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Leipzig (ots) - Von Thomas Strohm Die Deutsche Bank meldet das beste zweite Quartal ihrer Geschichte, der weltgrößte Chemiekonzern BASF legt glänzende Zahlen vor, auch BMW, Metro, Henkel und Continental verkünden mehr oder weniger Erfolge. Und trotz guter Nachrichten von gleich sechs Dax-Konzernen bricht der Leitindex zum Handelsstart ein. Die Angst geht um auf dem Parkett. Angst vor der Krise auf dem US-Immobilienmarkt, die inzwischen auch über den großen Teich herübergeschwappt ist und der IKB-Bank einen solchen Schlag verpasst hat, dass die staatseigene KfW einspringen musste, damit nicht womöglich ein Domino-Effekt eintritt, der andere Banken ins Wackeln bringt - und die Börse richtig in die Tiefe sausen lässt. Der Finanzmarkt ist so verwoben, dass die großzügige Vergabe von schlecht gesicherten Krediten für Häuslebauer in Amerika eine Düsseldorfer Bank in Schieflage bringt, die sich als Partner des deutschen Mittelstands versteht. Denn, die Kredite bleiben nicht beim Geldhaus, das sie vergeben hat. Sie werden umgewandelt und fleißig weiterverkauft. Wo genau die Risiken in den Büchern schlummern, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Banken in Australien sind ebenso betroffen wie in den USA. Die Allianz ist im Markt der Hypothekenderivate ebenso aktiv wie die Commerzbank. Und auch wenn die Deutsche Bank versichert, rechtzeitig das Weite gesucht zu haben - an der Börse gilt die Sippenhaft. Die schnell überholten Beteuerungen der IKB, die US-Krise sei kein Problem, klingen den Börsianern wohl noch in den Ohren. So wie der Dax gestern zeitweise absackt, geht es am Tag zuvor hinauf. Im Grunde hat sich von Dienstag auf Mittwoch wenig geändert, die Erfolge der Konzerne waren erwartet worden, die Aussichten für die Konjunktur sind unvermindert gut. Ein Schwergewicht unter den US-Hypothekenfinanzierern hat aber eingeräumt, dass das Aus droht. Damit wächst die Furcht vor einer Kreditklemme. Die Investoren sind gebrannte Kinder - die nicht mehr alles kaufen, was ihnen an Darlehen so angeboten wird. Geldhäuser können den hübsch geschminkten Schwarzen Peter nicht mehr einfach weiterreichen. Bleiben sie auf den Risiken sitzen, könnte ihr Spielraum für Darlehen allgemein schrumpfen. Das würde sich in der Konjunktur niederschlagen - im Moment sieht es aber nicht danach aus. Finanzinvestoren, die mit billig geliehenem Zaster auf Einkaufstour gehen, werden aber sicher gebremst. Das lastet auch auf der Börse. Dass eine Blase platzt wie nach der Jahrtausendwende, ist unwahrscheinlich. Das Fundament stimmt, und die Realisten haben auch im Höhenrausch eine Korrektur bis 7000 für möglich gehalten. Die Börsianer schauen zwar nun auf die US-Hypotheken wie das Kaninchen auf die Schlange. Genauso konsequent haben sie aber lange weggeschaut, obwohl die Krise seit Monaten bekannt ist. Und da gibt es dann doch eine Parallele zum New-Economy-Boom: Die Rating-Agenturen haben auch damals noch gejubelt, als das Kind schon auf dem Brunnenrand saß, und erst Alarm geschlagen, als es drin lag.
Originaltext: Leipziger Volkszeitung Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6351 Pressemappe via RSS : feed://www.presseportal.de/rss/pm_6351.rss2
Pressekontakt: Rückfragen bitte an: Leipziger Volkszeitung Redaktion Telefon: 0341/218 11558
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