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Unveröffentlichte Ministeriums-Studie: Gigaliner schwächen Güterbahnen - 125.000 zusätzliche Riesen-Lkw in Deutschland

Geschrieben am 13.09.2007 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) - Berlin. Die von einigen Bundesländern geforderte
bundesweite Einführung von 25 Meter langen und bis zu 60 Tonnen
schweren Riesen-Lkw, so genannten Gigalinern, würde massiv Transporte
von der umweltfreundlichen Schiene auf die Straße verlagern. Dies
geht aus der Zusammenfassung einer bislang unveröffentlichten Studie
hervor, die das Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben hat und
der Allianz pro Schiene vorliegt. "Laut Studie wären bei einer
flächendeckenden Gigaliner-Zulassung jährlich 125.000 Monstertrucks
in Deutschland unterwegs, die Güter transportierten, die vorher auf
der Schiene waren", sagte Allianz pro Schiene-Vorsitzender Norbert
Hansen am Donnerstag in Berlin.
Hansen: "Das Argument, Gigaliner würden zur Entlastung der Straßen
beitragen, weil man aus drei 40-Tonnen schweren Lkw zwei 60-Tonner
machen kann, ist damit widerlegt." Hinzu käme darüber hinaus die
Verlagerung vom ebenfalls als umweltverträglich geltenden
Verkehrsträger Binnenschiff auf Riesen-Lkw. "Dieser Rutschbahneffekt
ist in der Studie noch gar nicht berücksichtigt und wird zu
zusätzlichem Riesen-Lkw-Verkehr führen", so der Vorsitzende des
Schienenbündnisses.
Aufmerksam macht der Allianz pro Schiene-Vorsitzende auch auf die
drohenden mittelfristigen Verschiebungen zwischen den
Verkehrsträgern. "Wenn der Lkw-Verkehr durch die bundesweite
Einführung von Gigalinern schlagartig um 20 Prozent billiger wird,
werden noch mehr Unternehmen zur Lagerhaltung auf der Straße
übergehen. Es werden neue, unnötige Lkw-Fahrten in einer Art
Staubsaugereffekt auf die Straßen geholt, die sich vorher nicht
gerechnet haben." Hansens Fazit: "Deutschland wird mit Gigalinern im
Stau und in Abgasen ersticken. Diese Fahrzeuge als Ökoliner zu
bezeichnen, wie es kürzlich Niedersachsens Verkehrsminister Walter
Hirche getan hat, grenzt an Volksverdummung".
Die Verkehrsminister der Länder und der Bundesverkehrsminister wollen
am 9. und 10. Oktober dieses Jahres während der
Verkehrsministerkonferenz in Merseburg darüber entscheiden, ob
Gigaliner bundesweit zugelassen werden, wie es der Verband der
Automobilindustrie (VDA), der Bundesverband der Deutschen Industrie
(BDI) und der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels
(BGA) seit Monaten fordern. Die im Auftrag des
Bundesverkehrsministeriums erstellte Studie "Verkehrswirtschaftliche
Auswirkungen von innovativen Fahrzeugkonzepten auf den
konventionellen Schienengüterverkehr" wird eine wichtige
Entscheidungsgrundlage sein. In der Zusammenfassung heißt es
wörtlich, dass mit der bundesweiten Zulassung der Gigaliner "ein sehr
großer Marktbereich der Bahn 'angegriffen' wird". Im Bereich der
Transporte für die Automobilindustrie werde es zu "erheblichen
Rückverlagerungen (50-60%)" von der Schiene auf die Straße kommen.

Originaltext: Allianz pro Schiene
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/25257
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_25257.rss2

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
Allianz pro Schiene
Maren Herbst
Telefon: +49(0)30-2462599-20
Maren.Herbst@allianz-pro-schiene.de
 
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