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Energieversorger setzen auf effiziente Energienutzung und erneuerbare Energien

Geschrieben am 14.06.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) -

PwC-Umfrage: Weltweit investiert jedes zweite
Versorgungsunternehmen verstärkt in Windkraft / Höhere
Energieeffizienz hat Priorität / Asien setzt auf Kernkraft

Die Diskussion über Ursachen und Folgen des Klimawandels hat die
globale Energiebranche voll erfasst. Verstärkte Investitionen in
erneuerbare Energien und eine effizientere Energienutzung stehen ganz
oben auf der Agenda der Versorgungsunternehmen, wie aus dem
"Utilities Global Survey 2007" der Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervorgeht.
"Bemerkenswert ist, dass erneuerbare Energien nicht nur in Europa,
sondern mittlerweile sehr stark in Amerika aber auch in Asien in den
Fokus der Versorger gerückt sind", so Manfred Wiegand, Global
Utilities Leader bei PwC. Allerdings bestehen weiterhin erhebliche
regionale Unterschiede bei der Bewertung der Energieträger. Das gilt
insbesondere für die Kernenergie, der in Europa und Amerika ein
geringerer Stellenwert für die künftige Energieversorgung beigemessen
wird als in Asien.

"Offensichtlich haben die Bedenken um den Klimawandel in der
globalen Energieversorgungsbranche einen Umdenkungsprozess ausgelöst
und die Handlungsbereitschaft in den Bereichen Energieeffizienz sowie
regenerativer und CO2-freier Erzeugung noch einmal deutlich erhöht",
betont Wiegand. "Es bleibt allerdings abzuwarten, wie schnell und in
welchem Ausmaß sich dies in einer spürbaren Veränderung des
Energiemix niederschlägt. Hierzu sind wirtschaftliche Signale und
Anreize unverzichtbar, wie etwa CO2-Preise, die weltweit - das heißt
auch in USA, China und Indien - Anwendung finden."

Für die Studie wurden Vorstände und Führungskräfte von 114
Energieversorgern in 44 Ländern befragt.

Asien setzt auf Kernenergie

Mittlerweile erwarten rund 50 Prozent der befragten Manager, dass
Windkraft in den kommenden fünf Jahren an Bedeutung gewinnen wird
(2006: 17 Prozent). Einen wachsenden Anteil der Kernenergie
prognostizieren 45 Prozent der Befragten und damit ebenfalls deutlich
mehr als in der Umfrage von 2006 (19 Prozent). Zwar spielt die
Energieerzeugung in Kohlekraftwerken weiterhin eine maßgebliche
Rolle. Allerdings ist der Anteil der Manager, die mit einer
wachsenden Bedeutung des Energieträgers rechnen, leicht auf rund 45
Prozent gesunken.

Besonders deutlich ist der Stimmungsumschwung in der Region
Asien/Pazifik. Hier erwarten sämtliche Befragte, dass Kernkraft in
den kommenden fünf Jahren stärker zum Primär-Energiemix beitragen
wird als bisher - 2006 glaubte dies nicht einmal jeder zehnte. Auch
Wind- und Wasserkraftwerke werden nach Ansicht von knapp 90 Prozent
beziehungsweise gut 60 Prozent der Befragten mehr Energie erzeugen.
Einen steigenden Anteil der insgesamt weiterhin dominierenden Kohle
am Primär-Energieverbrauch prognostizieren demgegenüber nur noch
sechs Prozent der asiatischen Versorger im Vergleich zu rund 75
Prozent in der Vorjahresumfrage.

Europa: Emissionshandel gibt Impulse

Die europäischen Energieversorger sind auf Grund des geltenden
Emissionshandelssystems (Emissions Trading Scheme, ETS) schon seit
2005 dazu gezwungen, den Ausstoß von Kohlendioxid bei ihren
Investitionen und Kalkulationen zu berücksichtigen. Zwei Drittel der
befragten Versorger gaben an, ihre Investitionen in regenerative
Energiequellen nach Einführung des ETS verstärkt zu haben. Allerdings
hat das Handelssystem lediglich bei 28 Prozent der Befragten
tatsächlich zu einem klimafreundlicheren Energiemix geführt. "Beim
Start des ETS waren die Jahre von 2005 bis 2007 ausdrücklich als
Erprobungsphase festgelegt worden. Über die nationalen
Allokationspläne wurden zu großzügig Emissionszertifikate ausgegeben,
so dass der finanzielle Anreiz nicht zur Einsparung von Emissionen im
erwarteten Maße führte", erläutert Wiegand.

Ab Januar 2008 gelten striktere Regeln, so dass der Preis für
Emissionszertifikate der zweiten Phase deutlich steigen dürfte.
Derzeit werden Zertifikate der ersten Phase noch zu rund einem Euro
je Tonne Kohlenstoff gehandelt. Für die zweite Handelsperiode rechnen
nur sechs Prozent der befragten Manager mit Preisen unter 10 Euro je
Tonne, während 60 Prozent einen Preis zwischen 10 und 20 Euro
erwarten. Gut ein Drittel geht sogar von mehr als 20 Euro je Tonne
aus. Die große Unbekannte bleibt jedoch die Weiterentwicklung des ETS
nach 2012, was die Unsicherheit für langfristig zu tätigende
Kraftwerksentscheidungen drastisch erhöht.

Versorger fördern Energiesparen

Die Versorger setzen nicht nur auf klimafreundlichere
Energiequellen zur Eindämmung des Treibhauseffekts, sondern auch auf
eine effizientere Energienutzung. Der Anteil der Befragten, die in
diesem Bereich Fortschritte durch neue Technologien erwarten, stieg
zwischen 2006 und 2007 von 41 Prozent auf 62 Prozent. Auf dem
amerikanischen Kontinent glauben sogar vier von fünf Managern an
Einsparpotenziale (2006: 22 Prozent), während in Europa gut 40
Prozent der Befragten (2006: 33 Prozent) eine weitere Reduzierung der
Treibhausgase durch effizientere Energienutzung für möglich halten.

Dabei erwarten die Versorger, dass Industrie, Gewerbe und vor
allem Haushalte weniger Energie verbrauchen als bisher. Allerdings
wollen über 70 Prozent der Energieerzeuger auch auf Verbraucherseite
in die Unterstützung effizienterer Technologien investieren.

Versorgungssicherheit macht Sorgen

Die Suche nach alternativen Energiequellen und Möglichkeiten der
effizienteren Energienutzung geht einher mit wachsenden Bedenken über
die Versorgungssicherheit. Über 70 Prozent der weltweit Befragten
befürchten, dass es in den kommenden fünf Jahren insbesondere bei der
Brennstoffversorgung Engpässe geben wird. Gut die Hälfte der Manager
versucht dieser Entwicklung durch verstärkten Einsatz langfristiger
Lieferverträge entgegen zu steuern. Jeder Dritte erwägt auch
Direktinvestitionen in der Öl- und Gasförderung oder den Bezug der
Brennstoffe aus anderen Regionen (26 Prozent). Letzteres schlägt sich
auch in zunehmenden Investitionen im Flüssiggasbereich (LNG) nieder.

Übernahmen sichern Know-How

Die durch Klimawandel und zunehmende Versorgungsunsicherheiten
veränderten Rahmenbedingungen haben auch Auswirkungen auf die
Expansionsstrategien der Versorger. Zwar hat die Gewinnung neuer
Kunden als Akquisitionskalkül noch immer Priorität bei Übernahmen, an
zweiter Stelle folgt jedoch die Sicherung von Fähigkeiten und
Know-How. Vor allem Unternehmen in den Regionen Asien/Pazifik und
Afrika/Mittlerer Osten (69 beziehungsweise 70 Prozent) wollen sich
durch die Übernahme von Wettbewerbern notwendiges Fachwissen
aneignen. Bei den amerikanischen Befragten spielt dieses Motiv zwar
nur für 54 Prozent eine Rolle, jedoch ist die Bedeutung des Faktors
Humankapital damit gegenüber 2006 deutlich gestiegen (26 Prozent).
Das gilt ebenfalls für Übernahmeaktivitäten europäischer Versorger,
wenn auch in geringerem Ausmaß als in den übrigen Regionen (35
Prozent der Befragten, 2006: 25 Prozent).

Die aktuelle Studie "Utilities Global Survey 2007" von PwC
erhalten Sie als kostenlosen Download unter: www.pwc.de/de/energy

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Manfred Wiegand
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Global Utilities Leader
Tel.: (0201) 438 - 15 09
E-Mail: manfred.wiegand@de.pwc.com

Hinweis für die Redaktion:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 8.100 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,2 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=8664
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_8664.rss2

Pressekontakt:
Claudia Mende
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Corporate Communications / Presse
Tel.: (069) 95 85 - 31 79
E-Mail: claudia.mende@de.pwc.com
 
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