Hagen (ots) - Bahn und GDL unter Einigungsdruck Von Sven Nölting Der Vergleich vor dem Nürnberger Arbeitsgericht versprüht zarte Hoffnungsfünkchen, dass der zuweilen schon peinliche Grabenkampf zwischen Bahn-Spitze und Lokführer-Gewerkschaft doch noch lösbar ist. Schließlich zeigen die Kontrahenten mit dem tariflichen Waffenstillstand, dass sie zu Kompromissen fähig sind. Immerhin. Allerdings hatte die zuvor vereinbarte Vermittlung im Tarifstreit dem Prozess schon deutlich die Brisanz genommen. Und da das Streikverbot als krasser Eingriff in die Tarifautonomie vor höheren Instanzen kaum Bestand haben dürfte, kann die GDL vorerst auch darüber hinwegsehen, dass diese Frage nicht grundsätzlich geklärt wurde. All dies, wohlgemerkt: unter Vorbehalt. Es ist eine Atempause - nicht mehr. Alle Hoffnungen richtet sich jetzt auf die Vermittler Geißler und Biedenkopf. Die altersweisen Ex-Politiker sollen eine Einigung ohne Gesichtsverlust für eine der beiden Seiten zustande bringen. Aus heutiger Sicht mag dies unmöglich erscheinen. Doch die Vermittlung könnte für Mehdorn und Schell die letzte Chance sein. Scheitert auch dieser Versuch, ist der Bund als Eigentümer in der Pflicht: Ein Machtwort der Kanzlerin wäre gefragt.
Originaltext: Westfalenpost Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/58966 Pressemappe via RSS : feed://www.presseportal.de/rss/pm_58966.rss2