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VDE-Institut: Pro Jahr 100.000 Elektroprodukte im Härtetest / Über 50 Prozent bestehen die Erstprüfung nicht

Geschrieben am 23.07.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) - "50 Prozent der von den Herstellern bei
uns eingereichten Produkte bestehen die Eingangstests unserer
Prüfingenieure nicht", so die Bilanz von Wilfried Jäger,
Geschäftsführer des VDE Prüf- und Zertifizierungsinstituts, auf der
Jahrespressekonferenz in Offenbach. Die unabhängigen Prüfer des
VDE-Instituts unterziehen in ihren Offenbacher Labors jährlich rund
100.000 elektrotechnische und elektronische Geräte aus aller Welt
einem Härtetest bevor sie das VDE-Dreieck erhalten. Davon entfallen
rund 16.000 Prüfungen auf erstmalig vorgestellte Produkte. Das
Prüfsiegel des VDE gilt in Fachkreisen als Synonym für höchste
Sicherheitsstandards und ist für zwei Drittel der Bundesbürger
wichtiges Kriterium bei der Kaufentscheidung.

Jeden Tag durchlaufen 60 bis 70 neue Produkte die
Sicherheitschecks. Zusätzlich überwachen die VDE-Prüfingenieure
weltweit mehr als 7.000 Fertigungsstellen vor Ort. In 44 Ländern
unterhält das VDE-Institut Inspektionsbüros. "Die Produkte, die das
Klassenziel nicht erreichen, müssen entsprechend nachgebessert
werden, ehe sie das VDE-Zeichen führen dürfen. Darüber hinaus
bereitet den Marktaufsichtsbehörden zunehmend die Einfuhr
minderwertiger ungeprüfter Billigprodukte vor allem aus Fernost
Probleme", so Jäger. Unsicher und damit Gefahr bei der Anwendung
lautet allzu oft das Urteil. "Durch unsere eigenen
Überwachungsmaßnahmen erkennen unsere Prüfingenieure Mängel
frühzeitig. Damit wirken wir der Vermarktung unsicherer Produkte
entgegen." Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Verbraucherschutz, da
die unsicheren Produkte im Vorfeld ausgesondert werden. Wie wichtig
Sicherheitsprüfungen elektrotechnischer Geräte sind, zeigt die Bilanz
der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Sie stufte
2006 137 elektrische Betriebsmittel, 94 Kinderspielzeuge und 41
Maschinen als mangelhaft und für den Verbraucher gefährlich ein. 34
Prozent der Produkte kamen dabei aus China, 18 Prozent aus
Deutschland, 3 Prozent aus den Niederlanden sowie 3 Prozent aus
weiteren asiatischen Ländern.

Vor allem aus Asien verzeichnet das VDE-Institut eine zunehmende
Nachfrage nach dem VDE-Sicherheitszeichen. Das Asiengeschäft hat sich
in den letzten 3 Jahren verdoppelt. Insgesamt stammen 60 Prozent der
7.000 Kunden des VDE-Instituts aus dem Ausland. Nach deutschen sind
chinesische Unternehmen zweitgrößter Kunde. Produkte aus China machen
inzwischen auch den höchsten Anteil der deutschen Importe im Bereich
der Elektrogeräte aus, gefolgt von Taiwan, Japan und Südkorea. Mit
Niederlassungen in China, Hongkong, Taiwan, Japan und Korea hat der
VDE auf die verstärkte Nachfrage reagiert und ist nun in allen
wichtigen asiatischen Produktionsländern für Elektro- und IT-Produkte
vertreten. In Europa ist der VDE unter anderem in Italien, der
Schweiz, Frankreich und Spanien, zunehmend auch in Osteuropa
vertreten. "Polen, Russland und die Türkei gewinnen für uns an
Bedeutung", zeigte Jäger die Tendenz auf. "Unser Institut ist
wichtiger Partner der deutschen und europäischen Marktaufsicht." Zum
internationalen Netzwerk gehören außerdem 50 Partnerschaften mit
regionalen Prüforganisationen. Das VDE-Institut beschäftigt über 500
Mitarbeiter, davon 100 Mitarbeiter in Asien..

VDE Institut baut Dienstleistungsportfolio aus Aufgrund der
steigenden Nachfrage nach einer ganzheitlichen Produktbewertung hat
das VDE-Institut sein Portfolio um weitere Services erweitert.
Jüngste Dienstleistung in Offenbach ist die chemische Produktprüfung
und Werkstoffanalyse. Geprüft wird im neu errichteten Chemielabor
entsprechend des Elektro- und Elektronikgeräte-Gesetzes die
Einhaltung der europäischen RoHS- (Restriction of Hazardous
Substances) und der WEEE-Richtlinie (Richtlinie über Elektro- und
Elektronik-Altgeräte). Auch andere chemische Prüfungen, zum Beispiel
auf krebsauslösende Substanzen wie polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe, den sogenannten PAKs, werden hier professionell
durchgeführt.

Mit "VDE Quality tested" hat der VDE eine neue Qualitätsmarke
eingeführt, die Herstellern, Handel und Konsumenten beim Kauf eines
Elektrogeräts den Nachweis über die "Alltagstauglichkeit" eines
Produkts bietet. "Mit der neuen Marke haben wir auf die Wünsche der
Hersteller und des Handels reagiert, eine Aussage über die Qualität
der Produkte zu treffen. Gerade bei höherwertigen Haushaltsgeräten
und Unterhaltungselektronik entscheiden die Käufer nicht nur über den
Preis, sondern auch über die Leistungsmerkmale, also der
Gebrauchstauglichkeit eines Gerätes. Wir prüfen nicht nur die
Sicherheit einer Waschmaschine, sondern auch die Waschqualität, die
Energieeffizienz, die Bedienbarkeit, Geräusch und die Hygiene. Bei
der Hygieneprüfung wird beispielsweise darauf geachtet, dass auch bei
niedrigen Temperaturen nach dem Waschgang keine Bakterien oder Pilze
in der Wäsche verbleiben", so Jäger. Auch die Energieeffizienzprüfung
gehört zum Programm. 82 Prozent der Verbraucher achten einer
VDE-Studie zufolge auf eine hohe Energieeffizienz. Das VDE-Institut
verfügt über umfangreiche Einrichtungen zur messtechnischen
Ermittlung von Daten zur Energieeffizienz. Insbesondere für Prüfungen
für das EU-Energielabel ist das Institut mit modernen Testsystemen
ausgestattet und führt Prüfungen für die Energieetikettierung bei
Waschvollautomaten, Wäschetrocknern, Geschirrspülern, Kühl- und
Gefriergeräten sowie Messungen des Energieverbrauchs von Backöfen
durch.

Auch Bedienungsanleitungen prüft das VDE-Institut auf Sicherheit
und Verständlichkeit. Bevor eine vom VDE geprüfte Anleitung auf den
Markt kommt, durchläuft sie eine Risikoanalyse und muss einen
Konsumententest bestehen. "Wir prüfen, ob die Bedienungsanleitung
alle notwendigen Hinweise für eine sichere Anwendung des Produktes
enthält und den Sicherheits-Normen entspricht. Wichtig ist, dass
schwierige technische Sachverhalte in einfacher visueller Form
umgesetzt sind. Bei unserem Konsumententest müssen mehrere Probanden
die Anleitung mit versteckter Kamera testen", beschreibt Jäger den
Service "VDE SMART Manual".

Verbraucherschutz: Europäische Teamarbeit ist gefragt

Produktprüfungen, die konsequente Verfolgung von
Markenrechtsverletzungen sowie die enge Zusammenarbeit mit den
deutschen und europäischen Marktaufsichtsbehörden fördern den
Verbraucherschutz auf breiter Ebene und zählen zu den Aufgaben des
VDE-Instituts. Der VDE beteiligt sich daher aktiv an der Sicherheits-
und Unfallforschung, an Arbeitskreisen zum Verbraucherschutz und an
der Weiterentwicklung der Sicherheitsnormen. Im Rahmen der
Überwachung der korrekten Energieeffizienzkennzeichnung (EU-Label)
ist das VDE-Institut Partner der Industrie und der
Marktaufsichtsbehörde.

Über den VDE und das VDE-Institut

Der VDE ist mit 34.000 Mitgliedern, davon 1.250 Unternehmen, einer
der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Sein System
ist weltweit einmalig: Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und
Produktprüfung unter einem Dach. VDE-Tätigkeitsfelder sind der
Technikwissenstransfer, die Forschungs- und Nachwuchsförderung der
Schlüsseltechnologien Elektro- und Informationstechnik und ihrer
Anwendungen. Der VDE engagiert sich für ein besseres
Innovationsklima, eine moderne Ingenieurausbildung und eine hohe
Technikakzeptanz.

Im VDE-Institut prüfen die VDE-Experten Komponenten und Geräte vom
kleinsten Kontakt bis hin zu kompletten Waschmaschinen und
komplizierter Medizintechnik. Zusätzlich werden neue Prüfverfahren
und Apparaturen entwickelt und standardisiert. Eine Übersicht der
zertifizierten Produkte finden Verbraucher, Handel und Hersteller
unter www.vde.com/produktinfos , Informationen zum Verbraucherschutz
unter www.vde.com/verbraucherinfos .

Originaltext: VDE Verb. der Elektrotechnik Elektronik
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=9158
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_9158.rss2

Pressekontakt:
Melanie Mora, Tel. 069 6308461, melanie.mora@vde.com
 
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