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100 Tage bis MiFID: Finanzdienstleister wünschen sich vor dem Stichtag mehr Unterstützung durch Finanzaufsichten

Geschrieben am 15.08.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) - Ein Großteil der betroffenen Ein
Großteil der betroffenen Finanzdienstleister fühlt sich bei der
Umsetzung der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID (Markets in
Financial Instruments Directive) bis zum Stichtag, dem 1. November
2007, nicht ausreichend von den nationalen Aufsichtsbehörden
unterstützt. Das ergab eine Untersuchung des auf Lösungen für die
Finanzwirtschaft spezialisierten Softwareanbieters SunGard und des
Marktforschungsunternehmens TradeTech.

Die am 24. Juli 2007 - 100 Tage vor der verbindlichen Umsetzung
der Richtlinie - veröffentlichten Ergebnisse sind Teil einer in vier
Phasen zwischen August 2006 und Juli 2007 durchgeführten Befragung
zum Stand der MiFID-Vorbereitung in der Finanzbranche. Die
Untersuchung dokumentiert die Einschätzungen und teils schwankenden
Positionen von über 300 befragten Finanzinstituten weltweit - sowohl
auf der Buy-Side als auch auf der Sell-Side. Es handelt sich damit um
eine der umfangreichsten bis dato durchgeführten Untersuchungen zur
MiFID-Akzeptanz.

Während rund die Hälfte der Befragten beklagte, die zuständige
Finanzaufsicht betreue sie "schlecht" (32 Prozent) oder "sehr
schlecht" (19 Prozent) bei der Umsetzung der Richtlinie, zeigt die
Studie insgesamt, dass die Branche inzwischen deutlich besser für die
MiFID gerüstet ist. 53 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, sie
seien mit ihren Vorbereitungen "weit" oder "sehr weit"
fortgeschritten. Im September 2006 machte diese Gruppe noch 34
Prozent aus. Bei der Einschätzung des Nutzens der Richtlinie herrscht
dagegen weiterhin Uneinigkeit. Die Mehrheit (54 Prozent) sieht in der
MiFID lediglich "ein weiteres Regelwerk". Nur 42 Prozent glauben,
dass sich die Direktive in den kommenden fünf bis zehn Jahren positiv
auf die europäische Wirtschaft auswirken wird. Über ein Drittel ist
in dieser Frage noch unentschieden.

Bob Fuller, Chief Executive Officer der Handelsplattform Equiduct,
kommentiert die Umfrageergebnisse so: "Es ist erfreulich, dass mehr
Finanzdienstleister nun der Ansicht sind, ihre MiFID-Vorbereitungen
seien fast abgeschlossen. Andererseits ist der Anteil der
Unternehmen, die in der MiFID lediglich eine von vielen
Compliance-Vorschriften sehen, noch immer zu hoch. Tatsächlich ist
die Richtlinie in hohem Maß geschäftsrelevant. Denjenigen
Unternehmen, die das erkennen, eröffnet sich dadurch eine echte
Chance. Es ist wahrscheinlich, dass die MiFID in den nächsten Jahren
für erhebliche, vielleicht sogar unbeabsichtigte, Veränderungen auf
dem Finanzmarkt sorgen wird. Unternehmen, denen dieser Mechanismus
bewusst ist und die in den nächsten 100 Tagen und darüber hinaus gute
Fortschritte bei der Umsetzung machen, werden sich im Wettbewerb auf
einem europäischen Markt ohne Binnengrenzen erfolgreich bewähren."

Juan Carlos Nieto, Head of Business Development bei der
niederländischen Investmentbank Rabo Securities, stimmt zu: "Die
MiFID beinhaltet sowohl Chancen als auch Risiken. Das sollten die
Unternehmen nicht unterschätzen. In fünf Jahren werden wir
wahrscheinlich feststellen, dass die MiFID sehr viel weitreichendere
und umfangreichere Auswirkungen hatte, als ursprünglich mit der
Einführung der neuen Regeln beabsichtigt war."

Die Verpflichtung zur kundengünstigsten Ausführung von Aufträgen
("Best Execution") unter Berücksichtigung des Kurses, der Kosten, der
Schnelligkeit und der Ausführungswahrscheinlichkeit stellt viele
Unternehmen immer noch vor ungelöste Aufgaben. Im September 2006
glaubte fast ein Drittel der Befragten, das Problem bis Ende 2006 in
den Griff zu bekommen. Doch mit jeder Befragungsrunde rückte der
anvisierte Zeitpunkt weiter in die Zukunft. Zuletzt gaben 50 Prozent
der Befragten an, dass sie den Zeitrahmen bis zum 1. November 2007
voll ausschöpfen werden. Während zunächst statistische Pre-Trade- und
Post-Trade-Analysen als das bevorzugte Mittel zur Gewährleistung der
"Best Execution" genannt wurden, setzen die meisten Firmen inzwischen
auf eine manuelle Prüfung. Im Juli 2007 vertrauten darauf 58 Prozent
der Befragten, zu Beginn der Untersuchungsreihe waren es noch 29
Prozent.

Sowohl auf der Buy-Side als auch auf der Sell-Side gewinnt
zunehmend die sogenannte systematische Internalisierung an Bedeutung
- die Ausführung von Kundenaufträgen untereinander oder gegen den
eigenen Handelsbestand. Von September 2006 bis April 2007 lag das
Verhältnis zwischen Wertpapierfirmen, die diese Option in Betracht
zogen, und solchen, für die das nicht in Frage kam, weitgehend
unverändert bei 30 zu 70 Prozent. Ein deutlicher Sinneswandel trat
während der letzten drei Monate des Untersuchungszeitraums ein. In
der Juli-Befragung lagen die Vertreter der beiden Positionen
gleichauf. 38 Prozent der Buy-Side-Vertreter versprechen sich von
einer systematischen Internalisierung vor allem eine bessere
Kostenkontrolle bei der Auftragsausführung. Auf der Sell-Side war die
Absicht, auf dem europäischen Markt zu expandieren, der wichtigste
Motivationsgrund.

"Dass viele Unternehmen mit der Unterstützung seitens der
Finanzaufsichten unzufrieden sind, gibt zwar Anlass zur Besorgnis,"
meint Dr. Dirk Lüth, Chief Operating Officer von EXP EMEA und bei
SunGard für die MiFID-Lösung "MiFID-Hub" zuständig. "Doch es stimmt
positiv, dass die Gelegenheit genutzt wird, um strategische Reformen
auf den Weg zu bringen. Die Anwendung von ausgefeilten und
optimierten Prozessen zur Gewährleistung der kundengünstigsten
Auftragsausführung, neue Handelsplattformen und neue Liquiditätspools
sind nur einige Beispiele dafür, wie sich derzeit der europäische
Finanzplatz wandelt und die Vision eines europaweiten Markts für
Finanzdienstleistungen Realität wird."

Bezüglich der neuen Aufzeichnungspflichten hat sich der
Kenntnisstand und Status der Umsetzung in den Unternehmen zuletzt
deutlich gebessert. Nachdem der Ausschuss der europäischen
Wertpapierregulierungsbehörden CESR (Committee of European Securities
Regulators) seine diesbezüglichen Empfehlungen ausgesprochen hatte,
gaben in der Befragung vom April 2007 zwei Drittel der Teilnehmer an,
dass sie die neuen Anforderungen entweder nur mit Mühe umsetzen
könnten oder sich über deren Auswirkungen im Unklaren seinen. Drei
Monate später sahen sich mehr als die Hälfte der Befragten
ausreichend für den Umgang mit den Bestimmungen gerüstet. Nur für 12
Prozent stellten die neuen Pflichten noch ein größeres Problem dar.
56 Prozent meinten, sie seien nun in der Lage, jede entscheidende
Phase des Handels mit einem bestimmten Wertpapier, für einen
bestimmten Kunden und zwischen zwei bestimmten drei Jahre
zurückliegenden Tagen zu rekonstruieren. Nur 14 Prozent glaubten,
dass sie damit Schwierigkeiten hätten.

An der Befragung von SunGard und TradeTech zum Stand der
MiFID-Vorbereitung nahmen mehr als 300 Unternehmen aus Europa, den
USA und Asien teil, darunter internationale Investmentbanken,
Asset-Manager mit privater und institutioneller Klientel,
Beratungsfirmen und Wertpapierbörsen. Einzelheiten zu den
Untersuchungsergebnissen finden sich im Internet unter
www.sungard.com/mifid.

Über TradeTech
TradeTech gehört zum weltweit tätigen Unternehmensdienstleister
Worldwide Business Research (WBR). In speziell auf den Bedarf
abgestimmten Konferenzen - organisiert in Zusammenarbeit mit
führenden Branchenvertretern - und mittels weiterer Services liefert
WBR seinen Kunden aktuelle, präzise und unabhängige Informationen und
Lösungsansätze für ihr Geschäft. Networking und Informationsaustausch
stehen dabei an vorderer Stelle. Weitere Informationen über TradeTech
unter www.TradeTechOnline.com

Über SunGards Geschäftseinheit EXP
Die Geschäftseinheit SunGard EXP ist ein führender Hersteller von
Business Process Management-Software (BPM) und Enterprise Content
Management-Software (ECM) für Finanzdienstleister. SunGards EXP
Produktfamilie EXP CARNOT unterstützt mit seiner Lösung "MiFID-Hub"
die Einhaltung der Aufbewahrungspflichten der "Markets in Financial
Instruments Directive" (MiFID) ohne dass in bestehende
Systemlandschaften nachhaltig eingegriffen werden muss.
Die BPM-Produktfamilie EXP CARNOT zur Steuerung und Kontrolle von
Geschäftsprozessen basiert vollständig auf Java 2 Enterprise Edition
(J2EE). EXP CARNOT Produkte sind auf allen gängigen Application
Server-Plattformen lauffähig und daher besonders leicht integrier-,
skalier- und wartbar. Darüber hinaus bietet die Software umfangreiche
Workflow-Funktionalität für interaktive Anwendungen auf Desktop,
Browser oder mobilen Endgeräten. Lösungen auf Basis von EXP CARNOT
sind weltweit bei zahlreichen Großunternehmen und öffentlichen
Verwaltungen in unternehmenskritischen Anwendungen im Einsatz.

Über SunGard
Mit einem Umsatz von über 4 Milliarden US-Dollar ist SunGard einer
der führenden Anbieter von Software- und Processing-Lösungen für die
Finanzindustrie, das Hochschulwesen und den Öffentlichen Sektor.
SunGard hilft informationsabhängigen Unternehmen aller Branchen
dabei, die Kontinuität ihres Geschäfts zu sichern. SunGard
unterstützt mehr als 25.000 Kunden in über 50 Ländern, u.a. die 50
weltweit größten Finanzdienstleister. Weitere Informationen sind
einsehbar unter www.sungard.com oder www.sungard.de

SunGard, das SunGard-Logo und EXP sind Warenzeichen oder
eingetragene Warenzeichen von SunGard Data Systems Inc. in den USA
und in anderen Ländern. Alle anderen Produkt- oder Markennamen sind
Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen ihrer jeweiligen
Eigentümer.

Originaltext: SunGard EXP EMEA
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/55956
Pressemappe via RSS : feed://www.presseportal.de/rss/pm_55956.rss2

Pressekontakt:
Für weitere Informationen:
Marco Silbernagel
SunGard EXP EMEA
Tel.: +49 (0)69 70768-0
marco.silbernagel@sungard.de
 
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