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Einbürgerungen 2006 zum ersten Mal seit 2001 wieder gestiegen

Geschrieben am 23.07.2007 - [Nächster Artikel]


Wiesbaden (ots) - Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes
wurden in Deutschland im Verlauf des Jahres 2006 rund 124.830
Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert. Das waren etwa 7.590 (+
6,5%) Einbürgerungen mehr als im Vorjahr. Mit der Einführung des
neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 hatten die
Einbürgerungen den Höchststand von knapp 186.700 Personen erreicht.
In den Folgejahren nahm ihre Zahl jeweils ab und hatte 2005 den
niedrigsten Stand erreicht. Allerdings hat sich der Rückgang 2005 (-
7,8% gegenüber 2004) gegenüber den Vorjahren erheblich abgeschwächt;
in 2006 ist zum ersten Mal seit 2001 wieder ein leichter Anstieg zu
verzeichnen.

Von allen Eingebürgerten des Jahres 2006 erwarben rund 83.390
(66,8%) die deutsche Staatsangehörigkeit auf der Grundlage eines
Einbürgerungsanspruchs nach § 10 Absatz 1 Staatsangehörigkeitsgesetz
(StAG); das waren etwa 6.300 (+ 8,2%) mehr als 2005. Rechtliche
Voraussetzung zur Einbürgerung ist in diesen Fällen ein mindestens
achtjähriger rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland sowie eine
gültige Aufenthaltserlaubnis für bestimmte Zwecke oder eine
Niederlassungserlaubnis. In Deutschland lebende ausländische
Ehegatten und minderjährige Kinder dieser Personen können nach
kürzeren Zeiten miteingebürgert werden. Die Zahl dieser
Einbürgerungen fiel gegenüber dem Vorjahr von rund 17.200 auf knapp
16.570 (- 3,4%).

Dagegen ist ein Anstieg der Einbürgerungen nach Ermessen der
Behörde nach § 8 StAG von rund 5.620 auf rund 6.440 (+ 14,6%) zu
verzeichnen. Die Zahl der Einbürgerungen aufgrund Wiedergutmachung
gemäß Artikel 116 Absatz 2 Satz 1 Grundgesetz ist sogar von rund
3.520 auf rund 5.140 (+ 46,2%) gestiegen.

Die größte Gruppe der Eingebürgerten stellten 2006 - wie schon in
den letzten Jahren - Personen aus der Türkei. Ihr Anteil an allen
Einbürgerungen war mit 26,8% etwas höher als der Anteil der
türkischen Staatsangehörigen an allen in Deutschland lebenden
ausländischen Personen (25,8%). An zweiter und dritter Stelle folgten
Einbürgerungen von Personen aus Serbien, Montenegro sowie dem
ehemaligen Serbien und Montenegro (rund 12.600) und Polen (etwa
6.940).

2006 wurden 4.690 Personen aus der Russischen Föderation
eingebürgert. Auf den nächsten Plätzen folgen diejenigen aus der
Ukraine (knapp 4.550), Israel (rund 4.310), Irak (rund 3.690), Iran
(3.670) und Marokko (knapp 3.550).

Eine starke Zunahme gegenüber dem Vorjahr ist bei den
Einbürgerungen von Personen aus Serbien, Montenegro sowie dem
ehemaligen Serbien und Montenegro (+ 43,0%) zu verzeichnen.


Einbürgerungen von Ausländerinnen und
Ausländern 2000 bis 2006


Einbürgerungen
Veränderung
Jahr Anzahl gegenüber dem
Vorjahr in %


2000 186.688 + 30,3
2001 178.098 - 4,6
2002 154.547 - 13,2
2003 140.731 - 8,9
2004 127.153 - 9,6
2005 117.241 - 7,8
2006 124.832 + 6,5


Eingebürgerte Ausländerinnen und Ausländer 2006
nach ausgewählten bisherigen Staatsangehörigkeiten


Anteil Ver-
Land der bisherigen Insgesamt an allen änderung
Staatsangehörigkeit Einbürge- gegenüber
rungen dem Vorjahr


Anzahl in %


Türkei 33.478 26,8 + 2,5
Serbien, Montenegro sowie
ehemaliges Serbien und
Montenegro 12.611 10,1 + 43,0
Polen 6.937 5,6 + 0,6
Russische Föderation 4.690 3,8 - 7,2
Ukraine 4.545 3,6 + 35,1
Israel 4.313 3,5 + 50,2
Irak 3.693 3,0 - 10,7
Iran 3.670 2,9 - 18,1
Marokko 3.548 2,8 - 3,7
Kasachstan 3.210 2,6 + 7,9

Weitere Ergebnisse bietet in Kürze die "Fachserie 1 Reihe 2.1
Bevölkerung und Erwerbstätigkeit - Einbürgerungen", die im
Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes unter
www.destatis.de/publikationen, Stichwort "Einbürgerungen", kostenlos
erhältlich ist.


Weitere Auskünfte gibt:
Gerhard Leidner
Telefon: (0611) 75-2026
E-Mail: migration@destatis.de

ots-Originaltext
Statistisches Bundesamt
Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
Telefon: (0611) 75-3444
Email: presse@destatis.de
 
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