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Berenberg Bank/HWWI: Klimawandel-Diskussion birgt Chancen für Standort Deutschland

Geschrieben am 08.10.2007 - [Nächster Artikel]

Hamburg (ots) - Aus Kapitalmarktsicht haben die Folgen der
Erderwärmung alle Voraussetzungen, zu einem der Mega-Trends der
kommenden Jahrzehnte zu avancieren. Für die "Gewinner" dieser
Entwicklung, die Anbieter sogenannter "grüner Technologien", kann der
Markt bis 2030 um durchschnittlich 8% p.a. wachsen - fast doppelt so
schnell wie die Weltwirtschaft, wie eine gemeinsame Untersuchung der
Berenberg Bank und des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI)
ergab.

"Für Schlüsselindustrien wie Energieerzeugung, Automobilbau,
Transportwesen, Versicherungen, aber auch die Landwirtschaft wird der
Klimawandel genauso wichtig wie heute Wechselkurs- und Zinsrisiken",
so Wolfgang Pflüger, Chefvolkswirt der Berenberg Bank: Je höher die
CO2-Emissionstätigkeit, desto wahrscheinlicher ein Anstieg der
Produktions- und Absatzkosten.

"Wer Klimaveränderungen verhindert oder die Folgen des
Klimawandels vermindert, wird gute Geschäfte machen", prognostiziert
HWWI-Direktor Prof. Dr. Thomas Straubhaar. "Sollen makroökonomisch
negative Folgen des Klimawandels verhindert werden, müssen Milliarden
von Euro in neue Technologien, Prävention, Anpassung und Schutz
investiert werden. Das ist eine elektrisierende Einladung an kreative
Tüftler, neugierige Erfinder, kluge Investoren und mutige
Unternehmer. Für sie öffnet sich mit dem Klimawandel ein weites Feld,
auf dem sie sich zunächst zu ihren Gunsten aber letztlich zum Wohle
aller austoben können."

"Mit seinem hohen Innovationspotential hat sich Deutschland zum
Marktführer in zahlreichen Zukunftsbranchen der erneuerbaren
Energien, bei "grünen" Produkten, in der Abfallwirtschaft, der Nano-
und Biotechnologie oder der Effizienzsteigerung aufgeschwungen. Hier
entstehen neue Arbeitsplätze und Chancen für Anleger", so Berenberg
Chefvolkwirt Pflüger.

Aus der Sicht von Anlegern versprechen auch Investitionen in so
genannte "produktionsorientierte Forstflächen" in den kommenden
Jahrzehnten einen sprunghaften Renditeanstieg. Die strategischen
Vorteile der Holzwirtschaft ergeben sich zum einen aus dem an das
Weltbevölkerungswachstum gekoppelten erheblichen Nachfrageschub für
Holzprodukte. Zum anderen dürften wegen der CO2-senkenden Eigenschaft
von Wäldern Emissionszertifikate in erheblichem Umfang an
Forstbesitzer zugeteilt werden. Kräftige Preissteigerungen bei
pflanzlichen Rohstoffen wie Raps, Mais und Weizen, bspw. zur
Gewinnung von Bio-Diesel und Bio-Ethanol, lassen auch Investitionen
in Ackerland und Landwirtschaft in den Fokus der Anleger rücken.

Die Anbieter erneuerbarer Energien aus Windkraft-, Solar-,
Geothermie-, Aufwind- und Biomasse-Anlagen verzeichnen bereits
spürbare Kurserfolge, dennoch waren ihre führenden Branchenvertreter
im Sommer 2007 immer noch weniger wert (370 Mrd. US-$) als der
weltweit größte Öl- und Gaskonzern, Exxon Mobile, für sich allein
(487 Mrd. US-$).

"Für die Betreiber konventioneller Kraftwerke als Hauptverursacher
der Treibhausgase erwarten wir steigende Probleme", so Pflüger. Auf
ihnen laste der Druck, Emissionsvolumina zu reduzieren, Wirkungsgrade
zu erhöhen und gleichzeitig den Einstieg in CO2-freie Kohlekraftwerke
zu schaffen. Das wird die Kosten der Energieerzeugung stark erhöhen.
Die oligopolistische Anbieterstruktur wird jedoch vielfach ein
Abwälzen über angehobene Strompreise auf den Endverbraucher
ermöglichen. "Die eigentlichen Verlierer dürften also die Stromkunden
sein", so der Berenberg Chefvolkswirt.

Negative Auswirkungen sieht Pflüger darüber hinaus für den
Transportsektor (Automobile, Luftverkehr, Tourismus, Schifffahrt).
Produkte und Dienstleistungen werden sich verteuern, da sie mit dem
zwangsweisen Erwerb von Emissionszertifikaten oder durch
Steuererhöhungen belastet würden.

Die Studie "Strategie 2030 - Klimawandel" ist der 5. Band einer
Studienreihe mit dem Titel "Strategie 2030 - Vermögen und Leben in
der nächsten Generation". Berenberg Bank und HWWI widmen sich darin
langfristig orientierten volkswirtschaftlichen Fragestellungen.

Originaltext: Berenberg Bank
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/56380
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_56380.rss2

Pressekontakt:
Karsten Wehmeier, Pressesprecher der Berenberg Bank, Tel. (040) 350
60-481, karsten.wehmeier@berenberg.de
 
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