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Roland Berger-Studie: CO2 ist zentrale Herausforderung für Autobauer

Geschrieben am 16.08.2007 - [Nächster Artikel]

München (ots) -

- Angestrebte CO2-Emissionsreduktion auf 130g/km nur durch den
Einsatz verschiedenster Technologien zu erreichen
- Zusatzkosten von 500 bis 1000 Euro pro Fahrzeug

Angesichts der weltweit zunehmenden Umweltverschmutzung und des
absehbaren Klimawandels stehen westliche Automobilhersteller unter
massivem Druck. Die Öffentlichkeit fordert umweltfreundlichere Autos,
die EU schreibt ab 2012 CO2-Emissions-Höchstwerte von 130g/km vor.
Roland Berger Strategy Consultants beschreibt in der aktuellen Studie
"Solving the powertrain challenge" ("Das Antriebsproblem lösen") die
Herausforderungen, die auf die Automobilindustrie in Bezug auf
Emissionsstandards zukommen und welche Hürden es zu überwinden gilt.

"Es gibt zwei Alternativen, um den CO2-Ausstoß zu senken: Entweder
nutzt man Treibstoffe, die weniger CO2 abgeben, oder man erhöht die
Energieeffizienz des Fahrzeugs und minimiert damit den
Kraftstoffverbrauch", erklärt Wolfgang Bernhart, Partner im
Kompetenzzentrum Automotive bei Roland Berger. Kraftstoffe, die zu
geringeren CO2-Emissionen führen, sind vor allem komprimiertes Erdgas
und flüssiges Petroleumgas, die beide etwa 10 bis 20 Prozent weniger
CO2 abgeben, und sogenannte Biokraftstoffe, die etwa 40 bis 80
Prozent weniger CO2 abgeben. Im nächsten Jahrzehnt werden darüber
hinaus rein elektrische Fahrzeuge an Bedeutung gewinnen. In den
kommenden 5 Jahren liegt der Schlüssel zur Reduzierung der
CO2-Emission aber in der Steigerung der Energieeffizienz der
Fahrzeuge. Dies kann durch Optimierung der Energieleistung des Motors
(beziehungsweise des Verbrennungsprozesses) und durch Optimierung des
Energiemanagements des Fahrzeugs geschehen. So lassen sich mit der
Voll-Hybridtechnik bis zu 20 Prozent des CO2-Ausstoßes heutiger
Verbrennungsmotoren durch die Rückgewinnung der Bremsenergie und die
Betriebspunktoptimierung des Motors einsparen.

Hybridtechnik kein Allheilmittel

Doch mit Voll-Hybridtechnik, Gas- und Biokraftstoffen alleine
lässt sich eine CO2-Reduktion von aktuell 161g/km auf das anvisierte
Ziel von 130g/km nicht erreichen. "Unsere Studie dürfte den Glauben,
dass Hybridfahrzeuge alle Emissionsprobleme lösen werden, nachhaltig
erschüttern. Die angestrebten Ziele werden nur durch den Einsatz
verschiedenster Technologien zu erreichen sein", so Bernhart. Die
Automobilindustrie verfolgt daher eine Reihe verschiedener Ansätze,
um den Verbrennungsmotor weiter zu optimieren. Neben der Reduzierung
des Fahrzeuggewichts steht vor allem die Verringerung des
Motorvolumens im Vordergrund. Kostengünstigere und kleinere Motoren
werden in Zukunft eine größere Rolle spielen als heute. Auch
Start-Stopp-Systeme mit verbesserter Funktionalität und
"Power-on-Demand" für Zusatzaggregate werden bald zur
Standardausstattung zählen.

"Das Emissionsziel 130g/km für die europäische Flotte ist
erreichbar - aber zu einem sehr hohen Preis", sagt der
Branchen-Experte. Die Kosten liegen bei mehreren hundert bis mehreren
tausend Euro pro Auto, im Durchschnitt zwischen 500 bis 1000 Euro.
"Das Problem ist, dass Kunden nicht bereit sind, für nachhaltige
Produkte auch mehr zu bezahlen. Was zu einem guten Teil auch daran
liegt, dass in der Marketingkommunikation und Markenpositionierung
der Trend zu nachhaltigerem Verhalten bislang kaum angesprochen
wurde. Zu Jahresbeginn hat nur Toyota mit Umweltschutzargumenten für
sein Hybridauto geworben, erst deutlich später dann die deutschen
Hersteller", meint Bernhart.

Automobilhersteller brauchen Strukturwandel

Den meisten Autobauern fehlt es auch an firmeninterner Kompetenz,
um den neuen Herausforderungen begegnen zu können. Das
Motorenportfolio vieler - vor allem deutscher - Hersteller ist
darüber hinaus zu komplex und bindet sehr viele Ressourcen. Auch
haben die wenigsten OEMs ihre Organisation angepasst und benzin- und
dieselmotorenübergreifende Abteilungen und Technologiezentren
eingerichtet. Es fehlt eine ganzheitliche Betrachtung des Fahrzeugs,
die zur Optimierung des Energiemanagements erforderlich ist. "Die
Herausforderungen, mit denen die Autobauer heute konfrontiert sind,
haben wenig mit der Entwicklung neuartiger Technologien zu tun. Es
geht vielmehr darum, traditionelle Unternehmensstrukturen und
Denkweisen aufzubrechen - beispielsweise müsste kein Hersteller mehr
selbst einen 4-Zylinder-Motor entwickeln und produzieren, so wie die
meisten auch heute schon keine Getriebe mehr bauen", erklärt der
Strategieberater.

Höherer Kostendruck und neue Wachstumschancen für Zulieferer

Automobilzulieferer können vor allem mit einer verstärkten
Nachfrage nach innovativen Antriebstechnologien und neuen Komponenten
wie Turboladern rechnen. Die Herstellung umweltfreundlicherer Autos
ist aber auch mit höheren Kosten - vor allem im Bereich Forschung und
Entwicklung - verbunden, die nur teilweise an Kunden weitergeben
werden können. "Nicht alle Zulieferer werden diese Belastung
verkraften, der Markt wird sich weiter konsolidieren. Die Unternehmen
müssen ihre Strategien überdenken und ihre Innovationsfähigkeit
hinterfragen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein", meint
Bernhart. Anstelle des traditionellen Machtkampfs zwischen
Herstellern und Zulieferern sollte die gemeinsame Entwicklung
kostengünstigerer technischer Lösungen zur Reduzierung der
Schadstoffemissionen treten.

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der
weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 33 Büros in 23 Ländern
ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. 1.700
Mitarbeiter haben im Jahr 2006 einen Honorarumsatz von rund 555 Mio.
Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige
Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von mehr als 140 Partnern.

Originaltext: Roland Berger Strategy Consultants
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32053
Pressemappe via RSS : feed://www.presseportal.de/rss/pm_32053.rss2

Falls Sie Rückfragen haben, wenden Sie sich bitte an:

Stefan Schüßler
Roland Berger Strategy Consultants
Tel. +49 89 9230-8190, Fax +49 89 9230-8599
E-Mail: stefan_schuessler@de.rolandberger.com
www.rolandberger.com
 
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