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Booz Allen Hamilton Untersuchung: Starker Handlungsbedarf nach Fusionswelle in der europäischen Stahlindustrie durch mangelnde Integration der Standorte

Geschrieben am 19.06.2007 - [Nächster Artikel]

München (ots) -

Weltweit steigender Bedarf und Strukturwandel erhöhen Druck auf
die Stahlindustrie

Optimierung der Produktionsnetzwerke wichtiger Hebel zur Mengen-
und Profitabilitätssteigerung

Post Merger Integration als zentrale Herausforderung der Global
Player

Europäische Hersteller forcieren Ausrichtung und Konzentration auf
hochwertigen Spezialstahl

Boomländer wie China, Indien, Brasilien und Russland werden die
weltweite Stahlproduktion von 1,24 Milliarden Tonnen in 2006 auf ca.
1,5 Milliarden Tonnen im Jahr 2010 treiben. Dies entspricht einer
jährlichen Wachstumsrate von rund 4%. Dies geht aus einer
Untersuchung der internationalen Strategie- und Technologieberatung
Booz Allen Hamilton zum weltweiten Stahlmarkt hervor. Den enorm
steigenden Produktionskapazitäten und der stetig wachsenden Nachfrage
steht indes eine Industrie gegenüber, deren Netzwerke aus
Produktionsstandorten rund um den Globus durch Übernahmen und
Fusionen grundlegend neu geordnet wurden. Die Folge: Im Zuge des
Umbruchs bleiben erhebliche Ressourcen und Wertschöpfungspotenziale
ungenutzt. Bei mangelnder Vernetzung der Standorte drohen der
europäischen Stahlindustrie Produktionsengpässe und Gewinnrückgänge.
Dagegen lassen sich durch eine intelligentere Nutzung und
Synchronisierung der Verbünde die Produktionsmengen um bis zu 20%
erhöhen und zugleich Kosten in einer Größenordnung von 15% einsparen.
Eine zentrale Rolle dafür spielt unter anderem die Verfügbarkeit von
Produktionsdaten, die über das gesamte Netzwerk hinweg kompatibel und
vergleichbar sind und damit eine effiziente Steuerung und Steigerung
der Kapazitäten erlauben.

Globale Produktionsnetzwerke bergen erhebliche Effizienzpotenziale

"Unsere Untersuchung zeigt, dass sich die Konsolidierungswelle der
weltweiten Stahl- und Metallindustrie mit hoher Intensität fortsetzen
wird. Gleichzeitig werden die Stahlunternehmen in Zukunft in einen
neuen Wettlauf um Produktionseffizienz eintreten, um die Vorteile aus
den Fusionen voll nutzen zu können", so Dr. Joachim Rotering,
Geschäftsführer und Stahlexperte bei Booz Allen Hamilton. Seit dem
Jahr 2001 wechselten mehr als 800 Stahlunternehmen den Besitzer. Nach
der Einschätzung von Booz Allen Hamilton wird sich dieser
Konzentrationsprozess in der Stahlindustrie auch in den kommenden
Jahren weiter fortsetzen. "Da die stark zersplitterte Stahlindustrie
in China die steigende Nachfrage nach hochwertigen Erzeugnissen nicht
mehr befriedigen kann, wird es hier Konsolidierungen geben. Aber auch
in Europa, den USA und Japan rechnen wir mit weiteren
Übernahmeaktivitäten in den nächsten Jahren", fasst Joachim Rotering
zusammen.

Die Optimierung von Produktionsnetzwerken wird unterdessen
insbesondere bei europäischen Stahlunternehmen sträflich
vernachlässigt. "Viele Unternehmen sehen ihre Produktion noch immer
als Summe der Einzelstandorte und nicht als abgestimmtes, ineinander
greifendes Netzwerk an", erklärt Rotering weiter. "Dabei bergen diese
erhebliches Potenzial zur Effizienzsteigerung und Kosteneinsparung.
Neben der Optimierung des Produktionsverbundes müssen die globalen
Player vor allem konsequent die Integration ihrer Unternehmen
sicherstellen" Dies treibt die Bündelung von Einkaufsvolumina und den
Austausch von Erfahrungen bei der Optimierung von
Produktionsprozessen voran. Zusätzlich sollten Verwaltungsprozesse in
den Unternehmen gebündelt und in Länder mit günstigen Personalkosten
verlagert werden.

Die Herausforderung für diese nachhaltige Entwicklung liegt jedoch
in der Verschmelzung von Unternehmenskulturen über Geographien und
Kontinente hinweg. Alle Stahlkonzerne sind historisch stark von ihren
Heimatländern geprägt und dort verwurzelt, so dass Ideen- und
Informationsaustausch über kulturelle Grenzen hinweg erst gelernt
werden müssen. Darüber hinaus sind viele Stahlkonzerne bereits in der
Vergangenheit aus Zusammenschlüssen mehrerer Unternehmen entstanden,
was wiederum sehr eigene kulturelle Herausforderungen mit sich
bringt. Die kulturelle Integration ist aber vor allem notwendig für
die nachhaltige Identifikation und Umsetzung von
Verbesserungspotenzialen, die jetzt auf der Tagesordnung der
allermeisten Vorstände stehen.

Europäische Expertise bei Qualitätsflachstahl im Wettlauf mit
China verteidigen

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: erodierende Margen treiben
die erstarkenden Stahlanbieter der Schwellenländer aus ihrem
angestammten Gebiet der Billigstahlproduktion beispielsweise in die
Produktion von höherwertigem Qualitätsflachstahl für die
Autoindustrie. In diesem Segment, das traditionell von europäischen
Herstellern dominiert wird, konnten in den vergangenen Jahren zum
Teil erhebliche Preiserhöhungen durchgesetzt werden. Die Autoren der
Studie halten es für entscheidend, dieses "Filetstück" der
Stahlindustrie strategisch und industriepolitisch für Europa zu
verteidigen. "Wenn die multinationalen Stahlkonzerne mit europäischer
Basis jetzt nicht konsequent die strategischen Hebel in Bewegung
setzen, besteht die akute Gefahr, dass die angestrebten
Größenvorteile ins Leere laufen und die chinesische Stahlindustrie
auf Jahrzehnte hinaus zur dominanten Stahlerzeugerregion wird",
konstatiert Rotering.

Booz Allen Hamilton ist mit mehr als 19.000 Mitarbeitern und Büros
auf sechs Kontinenten die weltweit führende Strategie- und
Technologieberatung. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner
rund 300 aktiven Partner. Sechs Büros sind im deutschsprachigen Raum:
Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Wien und Zürich. Der Umsatz
beläuft sich weltweit auf 4 Mrd. US$, im deutschsprachigen Raum auf
229 Mio. Euro (Client Billings der Booz Allen Hamilton Gesellschaften
im deutschsprachigen Raum).

Originaltext: Booz Allen Hamilton
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=44015
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_44015.rss2

Rückfragen und weitere Informationen:

Harald Ehren
Marketing & Communications
Tel.: 089 / 54 52 52 60 oder 0173 / 922 77 38
Fax: 089 / 54 52 5 602
Email: ehren_harald@ne.bah.com
Internet: www.boozallen.de
 
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