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Medienmarkt 2011: China auf dem zweiten Rang

Geschrieben am 20.06.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) -

PwC-Studie prognostiziert Branchenumsatz von knapp 2 Billionen
US-Dollar / Medien- und Unterhaltungsindustrie wächst schneller
als Weltwirtschaft / Konvergenz von Internet, TV und Telefonie
verschärft Wettbewerb

China rückt stärker ins Blickfeld der globalen Unterhaltungs- und
Medienindustrie. Mit einem Umsatz von voraussichtlich knapp 170
Milliarden US-Dollar im Jahr 2011 wird China zum zweitgrößten
Medienmarkt der Welt nach den USA aufsteigen, prognostiziert die
Wirtschaftprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers
(PwC) im "Global Entertainment and Media Outlook: 2007 - 2011".
Insgesamt dürften die Branchenerlöse von 2007 bis 2011 um jährlich
nominell 6,4 Prozent auf knapp zwei Billionen US-Dollar zulegen, die
weltweite Wirtschaftsleistung im gleichen Zeitraum dagegen nur um 5,4
Prozent pro Jahr.

"Während die Medienindustrie in den Schwellenländern vom
Nachholbedarf der Konsumenten profitiert, eröffnet in den
Industriestaaten das Zusammenwachsen von Fernsehen, Computer,
Internet und Mobilkommunikation neue Umsatzchancen", betont Frank
Mackenroth, Leiter der Branchengruppe Entertainment and Media von PwC
Deutschland. Für die deutsche Unterhaltungs- und Medienbranche
prognostiziert die Studie einen steigenden Umsatz von knapp 87
Milliarden US-Dollar im Jahr 2006 auf rund 101 Milliarden 2011. Damit
bliebe Deutschland der zweitgrößte europäische Markt hinter dem
Vereinigten Königreich (2011: 123,6 Milliarden US-Dollar) und läge
deutlich vor Frankreich (2011: 77 Milliarden US-Dollar).

Asien übernimmt Führung bei Breitband-Internet

Für die Region Asien-Pazifik prognostizieren die PwC-Experten
einen Umsatzanstieg um jährlich 9,6 Prozent auf gut 470 Milliarden
US-Dollar. Auch über das Jahr 2011 hinaus ist das Umsatzpotenzial der
Medienbranche in Asien enorm. So werden in fünf Jahren etwa 243
Millionen Haushalte der Region einen Breitband-Internetanschluss
haben. Das wären 50 Prozent mehr gegenüber Europa und sogar 170
Prozent mehr gegenüber den USA.

Das wachsende Gewicht der Schwellenländer verdeutlicht auch die
Prognose für die so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland,
Indien und China). Hier wird der Umsatz der Medien- und
Unterhaltungsindustrie bis 2011 um jährlich 14,7 Prozent auf
voraussichtlich über 251 Milliarden US-Dollar steigen.

Die USA bleiben mit einem jährlichen Zuwachs von 5,3 Prozent und
einem Umsatz von über 754 Milliarden US-Dollar im Jahr 2011 mit
Abstand der größte Medienmarkt der Welt. Für die Region Europa,
Mittlerer Osten und Afrika prognostiziert die Studie einen Anstieg um
5,5 Prozent pro Jahr auf knapp 617 Milliarden US-Dollar und für
Lateinamerika einen Zuwachs von 8,9 Prozent auf knapp 68 Milliarden
US-Dollar.

Konvergenz treibt Wachstum voran und verschärft Wettbewerb

Die Digitalisierung von Musik, Filmen und Texten sowie der rasante
Anstieg der Übertragungskapazitäten über Breitbandanschlüsse und den
Mobilfunk lässt bislang getrennte Medien schnell zusammen wachsen.
"Das Internet wird für immer mehr Menschen zur zentralen
Unterhaltungs- und Kommunikationsplattform. Der Download digitaler
Inhalte auf PC und Handy ist mittlerweile fast selbstverständlich,
und auch Internet-Telefonie und -Fernsehen setzen sich immer stärker
durch", erläutert Frank Mackenroth.

Der Konvergenzprozess wird zu einem der Wachstumstreiber der
Medienbranche: Auf die so genannten konvergenten Medienplattformen -
Computer, mobile Endgeräte (stationäres und mobiles Internet) und
Fernsehen - dürfte im Jahr 2011 mit gut einer Billion US-Dollar mehr
als die Hälfte des weltweiten Branchenumsatzes entfallen.
Entsprechend hart ist die Konkurrenz der Internet-Provider, Kabel-
und Telefongesellschaften, die mit einem Gesamtpaket aus Internet,
Telefonie und Fernsehen ("Triple-Play") um Kunden kämpfen. Der
steigende Wettbewerbsdruck fördert auch neue Allianzen: 2006
erreichte das Übernahmevolumen in der Medien- und
Unterhaltungsbranche nach mehreren schwachen Jahren über 70
Milliarden US-Dollar.

Werbeerlöse: Internet überholt Magazine

Die Werbeerlöse steigen von 2007 bis 2011 voraussichtlich um 5,4
Prozent jährlich und damit langsamer als der Branchenumsatz. Mit
knapp 531 Milliarden US-Dollar trägt die Werbung im Jahr 2011 gut 27
Prozent zum Gesamtumsatz bei (2006: 28,4 Prozent). Dabei verteidigt
das Fernsehen mit einem jährlichen Erlöszuwachs von 5,1 Prozent auf
knapp 197 Milliarden US-Dollar seine Position als umsatzstärkstes
Werbemedium vor den Zeitschriften (plus 2,7 Prozent auf 132,7
Milliarden US-Dollar).

Die relativ höchsten Zuwächse sind für die Online-Werbung zu
erwarten. Mit einer jährlichen Steigerung von 18,3 Prozent auf gut 73
Milliarden US-Dollar dürfte das Internet im Jahr 2011 gedruckte
Magazine als drittwichtigstes Werbemedium abgelöst haben.

Branchensegmente: TV und Internet wachsen am schnellsten

Die weltweit höchsten Umsatzzuwächse prognostiziert die Studie für
das Internet (Werbung und Internetzugangsentgelte), die Kabel-,
Satellit und Telekommunikationsunternehnen, die mit digitalen
Fernsehangeboten und Fernsehen über das Internet (IPTV) das Wachstum
stimulieren, sowie die Videospielindustrie. Für die Filmindustrie
erwarten die PwC-Experten eine Erholung, während das Erlöswachstum
der Musikbranche weiterhin schwach ausfallen dürfte.

Internet

Die Erlöse aus dem Netzzugang stiegen 2006 um knapp 19 Prozent,
der Werbeumsatz legte sogar um knapp 38 Prozent zu. Bis 2011 wird der
Internet-Umsatz insgesamt um voraussichtlich 13,4 Prozent pro Jahr
auf 332 Milliarden US-Dollar steigen. Die wachsende Beteiligung der
Nutzer an der Erstellung von Inhalten, beispielsweise über
Plattformen wie YouTube oder MySpace, macht zwar eine Neuausrichtung
der Online-Werbung erforderlich. Insgesamt prognostiziert die Studie
jedoch einen positiven Effekt des "Web 2.0" für die Werbebranche.

TV-Netzbetreiber und TV-Sender

Auf dem Fernsehmarkt dürfte der Umsatz der TV-Anbieter bis 2011 um
jährlich 9,3 Prozent auf 251 Milliarden US-Dollar steigen. Allein für
die Region Asien-Pazifik prognostiziert die Studie 120 Millionen
zusätzliche Kunden in den kommenden fünf Jahren. Gleichzeitig
ermöglicht die Umstellung auf digitale Übertragungstechniken ein
höheres Kanalangebot und damit auch höhere Endkundenpreise.

Der Umsatz der Programmanbieter wird bis 2011 demgegenüber nur um
durchschnittlich 5,8 Prozent auf gut 228 Milliarden US-Dollar
zulegen. Hier macht sich die verstärkte Konkurrenz mit dem Internet
um Werbeeinnahmen bemerkbar.

Video- und Computerspiele

Die Video- und Computerspielbranche hat 2006 dank der Einführung
neuer Spielkonsolen ein Ausnahmejahr verbucht. Der Umsatz kletterte
um 14,3 Prozent auf 31,6 Milliarden US-Dollar. Auch 2007 und 2008
dürften die Erlöse noch zweistellig wachsen. Bis 2011 ist ein
jährliches Plus von 9,1 Prozent auf annähernd 49 Milliarden US-Dollar
zu erwarten, wobei sich der Trend zu Online-Spielen und die
Entwicklung neuer, mobiler Spielkonsolen positiv auswirken sollten.

Zeitschriften, Magazine und Bücher

Der Umsatz der Printmedien wird bis 2011 weltweit weiterhin nur
langsam wachsen. Dennoch bleiben Zeitungen, Magazine und Bücher mit
einem geschätzten Gesamterlös von annähernd 463 Milliarden US-Dollar
ein Standbein der Medienbranche. Allerdings schmälert das Internet
die Werbeeinnahmen von Zeitungen und Magazinen, und elektronische
Datenbanken und E-Books lassen den Markt für gedruckte Fachbücher und
-zeitschriften schrumpfen. Für den Zeitungsumsatz prognostiziert die
Studie einen Anstieg von jährlich 2,1 Prozent auf knapp 201
Milliarden US-Dollar im Jahr 2011. Im gleichen Zeitraum dürften die
Erlöse der Magazinverlage um 3,1 Prozent auf gut 117 Milliarden und
der Buchumsatz um 3,6 Prozent auf 144,6 Milliarden US-Dollar zulegen.

Film und Musik

Für die Filmindustrie erwarten die Experten bis 2011 ein
Umsatzplus von jährlich 4,9 Prozent auf gut 103 Milliarden US-Dollar.
Dabei sollte die Branche von der Einführung hochauflösender DVDs und
neuer, digitaler Projektionstechnik in den Kinos profitieren.

Die Entwicklung der Musikindustrie bleibt demgegenüber verhalten.
Zwischen 2007 und 2011 wird der Branchenumsatz der Studie zufolge um
jährlich 2,3 Prozent auf 40,4 Milliarden US-Dollar steigen. Dabei
dürften 2010 die Erlöse aus dem digitalen Musikvertrieb erstmals den
Umsatz mit herkömmlichen Tonträgern übertreffen.

Redaktionshinweis:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 8.100 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,2 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=8664
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_8664.rss2

Pressekontakt:
Karim Schäfer
PricewaterhouseCoopers
Corporate Communications / Presse
Tel.: (069) 9585 - 54 35
E-Mail: karim.schaefer@de.pwc.com
 
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