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Westdeutsche Zeitung: WestLB = von Frank Uferkamp
Geschrieben am 25.07.2007 - [Nächster Artikel] |
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Düsseldorf (ots) - Er kam als Saubermann, er wird über einen handfesten Skandal stolpern: Nach Lage der Dinge feuert der Aufsichtsrat heute WestLB-Chef Thomas Fischer. Die Besitzer der Bank, allen voran das Land und die Sparkassen, werden die Notbremse ziehen: Das Vertrauen ist weg. Fischer hat sein berufliches Schicksal mit dem Geschäftsmodell der WestLB und mit einem funktionierenden Risikomanagement verbunden. Beides ist gescheitert. Fischer hat gesagt, erst sehr spät von den Verfehlungen der Berufsspekulanten in seinem Haus erfahren zu haben. Augenscheinlich war er deutlich früher informiert, als er immer gesagt hat. Fischers Skandal hat finanziell eine deutlich kleinere Dimension als die Affäre Boxclever, die die Bank Milliarden und Fischer-Vorgänger Jürgen Sengera den Job gekostet hat. Sie wiegt gleichwohl schwer. Fischer war im Jahr 2004 von der damals noch regierenden SPD in Einverständnis mit der CDU geholt worden, um die WestLB aus den Negativschlagzeilen zu holen und für einen Verkauf fit zu machen. Das ist ihm nicht gelungen. Die Geduld der Eigentümer ist zu Ende. Nun kommt jeder Skandal für die Betroffenen zur Unzeit, die aktuelle Affäre trifft die WestLB aber in einer besonders empfindlichen Phase. Das Land will seinen Anteil verkaufen, auch die Sparkassen scheinen des ständigen Ärgers mit der Bank überdrüssig. Die Erwartungen sind groß, mit jeder Negativ-Schlagzeile schrumpfen sie ein bisschen: Das Land will einen hohen Erlös für Innovationsprojekte und den Finanzstandort Düsseldorf erhalten, die Sparkassen möglichst viel Macht und Einfluss durch den Zusammenschluss mit einem öffentlich-rechtlichen Partner sichern die Landesbank Baden-Württemberg ist wohl ihr Traumpartner. Dazu wird es kaum kommen. Ministerpräsident Rüttgers, Finanzminister Linssen und die FDP sind fest entschlossen, die WestLB an eine ausländische Privatbank zu verkaufen. Auf dem Weg dahin ist jeder Skandal mehr als lästig auch das spricht für eine schnelle Fischer-Ablösung. Und es gibt auch ein deutliches Signal an Baden-Württemberg: Die WestLB ist kein Billigheimer. Wer glaubt, den Skandal für seine Zwecke nutzen zu können, liegt völlig falsch.
Originaltext: Westdeutsche Zeitung Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=62556 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_62556.rss2
Pressekontakt: Rückfragen bitte an: Westdeutsche Zeitung Nachrichtenredaktion Telefon: 0211/ 8382-2358 redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de
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