Aug, 2007 14:57    Titel: Bericht zum Beruf Bankkaufmann!! Antworten mit Zitat nach oben ... 

Ich habe hier einen Bericht entdeckt und wollte ihn euch einfach mal zeigen, da es vllt. für manche sehr interessant sein kann.

Warum ich mich überhaupt für diesen Beruf entschieden habe, oder besser gesagt die Ausbildung zu, kann ich heute nicht sagen. Vielleicht lag es daran, dass die Bandbreite der angebotenen Berufe auf dem Land nicht besonders hoch war, und man eben das nimmt, was angeboten wird (Ich lebte früher in einer Kleinstadt).

Auf jeden Fall gehört die Ausbildung des Bankkaufmanns schon zu den besseren und anspruchsvolleren kaufmännischen Berufen. Für Geld habe ich mich schon immer interessiert und so versuchte ich mein Glück bei einer Bank in meiner Stadt. Alles klappte hervorragend und so wurde ich für August 2000 Auszubildender des Bankkaufmannsgewerbes.

Unbedingte Voraussetzung für die Bewerbung ist natürlich ein ordentlicher Schulabschluss, wobei die Leistungen im oberen Bereich liegen sollten. Mittlerweile werden fast überall nur noch dank der riesigen Auswahl Abiturienten nachgefragt, obwohl ab und zu auch mal Realschüler eine Chance erhalten.

Für jemanden der zum ersten Mal nach der Schule einen "Job" hat, wird vieles ungewohnt sein, auch unangenehm sein. Mit der Zeit aber "passt" man sich immer mehr an, sammelt Erfahrungen mit den verschiedensten Menschentypen und lernt damit umzugehen.

Die ersten 2 Tage waren Einleitung und Kennenlernen der verschiedenen Auszubildenden gewesen. Dort hat uns der Vorstandsvorsitzende höchstpersönlich instruiert und etwas allgemeines über das Bankwesen erzählt. Auch bekamen wir dort einen Plan ausgehändigt, der uns je nach vorheriger Schulbildung 2 ½ oder 3 Jahre lang begleiten wird.

Die gesamte Ausbildung war in verschiedene Blöcke unterteilt, so dass man fast jeden Bereich der Bank kennenlernen wird. Das ist nicht bei jeder Bank so, manche Banken halten Ihre Auszubildenden bis zum Ende am Schalter fest.

Die ersten Monate, wie soll es anders sein, wird man am Schalter verbringen. Ein dezenter Anzug ist unbedingter Muss. Die Zeit wird hart sein, da man den ganzen Tag mit den verschiedensten Menschen zu tun haben wird und selber mit dem Kunden noch gar nichts machen darf. Die ersten 2 Monate wird nur zugeguckt beim Bedienen. Dazwischen darf man aber schon Schreibkram erledigen und sonstige anspruchslose Tätigkeiten. Nach der ersten Bewährungsprobe darf man schon selbst, mit Begleitung eines Schalterangestellten, Geld ein- und auszahlen, Überweisungen ausfüllen, und und und. Wobei hier natürlich noch nicht beraten werden darf.

Die Berufsschule setzt auch hier ein. Hier wird man mit Azubis aus anderen Banken zusammengeworfen und in Klassen zusammengesetzt. 2x in der Woche ist Berufsschule, auf dem Stundenplan stehen Banknahe Fächer wie Banklehre (weiß nicht mehr genau wie das Ding hieß), Rechnungswesen, VWL aber auch Sport, Religion und Computerstunden. Mir persönlich war die Berufsschulstunden lieber gewesen, da die Tage hier relativ stressfrei waren. Nach der Berufsschule ist meist Feierabend, das ist aber bei einigen Banken nicht so. Hier hat man den Rest des Tages im Betrieb zu verbringen.

Zum Glück wechselt man auch mal die Filiale und lernt andere Standorte kennen. Hier ist ein Auto sehr hilfreich, besonders auf dem Land ist der Nahverkehr schlecht ausgebaut. Was für mich aber viel interessanter waren, sind die Abteilungen, wo man nicht am Front steht, hier die Wertpapierabteilung, Kreditabteilung und der Backofficebereich.

Besonders die Wertpapierabteilung hat es mir angetan, da ich mich auch vorher schon groß für den Börsenmarkt und seiner Psychologie interessiert habe. Diese Inhalte spielen in diesem Bereich allerdings weniger eine Rolle, vielmehr steht die Beratung im Vordergrund. Also welches Produkt für den Kunden das richtige ist, sei es Festgeldanlagen, Fonds oder auch Aktien, wenn er diesen den haben möchte.

Beraten darf man natürlich noch nicht selber, sondern man wohnt den Beratungsgesprächen, nur wenn der Kunde dagegen keinen Einwand hat. Nachdem das Beratungsgespräch abgeschlossen ist, durfte ich Fragen stellen und er hat mir einige Dinge erklärt.

Immer mehr Banken lagern den Schreibkram aus, und zwar in den Backofficebereich. Dort lernt man bestimmte Formulare richtig auszufüllen und z.b. Zinsen bei einem Todesfall richtig auszurechnen.

Die Kreditabteilung vereint mehrere Bereiche unter einem Dach. Da gibt es z.b. die üblicheren kleinen Ratenkredite, aber auch die großen Firmenkredite. Auch hier gibt es viel Ausfüllerei. Es ist aber nicht so, dass man hier nach Schema A vorgeht und damit ist die Sache gegessen. Bei jedem Schritt muss man genau überlegen, die Produkte auswählen und Berechnungen anstellen.

Zum Schluss jeder Periode, welche ungefähr eine Dauer von 2-3 Monaten in einer Abteilung mit sich bringt, erhielt ich eine Beurteilung. Dort wurden die in dieser Zeit gesammelten Kenntnisse ausgewertet und auch die menschliche Seite bewertet. Deshalb sei hier als Tipp gesagt, dass man möglichst immer freundlich zu den Kollegen sein sollte, damit ein gutes Gesamtergebnis bekommt. Besonders wichtig ist, nie rumzuhängen, sondern ständig mit etwas beschäftigt zu sein und die Aufgabe möglichst ordentlich, fehlerfrei und zeitnah auszuführen. Am wichtigsten ist natürlich immer der Kunde, den man sofort bedienen muss, wenn man am Schalter sitzt.

Aber nicht nur in der Bank gibt es Beurteilungen, sondern auch in der Schule. Es werden mehrere Arbeiten in jedem Fach geschrieben, diese bestimmen zusammen mit der mündlichen Note die Endnote auf dem Halbjahreszeugnis. Ich kann nur empfehlen, von Anfang an gut zu lernen, besonders wie man bucht. Am Anfang mag das ein bisschen ungewohnt sein, aber wenn man die Logik einmal verstanden hat, wird einem das auch in späteren, schwierigeren Aufgaben keine Probleme bereiten. Zudem spielt auch das Zeugnis bei der späteren Personalentscheidung eine Rolle.

Und da wird ordentlich gesiebt. Von vielen Bankazubis die zur Ausbildung eingestellt werden, landet je nach Bank nur ein kleinerer Teil später als Angestellter in deren Reihe. So sollte man bemüht sein, stets ein guten Eindruck zu hinterlassen, wenn man denn auch dort bleiben möchte.

Bei mir sah es anders aus. Ich habe mehr oder weniger durchgehalten, besonders interessiert hat mich das ganze nicht. Obwohl ich in diesem Beruf jetzt nicht arbeite, nehme ich doch viele positive Eigenschaften mit. Meine Einstellung hat sich geändert und ich bin als Mensch insgesamt reifer geworden.

Es bleibt aber dennoch zusagen, dass eben nicht alle direkt bei Ihrer Bank Anschluss finden. Es steht schwer um den Sektor. Obwohl die Banken sehr gut verdienen, werden weitere Filiale, wo es geht, geschlossen um die Profitrate zu erhöhen um sich zu für die Anteilseigner wertvoller zu machen. Da werden bei einigen großen Institute schon mehrere tausende Menschen "freigesetzt". Natürlich sind die meist Angestellte mit niedrigeren Positionen. Wenn man frichgebacken aus der Ausbildung kommt, ist es schwer einen Job als Bankkaufmann zu finden, da der Markt förmlich überschwemmt ist. Daher ist Weiterbildung umungänglich und man sollte sich schon Gedanken machen, ob man die Weiterbildungsmaßnahmen der verschiedenen Bankinstitute wahrnehmen möchte. Diese Tür steht selbstverständlich aber nur den besonders fleißigen Auszubildenden offen.

Für mich war es aber nicht die richtige Ausbildung, für mich wäre es besser, wenn ich was praktisch orientiertes gemacht hätte. Nun ja, ich bin froh dass die Ausbildung vorbei ist.

Am Ende der Ausbildung angekommen, beginnen die beiden ganz großen Abschlusstests. Die schriftliche und die mündliche Prüfung. Die schriftliche Prüfung setzt sich aus mehreren Fächern zusammen, in dem der gelernte Stoff abgefragt wird. Diese Arbeit ist, wenn man entsprechend gut gelernt hat, gut zu bewältigen.

Bei der mündlichen Prüfung wird ein Kundengespräch simuliert. Ihr spielt den Berater und der Prüfer den Kunden. Vor der anstehenden Prüfung werden einem zwei Fälle ausgehändigt, wovon man sich selbst einen Fall aussuchen darf. 10 Minuten stehe einem zur Vorbereitung zur Verfügung. Ist die Zeit um, geht es in das Prüfungszimmer. Man setzt sich an dem dort vorbereiteten Tisch, 3 Prüfer im Nacken und der "Kunde" tritt herein. Nach weiteren 10 Minuten ist der Spuck um.Wichtiges Ziel beim Kundengespräch ist es, herauszufinden was der Kunde will und ihm das richtige Produkt zu verkaufen. Ein Abschluss muss stattfinden, da man ansonsten durchfällt und die Prüfung in einem halben Jahr erneut machen darf.

Vor der mündlichen Prüfung hatte ich selbst am meisten Bammel. Nicht nur, dass meine kommunikativen Eigenschaften Launenabhängig sind, auch hängt von dieser Prüfung so gut wie alles ab. Verbummelt man diese, verschenkt man in der Bank ein weiteres halbes Jahr und steht da wie ein Riesen-Looser. Um diesen Fall vorzubeugen habe ich geübt wie ein Psycho. Sehr hilfreich war mir da ein Buch, welches sämtliche Verkaufsgespräche aufgriff und die Fragen und Antworten vorgab. Zu jedem Fall (Kredit, Wertpapiere, Kontoeröffnung, Erbschaft, und und und) habe ich die Fragen auswendig gelernt, so dass ich am Ende auf gut 15 Fälle vorbereitet war. Nichts wollte ich dem Zufall überlassen. Wichtig für einen selbst ist, dass man kurz vor der Prüfung all die Sorgen bei Seite schiebt. Der Kopf muss frei sein. Wenn man gut sich darauf vorbereitet ist und sich dessen bewußt ist, gibt es keinen Grund nervös zu sein. Übrigens haben in meinem Jahrgang alle die mündliche Prüfung bestanden.

Fazit: Wer diesen Beruf sich wünscht, sollte unbedingt gute kommunikative Eigenschaften mitbringen. Der Bankkaufmann ist kein Beruf, bei dem sich irgendwo in ein kleines Kämmerchen verdrückt. Das wichtigste ist der Kunde und die richtige Beratung. Alles andere wie der Computer, Formulare ausfüllen und sonst all die kleinen Dinge, sind nur Instrumente. Leider sind in diesem Beruf die Zukunftsaussichten aufgrund der Massenarbeitslosigkeit und der immer fortschreitenden Filialschließng nicht die besten. Man hat nur höhere Chancen wenn man sich auch nach der Ausbildung weitere Lehrgänge macht.
 
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Verfasst am: Di 07 Aug, 2007 14:57    Titel: Bericht zum Beruf Bankkaufmann!!  



 
Gast






BeitragVerfasst am: Di 07 Aug, 2007 16:26    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

Zu dem Bericht gehört noch:

Einstellungschancen: mittelmäßig
Aufstiegschancen mittelmäßig
Verdienstmöglichkeiten: mittelmäßig
Sozialleistungen: durchschnittlich

Pro: abwechlungsreich, saubere Arbeit, gutes Auszubildendengehalt
Kontra: schlechte Zukunfsaussichten, teilw . stressig, man muss sich anpassen können

Empfehlenswert? nein
 
MegaMove
Analyst


Dabei seit: Aug 2007
Beiträge: 16
Wohnort: Sulzbach (Murr)/ Stuttgart

BeitragVerfasst am: Di 07 Aug, 2007 17:00    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

ja genau, hab ich vergessen noch zu kopieren Smile.....

nach diesem bericht, stelle ich mir die frage, warum aber trotzdem so viele schulabsolventen, diesen beruf für die zukunft wählen???
ich selber beginne ende august auch eine ausbildung als bankkaufmann, jedoch wollte ich diesen beruf schon als kleines kind ausüben und habe auch vor mich weiterzubilden, falls ich diese möglichkeit habe.
falls ich nich übernommen werde, weiss ich nich genau was ich mach aber jetzt hab ich ja erst mal 2 jahre ausbildung vor mir, in der zeit werde ich noch gründlicher darüber nachdenken.
 
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ferrari590
Moderator


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Beiträge: 812

BeitragVerfasst am: Di 07 Aug, 2007 17:08    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

Erstmal Danke für diesen ausführlichen Bericht.
Hattest du in deiner Bank (welche genau?) einen Verkaufsdruck?
Wie wird so mit den Menschen umgegangen?
Wird man entlassen, wenn man nichts verkaufen kann?
Zahlen die Banken die Weiterbildungen und wärest du übernommen wurden?

MfG

ferrari590
 
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MegaMove
Analyst


Dabei seit: Aug 2007
Beiträge: 16
Wohnort: Sulzbach (Murr)/ Stuttgart

BeitragVerfasst am: Di 07 Aug, 2007 17:18    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

also ich habe den bericht aus dem internet, es ist keine persönliche erfahrung.
aber so viel ich weiss, wäre derjenige nicht übernommen worden, jedoch hat er sich während der ausbildung nicht mit diesem beruf identifizieren können und er war einfach froh darüber, die ausbildung überstanden zu haben. die weiterbildung wird von manchen banken bezahlt, wenn man gute leistungen aufweisen kann.
 
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ferrari590
Moderator


Dabei seit: Jul 2007
Beiträge: 812

BeitragVerfasst am: Mi 08 Aug, 2007 0:18    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

Mh, stimmt, das habe ich überlesen.
Nicht jeder kann sich mit diesem Beruf identifizieren, aber das ist auch gut so.
Mich würde interessieren, welche Banken genau einen Teil der Weiterbidlung tragen.
Ich habe gehört, dass Sparkassen manchmal sogar froh sind, wenn sich ihre Azubis nicht weiterqualifizieren wollen.
 
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botcha
Associate


Dabei seit: Jan 2008
Beiträge: 44
Wohnort: Rodenberg

BeitragVerfasst am: Di 15 Jan, 2008 0:18    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

ich hab von unseren sparkassen hier in der gegend des öfteren gehört das sie ihre mitarbeiter sehr gut weiterschule
hier gibt es viele junge leute die es inzwischen shcon recht ordentliche positionen haben obwohl sie mit eine rnormalen ausbildung angefangen habe
die sparkasse hat in dieser hinsicht hier einen wirklich guten ruf
 
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Renovatio
Moderator


Commerzbank
Ausgelernt

Dabei seit: May 2006
Beiträge: 1206
Wohnort: Frankfurt

BeitragVerfasst am: Di 15 Jan, 2008 1:31    Titel: Antworten mit Zitat nach oben ... 

Man muss halt einige elementare Aspekte berücksichtigen.

Verkaufsdruck hin oder her, den hat man immer, egal wo man ist. Ich habe vor meiner Zeit als Controller in der IT Branche gearbeitet, 1 Jahr für einen kleinen Computerladen, auch da kam es auf jeden Verkauf an - auch wenn der Druck nicht wirklich spürbar war musste man dies realisieren. Danach war ich bei der Telekom - hier ging es schon rupiger zu. Man sollte gezielt verkaufen hieß es. Dann habe ich mich zurückgezogen und war in der Qualitätssicherung eines der weltweit größten Softwarehersteller gewesen - da merkte man nichts und die Arbeit war stets "locker vom Hocker", die Kollegen waren nett und die Arbeit war praktisch reiner Zeitvertrieb.

Dann habe ich meine Ausbildung in einem kleineren Handelsunternehmen angefangen (Einzelhandelskaufmann). Die Ausbildung war zwar etwas falsch gewählt da hier gleichermaßen B2B und B2C Verkäufe stattfanden und da die Supply Chain hier einmal komplett durchlaufen wird hätte ich praktisch jeden Beruf dort erlernen. Aber so sollte es sein... mein Chef sagte damals schon zu mir: Du musst darauf hin arbeiten das du innerhalb kürzester Zeit dein Ausbildungsgehalt selbst verdienst und natürlich nach Ende der Ausbildung auch dein Festgehalt selbst verdienst, spricht sukzessive Steigerung der Vertriebserfolge.

Das war dann für mich erst mal "Whaaat"???? Ich dachte mir auch (pardon) Arschlecken usw. Aber dann hat man mal angefangen, irgendwann hatte man auch Beratungskompetenz, und es hat angefangen Spaß zu machen. Der Druck rückte immer weiter hinter, ich beriet die Kunden so gut ich konnte und nahm mir oft auch Zeit was mein Chef bemängelte da der Kosten-Nutzenfaktor aus dem Fokus ging. Aber meine Taktik eine gute Beratung zu fahren und als Effekt einen Verkauf zu erzielen ging jederzeit gut auf und so "bereicherte" ich innerhalb kürzester Zeit die Umsatzzahlen des Unternehmens. Meine Ausbildung verlief weiss Gott nicht standartisiert und ich hatte schon früh viel Verantwortung was mein Chef als Privilegien bezeichnete. Ich entwickelte mich im Laufe der Zeit mehr und mehr und habe stets Freude am Verkaufen und zwar am gezielten Verkaufen und nicht nur solch ein "naja wenn er schon auf mich zukommt...." Verkaufen.

Der Druck war anfangs hoch und ich dachte auch nicht das ich damit zurecht käme aber entweder man kann es oder nicht. Die Leute die es eben nicht können, schreiben solche (o.g.) Artikel.

Mein Arbeitgeber hat glücklicherweise früh das Potential entdeckt, ich habe viele Seminare und Kurse absolviert und habe ich zum Controller (Stabsstelle der Gesch.leitung) entwickelt und mittlerweile Generalhandlungsvollmacht. Jetzt muss ich halt den Vertriebsmitarbeitern sagen wenn die Planumsätze nicht eingehalten werden und das der Druck erhöht werden muss. Trotzdem scheue ich nicht mich daran zu beteiligen da mir der pro-aktive Vertrieb nach wie vor sehr viel Spaß macht.

je eher man realisiert das der klassische Bankkaufmann kein "Kundenberater" mehr ist sondern ein Verkäufer um so weniger Probleme hat man später. Man hat gewisse Vorgaben zu erfüllen (natürlich nicht in der Ausbildung aber später mal) und wenn einem das Spaß macht aktiv auf Leute zuzugehen und man den Enthusiasmus entwickelt Produkte (welcher Art auch immer) zu verkaufen, dann kann man als Bankkaufmann auch ein entspanntes Leben führen.

Die Illusion das Bankkaufleute "hoch angesehene" Personen größtmöglichen Wissens sind, dass sie Berater und keine Verkäufer sind, das man sich dumm und dämlich für geringe Leistung verdient und das man mal schnell vom Azubi zum Filialleiter klettert... sollte man ablegen. Es ist ein knallhartes Geschäft, jeder kämpft um seine Kunden und man hat Verkaufsdruck - immer und egal bei welcher Bank und welche Institution dahinter steckt.
Im Gegenzug dazu muss man jedoch auch realisieren, dass dieser Verkaufsdruck teilweise bei anderen Unternehmen noch viel härter ist. Also nachdem was ich durch gemacht habe im Vertrieb glaube ich kaum das mich noch vieles erschrecken kann. Jeden Tag musste ich darum kämpfen am Monatsende auf meinen Planumsatz zu kommen damit sich die Kosten für meine Ausbildung tragen.

Die einzige Angst die ich jetzt habe ist, dass ich mich in der Ausbildung zu Tode langweile Laughing

So, wollte mal die Sicht von jemanden schildern der schon etwas erfahrener mit diesen Themen ist.

P.S. den Bericht kannte ich schon. Glaube der kursiert auch auf Ciao.com. Das erinnert mich ein wenig an einen guten Bekannten. Der wusste auch nicht so genau was er nach dem Abi machen sollte. Also was macht man? Man studiert etwas das hoch angesehen ist und später mal viel Geld bringt, also Jura. Nach 3 Semestern merkte er dass das so gar nichts für ihn ist. Also gleich mal für BWL eingeschrieben, jetzt will er in den Banking-Bereich. Klar ist ja hoch angesehen und bringt später mal viel Geld... *pffff* Eine reine Illusion womit man sich selbst ausbremst. Entweder man WILL es oder nicht. Die gleichen Verhaltensmuster liest man bei dem Artikel - war klar dass das nicht gut ausging.
 
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Verfasst am: Di 15 Jan, 2008 1:31    Titel:  



 
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