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Beck bleibt im Streit mit Müntefering hart

Geschrieben am 09.10.2007 - [Nächster Artikel]

Hamburg (ots) - BITTE BEACHTEN SIE DIE SPERRFRIST BIS MITTWOCH,
10. OKTOBER 2007, 01.00 UHR

Im SPD-internen Streit um die Agenda 2010 bleibt der
Parteivorsitzende Kurt Beck auf Konfrontationskurs zu Vizekanzler
Franz Müntefering. In einem Interview mit der ZEIT sagt Beck: "Man
kann in der Sache streiten und unterschiedlicher Meinung sein, aber
am Ende steht eine Entscheidung des Parteitages, die dann auch gilt.
Das galt damals, als wir die Agenda 2010 beschlossen haben, und das
ist auch heute so."

Beck verteidigt seinen Vorschlag, das Arbeitslosengeld I für
Ältere zu verlängern. Es gehe ihm darum, "den Menschen eine
Unsicherheit zu nehmen, die nicht sein muss". "Menschen, die bis zu
ihrem 45. oder 50. Lebensjahr regelmäßig gearbeitet haben, muss ich
nicht dauernd ermahnen: Arbeitet!", so Beck weiter. "Ein Bogen, der
aufs Äußerste gespannt ist, kann ein bisschen nachgeben, ohne die
Spannung zu verlieren. Genau darum geht es."

Eine Einigung mit der CDU/CSU auf Basis des bisherigen
CDU-Position schließt Beck aus: "Unsere Position wird mit dem
Parteitagsbeschluss Ende Oktober stehen. Wenn die CDU dann sagt, wir
sind bereit zu einer Einigung, werden wir darüber reden. Aber auf das
Rüttgers-Modell bei dem den Jüngeren im Familienalter Geld
weggenommen wird, werden wir uns nicht einlassen."

Zur Frage, um welche Zielgruppe die SPD sich bemühe erklärt Beck:
"Die neue Mitte ist eher ökonomisch, arbeitsmarktpolitisch verstanden
worden, als Öffnung in die Wirtschaft hinein. Jetzt gehen wir weiter:
Wir müssen auch die ökologische und die internationale Verantwortung
ansprechen. Der Bogen ist nicht viel anders, aber umfasst weitere
Felder." Der Begriff der "solidarischen Mehrheit", der sich im
Entwurf für das Grundsatzprogramm findet, ziele "auf alle, die für
andere etwas übrig haben, die Gesamtverantwortung empfinden und nicht
nur das Eigeninteresse im Blick haben. Das kann es in der Außen- und
Sicherheitspolitik genauso geben wie im Bereich der
Arbeitsmarktpolitik oder der Ökologie".

An die Adresse der Linkspartei sagt Beck, diese werde "die
historische Verantwortung auf sich nehmen müssen, dass sie in einer
Zeit, in der man in der Tat eine andere Mehrheit der linken Mitte
bilden könnte, einen Beitrag zur Spaltung dieser Gruppe geleistet hat
und damit die Mehrheitsbildung erschwert".

Hamburg, 10. Oktober 2007

Originaltext: DIE ZEIT
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/9377
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_9377.rss2

Pressekontakt:
Silvie Rundel
Leiterin Presse & Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)40 3280-344
E-Mail: rundel@zeit.de
 
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