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Pharma-Großhandel in Zeiten des Wandels

Geschrieben am 26.06.2007 - [Nächster Artikel]

Hannover/München (ots) -

Studie von Deloitte zeigt: Großhandelslogistik garantiert
flächendeckende Arzneimittelversorgung / starker Druck durch
alternative Vertriebskanäle

Vollversorgung und ein gesicherter Marktzugang für alle Hersteller
sind die Kernaufgaben des pharmazeutischen Großhandels in
Deutschland. Als zentrales Glied zwischen Hersteller und
Endverbraucher sorgt er für die schnelle und flächendeckende
Sortimentsausstattung der deutschen Apotheken. Der herstellerneutrale
Marktzugang sichert dabei die Existenz kleiner und mittlerer
Pharmaunternehmen. Allerdings gerät der Großhandel durch alternative
Vertriebsformen wie das Internet und den Direktvertrieb der
Hersteller zunehmend unter Druck. Mit einer Reihe von Maßnahmen wie
dem verstärkten Einsatz innovativer Technologien, Einführung und
Etablierung einer zertifizierten Versorgungskette sowie dem gezielten
Auf- und Ausbau der Hersteller- und Kundenbeziehungen kann der
Großhandel diesen Herausforderungen begegnen. Dies ergab die aktuelle
Deloitte-Studie "Der pharmazeutische Großhandel: Fit für einen
veränderten Markt".

Der pharmazeutische Großhandel - in Deutschland unter anderem im
Bundesverband PHAGRO organisiert - beliefert 21.500 öffentliche
Apotheken mit einer europaweit einmaligen Sortimentsbreite und klaren
Wettbewerbsvorteilen in punkto Schnelligkeit, Kosteneffizienz und
Servicequalität. "Der Pharmagroßhandel bewegt sich in einem
Spannungsfeld: Für die Industrie sind vor allem Transparenz und
Kontrolle der Arzneimitteldistribution wichtig, während sich
Apotheken auf günstige Einkaufskonditionen und umfassenden Service
fokussieren. Für die Politik schließlich steht die flächendeckende
kostengünstige Versorgung im Zentrum", erklärt Dr. Peter Thormann,
Geschäftsführender Partner bei Deloitte. "Bedingt durch aktuelle
politische Entwicklungen, z.B. die Kopplung des Erlösmodells an den
Preis, aber auch ein sich veränderndes Marktumfeld gerät das
Geschäftsmodells des pharmazeutischen Großhandesls zunehmend unter
Druck."

Starke Nachfrage beim Leistungsspektrum

Tatsächlich sind die Wachstumsraten im pharmazeutischen
Großhandelsmarkt rückläufig, wobei sich der Anteil des
Direktgeschäfts zwischen 1997 (acht Prozent) und 2005 (16 Prozent)
verdoppelt hat. Nur wenn der pharmazeutische Großhandel den
Anforderungen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen
umfassend gerecht wird, ist dieser weiterhin zukunftsfähig. Die
Voraussetzungen sind allerdings günstig. Er nimmt vom Marktzugang für
alle Hersteller über eine perfektionierte Mikro-Logistik und
Just-in-Time-Lieferungen bis hin zu maximaler Effizienz durch
Bündelung von Logistik und Auftragsmanagement eine
Alleinstellungsposition ein. Auch beim Krisenmanagement können seine
Logistik-Ressourcen klare Vorteile bieten.

Apotheken schätzen vor allem die Schnelligkeit der
Dienstleistungen, während kleinere Pharmaproduzenten von der
Herstellerunabhängigkeit profitieren. Insgesamt zeigt die Studie,
dass diese Leistungen vom Markt stark nachgefragt werden - auch mit
Blick auf die Pufferfunktion zwischen herstellerorientierter
Produktionsmenge und verbrauchergerechter Bedarfsmenge

Risiken und Gefahren

Trotz der Vorteile und Stärken des pharmazeutischen Großhandels
muss sich dieser mit einer Reihe von Risiken auseinandersetzen.
Hierzu gehören neben geschäftsspezifischen Risiken wie den
alternativen Vertriebsformen auch branchenbezogene Risiken wie
Arzneimittelfälschungen, der Handel auf Sekundärmärkten sowie
preisdrückende Apothekenkooperationen. Zudem wird das Geschäftsmodell
des vollversorgenden und herstellerneutralen Großhandels zunehmend
von einzelnen Unternehmen mit konkurrierenden Modellen konterkariert.
Hierzu gehören Discountermodelle, die Rückwärtsintegration mit
Herstellern sowie die Konzentration auf Teilsortimente oder spezielle
Kundensegmente.

Geschäftsmodell ist prinzipiell zukunftsfähig "Neben der
Etablierung als herstellerunabhängiger Vollversorger und der Aufnahme
dieses Distributionsprinzips in das deutsche Arzneimittelgesetz ist
eine technologische Standardisierung eine weitere Möglichkeit, die
Großhandelsposition auszubauen", kommentiert Thormann.

Das Spektrum reicht von der Datenübermittlung über
maschinenlesbare Packungskennzeichnungen bis hin zur Einführung einer
zertifizierten Versorgungskette für erhöhte Arzneimittelsicherheit.
Auch technologische Entwicklungen zur besseren Steuerung und Planung
der Warenverfügbarkeit gehören dazu - genauso wie der gezielte
strategische Ausbau von Handelsbeziehungen. So könnte die
Einbeziehung von etwa 2000 Krankenhausapotheken die Marktstellung
stärken und das Absatzvolumen um bis zu zehn Prozent steigern.

"Zeigt sich also der pharmazeutische Großhandel in der Lage,
bestehende Potenziale zu erkennen und zu erschließen, kann er sein
Geschäftsmodell der herstellerunabhängigen, flächendeckenden
Arzneimittelversorgung fit für künftige Herausforderungen machen",
resümiert Thormann.

Die vollständige Studie finden Sie unter http://www.deloitte.com/d
tt/research/0%2C1015%2Ccid%25253D162346%2C00.html zum Download.

Ende

Deloitte Deutschland

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und
Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum
umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate
Finance-Beratung. Mit 3.400 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen
betreut Deloitte seit 100 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder
Rechtsform und Größe aus allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund
Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit rund 150.000 Mitarbeitern
in nahezu 140 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein
schweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlich
der mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischen
Rechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessen
Mitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweils
anderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und
unabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte &
Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen
Namen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnen
Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte Touche
Tohmatsu erbracht. Copyright © 2007 Deloitte & Touche GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Originaltext: Deloitte
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=60247
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_60247.rss2

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
PR Manager
Tel +49 89 29036-8825
imilojevic@deloitte.de
 
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