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Pharmabranche: Standort Asien holt trotz einiger Wachstumsbremsen deutlich auf

Geschrieben am 20.06.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) -

PwC-Analyse: Asiatischer Markt gewinnt weiter an Bedeutung
gegenüber Europa und Nordamerika / Regionale Hersteller drängen
auf den Weltmarkt / Outsourcing bietet weiteres Potenzial /
Kapitalmangel, unzureichender Patentschutz, Korruption und
Bürokratie bleiben kritische Faktoren für den Erfolg

Asien gewinnt für die Pharmabranche stetig an Bedeutung und wird
sich in den kommenden Jahren zum bedeutendsten Markt neben
Nordamerika und Europa entwickeln. Diese Einschätzung vertreten nicht
nur gut 60 Prozent der asiatischen Pharmaunternehmen, sondern auch
die klare Mehrheit (55 Prozent) der auf dem Kontinent aktiven
multinationalen Pharmakonzerne (multinational corporation/companies -
MNCs). Dies geht aus der aktuellen Studie "Gearing up for a Global
Gravity Shift" von PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor.

"Der Wirtschaftsboom in Asien eröffnet den westlichen
Pharmakonzernen neue Absatzchancen und macht insbesondere Länder wie
China, Indien und Singapur zu attraktiven Produktions- und
Forschungsstandorten. Gleichzeitig wachsen bislang nur regional
tätige asiatische Unternehmen zu Konkurrenten auf dem Weltmarkt
heran", erläutert Volker Booten, verantwortlicher Partner für den
Bereich Chemicals & Pharma bei PwC in Deutschland.

So will jedes dritte befragte asiatische Pharmaunternehmen durch
Zukäufe wachsen. Knapp 20 Prozent erwägen auch Akquisitionen
international tätiger Wettbewerber. Bislang ist erst jedes zweite
befragte asiatische Unternehmen auf dem Weltmarkt präsent, doch für
drei von vier Unternehmen ist der Export eines der wichtigsten Ziele
und rund 65 Prozent wollen ihren Anteil am globalen Pharmamarkt
steigern. Für die Studie wurden 185 Manager asiatischer und
westlicher Pharmakonzerne mit Aktivitäten in neun Ländern des
Kontinents (China, Indien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Südkorea,
Taiwan, Thailand und Vietnam) befragt.

Vor allem klinische Tests und Laboranalysen werden vermehrt
ausgelagert

Gut 70 Prozent der MNCs in Asien haben bereits Teile der
Wertschöpfungskette ausgelagert, wobei als Motive die Realisierung
von Kostenvorteilen bei Produktion (39 Prozent der Befragten) und
Forschung (24 Prozent) im Vordergrund stehen. Dennoch ist die
Mehrzahl sowohl der westlichen als auch der asiatischen
Pharmaunternehmen davon überzeugt, dass derzeit noch nicht alle
Möglichkeiten des Outsourcing vollständig ausgeschöpft werden. Dieser
Aussage stimmen 49 Prozent der befragten MNCs zu, während nur 21
Prozent gegenteiliger Ansicht sind. Bei den in der Region ansässigen
Unternehmen fällt die Entscheidung mit 64 Prozent zu 17 Prozent noch
deutlicher aus.

Nach Einschätzung der Repräsentanten westlicher Pharmaunternehmen
ist insbesondere die Auslagerung klinischer Tests und Laboranalysen
an regionale Partner attraktiv. Dadurch würden nicht nur Kosten
gespart, sondern auch die spezifischen Bedürfnisse der Konsumenten in
Asien stärker als bisher bei der Entwicklung von Medikamenten und
Wirkstoffen berücksichtigt. "Westliche Unternehmen konzentrieren sich
zunehmend auf Vertrieb und Marketing ihrer Produkte, während die
übrigen Aktivitäten von der Entwicklung bis zur klinischen Erprobung
ausgelagert werden. Voraussetzung für eine derartige Strategie sind
jedoch langfristig verlässliche Partnerschaften statt kurzfristig
angelegter Kooperationen", so Volker Booten.

Kapitalmangel erhöht Kooperationsbereitschaft asiatischer
Unternehmen

Viele asiatische Pharmaunternehmen können nach eigener
Einschätzung Wachstumschancen noch nicht wahrnehmen, weil ihnen das
notwendige Kapital fehlt. So gab knapp die Hälfte der befragten
Unternehmen an, dass sie nicht über ausreichende Finanzmittel für
Akquisitionen verfügen. Gut jeder dritte asiatische Pharmahersteller
(36 Prozent) würde auch Geschäftsanteile an Investoren verkaufen, um
Forschungs- und Entwicklungsprojekte finanzieren zu können.

Allerdings ist die Kooperationsbereitschaft von Land zu Land
unterschiedlich ausgeprägt: So sind beispielsweise über 48 Prozent
der indischen Unternehmen an Übernahmen interessiert, aber nur 20
Prozent können sich die Beteiligung eines Investors vorstellen.
Demgegenüber würde fast jeder zweite chinesische Pharmahersteller
eigene Anteile an andere Unternehmen verkaufen. Korruption und
Patentverletzungen bleiben häufig

Auch wenn sich das Investitionsumfeld in Asien nach Einschätzung
westlicher Pharmakonzerne in den vergangenen Jahren deutlich
verbessert hat und bei vielen realisierten Projekten weniger
Schwierigkeiten auftraten als befürchtet, bleiben standortspezifische
Risiken. Zwar will jedes dritte westliche Unternehmen auf Sicht der
kommenden zwölf Monate durch Investitionen oder Zukäufe in der Region
expandieren. Auf der anderen Seite gaben 16 Prozent der befragten
MNCs an, dass sie auf Grund von bürokratischen Hindernissen, Sorgen
über Patentverletzungen und anderen Hürden schon einmal über den
Rückzug aus einem asiatischen Land nachgedacht haben.

Viele multinationale, aber auch asiatische Unternehmen klagen über
die weit verbreitete Korruption: 70 Prozent der einheimischen und 60
Prozent der multinationalen Pharmaunternehmen sind sogar der Ansicht,
dass Korruption ein in der asiatischen Geschäftswelt tief
verwurzeltes Phänomen ist und auf absehbare Zeit auch bleiben wird.
Entsprechend hoch ist der Stellenwert, den die Unternehmen der
internen Betrugsbekämpfung einräumen.

Über Patentverletzungen und Umsatzeinbußen durch illegal
vermarktete Generika berichten fast zwei Drittel der ausländischen
und knapp 60 Prozent der asiatischen Pharmaunternehmen. Die Sorge vor
Produktfälschungen hält nicht nur jedes zweite internationale
Unternehmen von der Vermarktung innovativer Präparate in Asien ab,
sondern auch über 40 Prozent der in der Region ansässigen
Pharmahersteller.

Immerhin 74 Prozent der MNCs und 80 Prozent der asiatischen
Unternehmen sind der Ansicht, dass Patente in der Region mittlerweile
besser geschützt sind als noch vor fünf Jahren. Allerdings bleibt
viel zu tun: "Zwar erwarten knapp zwei Drittel der ausländischen
Konzerne weitere Verbesserungen beim Patentschutz. Jedoch geht dieser
Prozess nach Ansicht der meisten Befragten zu langsam voran",
unterstreicht Volker Booten.

Die Studie steht in Kürze als kostenfreier Download unter
www.pwc.de/de/chemie-pharma zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Volker Booten
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Chemicals & Pharma
Lise-Meitner-Straße 1
10589 Berlin
Tel.: (30) 2636- 5217
E-Mail: volker.booten@de.pwc.com

Redaktionshinweis:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 8.100 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,2 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=8664
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_8664.rss2

Pressekontakt:
Nicole Susann Roschker
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Corporate Communications / Presse
Olof-Palme-Straße 35
60439 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 9585-1669
E-Mail: nicole.susann.roschker@de.pwc.com
 
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