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Industrielle Biotechnologie - ein junger Biotechzweig mit Zukunft Trinationale Clustertagung "Weiße Biotechnologie - 1st International Convention on Industrial Biotechnology" auf der BIOTECHNICA 2007

Geschrieben am 06.09.2007 - [Nächster Artikel]

Hannover (ots) - Der Einsatz biotechnologischer Verfahren in der
industriellen Produktion hat Zukunft, denn immer mehr Lebensmittel
und Chemikalien werden mit Hilfe biotechnologischer Verfahren
produziert oder verfeinert. Die Zellen oder Eiweißstoffe - entweder
aus der Natur oder aus gentechnisch veränderten Organismen - sparen
Energie und Rohstoffe in industriellen Prozessen.

Die Geschichte der weißen Biotechnologie begann in Bäckereien,
Gerbereien und Brauereien und ist inzwischen in großindustriellen
Prozessen angekommen: Vitamin B2 musste früher in sechs chemischen
Stufen synthetisiert werden - heute reicht ein biologischer Schritt.
Eine moderne Jeans ist inzwischen enzymatisch, also mit biologisch
aktiven Eiweißstoffen gebleicht. Diese neuen biotechnologischen Wege
sparen nicht nur Rohstoffe und Energie, sie sind zudem auch
umweltschonender.

Um diese Technologie weiter voranzutreiben, hat das
Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Wettbewerb
"BioIndustrie 2021" die Bildung interdisziplinärer Projekte angeregt,
die im Wettbewerb den Standort Deutschland in der industriellen
Biotechnologie stärken sollen.

Fünf deutsche Gewinner-Cluster auf der BIOTECHNICA

Neben den fünf Gewinner-Clustern des jüngsten BMBF-Wettbewerbs
"Bioindustrie 2021" werden sich der Industrieverbund Mikrobielle
Genomik und entsprechende Initiativen aus Österreich und der Schweiz
auf der diesjährigen BIOTECHNICA präsentieren. Im Rahmen der Tagung
"Weiße Biotechnologie - 1st International Convention on Industrial
Biotechnology" am 10. Oktober 2007 geben sie einen Überblick über die
wichtigsten Trends und Entwicklungen in diesem stark wachsenden
Sektor.

"CLIB 2021: Cluster Industrielle Biotechnologie" hat sich zum Ziel
gesetzt, klassische Bulk-Produkte der Chemischen Industrie wie etwa
Mono- und Polymere auf eine neue Rohstoffbasis zu stellen:
nachwachsende Rohstoffe statt Petrochemie. Der Cluster
"Biopolymere/Biowerkstoffe" sucht nach neuen Werkstoffen für den
Automobilbau, die Verpackungsindustrie und das Baugewerbe. Neben der
Entwicklung völlig neuer biobasierter Basischemikalien sollen
technologische Engpässe in bestehenden Industrieverfahren beseitigt
werden.

Nicht die Rohstoffbasis, sondern den Produktionsweg hat der
Cluster "Biokatalyse 2021" im Fokus. Er sucht und entwickelt neue
Biokatalysatoren für den industriellen Einsatz. Zwar werden Enzyme im
Pharmabereich und der Lebensmittelproduktion bereits seit langem
eingesetzt; unter drastischen Reaktionsbedingungen, wie sie in der
Chemie häufig herrschen, können sie jedoch nicht genutzt werden. Die
Eiweißstoffe sollen nun durch genetische Manipulationen an den
Organismen, die sie bilden, modifiziert werden, sodass sie den harten
Produktionsbedingungen standhalten. Und es werden durch
Screening-Verfahren ganz neue Enzyme gesucht, die auch noch unter
besonders hohen Temperaturen, pH-Werten, Salzkonzentrationen oder
sogar Lösungsmitteln als Biokatalysatoren wirken.

Für Bioprodukte benötigt die Industrie auch biologische
Grundstoffe - an deren Bereitstellung arbeitet der Cluster
"Industrielle Prozesse mit biogenen Building Blocks und Performance
Proteinen" mittels eines neuen Bioraffinerie-Konzeptes. In diesen
Bioraffinerien soll Biomasse mit Holz und Fasern in
industrietaugliche Rohstoffe umgewandelt werden - ein Verfahren, das
bislang an der schwierigen Aufarbeitung der Produkte krankt. Mit
einem völlig neuen enzymatischen Mehrschrittverfahren sollen so
Basischemikalien gewonnen werden, die derzeit noch auf
petrochemischem Weg erzeugt werden.

Durch die Cluster-Initiative "Integrierte BioIndustrie" entsteht
ein Exzellenzzentrum, das einige besonders wirtschaftlich relevante
Projekte optimiert. Das Spektrum dieses kombinierten Forschungs- und
Industrie-Clusters reicht von der Erzeugung von Biokraftstoffen über
neue Geruchsstoffe für Kosmetika und Waschmittel bis zur
enzymatischen Herstellung von Basischemikalien wie Aldehyden, die für
Pharmaka, Farb- und Kunststoffe benötigt werden.

Mit diesen Projekten im Rahmen der BIOTECHNICA-Konferenzen
spiegelt die BIOTECHNICA den Status quo einer neuen Branche wider -
und weist den Trend in die Zukunft der industriellen Biotechnologie.

Die Trinationale Clustertagung wird von der Deutschen Messe
Hannover in Kooperation mit der BIOCOM AG, Berlin, veranstaltet. Sie
findet am 10. Oktober 2007 von 10 bis 14 Uhr im Convention Center
(CC), Messegelände Hannover, Saal 3 A, statt. Ergänzt wird dieses
Gipfeltreffen der Weißen Biotechnologie durch eine hochkarätig
besetzte Podiumsdiskussion zum Thema "Mitteleuropa als führender
Standort der industriellen Biotechnologie - jetzt und in Zukunft!?"
und der ausführlichen Gelegenheit zum Business-Networking. Die
Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei. Weitere Informationen zum
Konferenzprogramm finden Sie unter www.biotechnica.de/tc_d .

Originaltext: Deutsche Messe AG Hannover
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/13314
Pressemappe via RSS : feed://www.presseportal.de/rss/pm_13314.rss2

Pressekontakt:
Katharina Siebert
Tel. +49 (0)511 89-31028
E-Mail: katharina.siebert@messe.de
 
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