Die erste Sprache war lautlos Urmenschen verständigten sich mit Gebärden / Auch Kleinkinder benutzen eine Zeichensprache
Geschrieben am 15.10.2007
Hamburg (ots) - Am Anfang der Sprachevolution des Menschen standen Gesten und Gebärden - das gesprochene Wort erlernten die Urmenschen erst viel später, frühestens vor 1,8 Millionen Jahren. Über diese neuen Erkenntnisse der Evolutionsbiologie, Genetik und Linguistik berichtet das am 15. Oktober erscheinende Magazin GEO WISSEN zum Thema "Sprache".
Wild lebende Schimpansen, deren kommunikative Fähigkeiten wahrscheinlich denen des gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Affe entsprechen, setzen Arme und Hände sehr flexibel für die Kommunikation ein. Aus der willkürlichen Gestik der äffischen Verwandschaft haben die Urmenschen vermutlich erste Gebärden entwickelt. Für diese These spricht auch, dass Kleinkinder in den ersten Monaten nicht nur brabbeln, sondern auch rudimentär gebärden. Dabei sind jeweils dieselben Sprachareale der linken Gehirnhälfte aktiv.
Die einfache Lautsprache entwickelte sich dann zwischen 1,8 Millionen und 500.000 Jahren vor unserer Zeit, als noch der Homo erectus lebte, der letzte gemeinsame Vorfahre von Homo sapiens und Neandertaler. Voraus gingen ihr womöglich primitive Urgesänge, die dazu dienten, Partner zu werben oder die sozialen Bindungen zu stärken. Voraussetzung dafür waren der aufrechte Gang, bei dem mehrere Lautäußerungen in einem Atemzug aneinandergereiht werden konnten, und ein abgesenkter Kehlkopf, durch den die Zunge Raum für das Sprechen und Singen bekam.
Seine volle Sprachfähigkeit erreichte der Mensch allerdings erst vor vermutlich 100.000 Jahren, als er sich in mehreren Wanderungswellen von Afrika aus über die Welt verbreitete.
GEO WISSEN "Das Geheimnis der Sprache" umfasst 172 Seiten, kostet 8,50 Euro und ist ab sofort im Handel erhältlich.
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GEO WISSEN ist ein monothematisches Magazin mit halbjährlicher Erscheinungsweise. Es widmet sich relevanten Wissensbereichen in Reportagen, Interviews, Reports, Analysen und mit eindrucksvoller Fotografie.