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Spritschlucker als Klimaschweine / Greenpeace protestiert vor BMW-Zentrale in München

Geschrieben am 23.07.2007 - [Nächster Artikel]

München (ots) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace
protestiert heute vor der BMW-Zentrale in München gegen die
klimaschädigende Modellpolitik des Autoherstellers. Fünfzehn
Aktivisten bauen einen BMW der 3er-Reihe und einen X5-Geländewagen
mit rosa Farbe, Schnauze und Ohren zu "Klimaschweinen" um. Hinter den
Fahrzeugen sind bis zu sieben Meter hohe und neun Meter lange
Stoff-Wolken aufgeblasen, die den übermäßigen Kohlendioxid-Ausstoß
der Autos symbolisieren. Auf den Säcken und auf einem Banner ist zu
lesen: "BMW produziert Klimaschweine". Daneben steht das SmILE-Auto
von Greenpeace mit einem sehr viel kleineren Kohlendioxid-Sack. Es
zeigt, wie mit heutiger Technologie der Spritverbrauch eines
Serienfahrzeuges halbiert werden kann.

"Seit Jahren geben Autohersteller wie BMW Versprechungen zum
Klimaschutz ab, die sie nicht halten", sagt Marc Specowius,
Verkehrsexperte von Greenpeace. "Es sind vor allem die deutschen
Unternehmen, die aus der Selbstverpflichtung der Autoindustrie zum
Klimaschutz eine Luftblase machen." Der Kohlendioxid-Ausstoß der 2006
produzierten BMW lag im Schnitt bei 190 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro
Kilometer, dass entspricht rund acht Litern Benzin. Laut
Selbstverpflichtung der europäischen Automobilindustrie dürfen
Neufahrzeuge ab 2008 nur noch 140 Gramm pro Kilometer ausstoßen. Das
ist nicht mehr zu erreichen. "BMW hat ein besonders breites Angebot
an spritschluckenden und klimaschädlichen Fahrzeugen. Der neue BMW X5
mit einem CO2-Ausstoß von bis zu 299 Gramm pro Kilometer ist ein
richtiges Klimaschwein."

Greenpeace fordert für die Autoindustrie einen verbindlichen
CO2-Grenzwert von 100 Gramm pro Kilometer bis 2012. BMW müsse daher
die klima-relevanten Emissionen seiner Neufahrzeuge entsprechend
absenken. "Spritsparende Fahrzeuge dürfen nicht länger ein
Nischenprodukt sein," fordert Specowius. "Vor allem bei den
Verkaufsschlagern, die maßgeblich den Flottenverbrauch bestimmen,
muss der Verbrauch reduziert werden. Und das funktioniert nur, wenn
nicht immer schwerere Wagen gebaut werden, die allein durch ihre
Masse mehr verbrauchen. Der X5 wiegt über zwei Tonnen. Auch die
deutschen Hersteller müssen akzeptieren, dass Autos in Zukunft wieder
leichter werden müssen."

Die notwendige Technologie dafür ist längst bekannt und sogar
umgesetzt: Das beweist Greenpeace mit seinem SmILE-Fahrzeug. Beim
SmILE-Prinzip (Small, Intelligent, Light, Efficient) werden Autos
kompakt gebaut und mit intelligenter Technik betrieben. Sie müssen
leicht und effizient sein. Dieses technische Konzept erlaubt es, den
Spritverbrauch der meisten Serienmodelle bis zur Hälfte zu
reduzieren. Es funktioniert mit vorhandener Technik, ohne Mehrkosten
und ohne Einbußen bei Fahreigenschaften und Sicherheit. Das
SmILE-Prinzip hat Greenpeace schon 1996 erfolgreich mit dem Umbau
eines serienmäßigen Renault Twingo verwirklicht, dessen Verbrauch mit
drei Litern gegenüber dem ursprünglichen Fahrzeug um 50 Prozent
niedriger liegt.

Achtung Redaktionen:
Rückfragen bitte an Marc Specowius unter Tel. 0160-58 14 942 oder
Pressesprecher Jan Haase unter 0171-87 00 675.
Internet: www.greenpeace.de

Originaltext: Greenpeace e.V.
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6343
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6343.rss2
 
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