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Internationales Motorpressekolloquium in Boxberg: Bosch-Technik macht Autos weltweit noch sicherer, sauberer und sparsamer / Vision: emissionsarm und unfallfrei fahren

Geschrieben am 12.06.2007 - [Nächster Artikel]

Stuttgart (ots) -

- Querverweis: Bild wird über obs versandt und ist unter
http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs abrufbar -

- Hohe Vorleistungen für Forschung und Entwicklung zahlen sich aus
- Verschärfte Umweltvorschriften sorgen weltweit für steigende
Nachfrage nach besonders effizienten Autoantrieben und nach
Abgasnachbehandlung
- Weniger Unfälle, verminderte Unfallfolgen dank Vernetzung von
Sicherheitssystemen
- Bosch plant bis zum Jahr 2010 rund eine Milliarde Euro Umsatz
mit der Ausrüstung von Low Price Vehicles

Die Bosch-Gruppe erwartet aufgrund der weltweit steigenden
Nachfrage nach sicheren, sauberen und sparsamen Fahrzeugen positive
Effekte für das eigene Kraftfahrzeug-Zulieferergeschäft: "Wir
verfügen über eine Vielzahl von Produkten und Entwicklungen, die
Schadstoffemissionen weiter deutlich senken helfen und gleichzeitig
die Sicherheit messbar erhöhen. Deswegen erwarten wir in den
kommenden Jahren einen wesentlichen Schub für unser weltweites
Geschäft", sagte Dr. Bernd Bohr, Bosch-Geschäftsführer und
Vorsitzender des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik, auf dem
58. Internationalen Motorpressekolloquium in Boxberg. Insbesondere
die fortdauernd hohen Vorleistungen für Forschung und Entwicklung
zahlen sich aus: "Wir haben die richtigen Technologiefelder besetzt.
Mit unseren innovativen Technologien sind wir in der Lage, die
Zukunft des Automobils in vielen Schlüsselbereichen maßgeblich mit zu
gestalten", so Bohr.

Im Mittelpunkt des Motorpressekolloquiums, an dem insgesamt rund
350 Journalisten aus 35 Ländern teilnahmen, standen die Themen
Antriebs- und Abgasnachbehandlungssysteme, Sicherheits- und
Komfortsysteme sowie Produktkonzepte für den stark wachsenden Markt
der Niedrigpreisfahrzeuge, so genannter Low Price Vehicles. "Wir sind
als unabhängiger, global tätiger und innovativer Systemlieferant gut
aufgestellt, um komplexe Technologien für Umweltschutz und Sicherheit
zusammen mit unseren Kunden weltweit auf die Straße zu bringen. In
unserem Slogan 'Technik fürs Leben' bringen wir diese Mission auf den
Punkt", so Bohr.

Hohe Vorleistungen für die Autos der Zukunft Innovationen haben
für Bosch traditionell hohe Priorität: Für Forschung und Entwicklung
hat das Unternehmen im Jahr 2006 allein im Unternehmensbereich
Kraftfahrzeugtechnik mehr als 2,7 Milliarden Euro aufgewendet. Dies
entspricht rund zehn Prozent des Umsatzes in diesem Bereich von 27,2
Milliarden Euro - ein Anteil, der weit über dem Durchschnitt der
Branche liegt. Auch im Jahr 2007 sollen die Forschungs- und
Entwicklungsaufwendungen erneut bei rund zehn Prozent vom Umsatz
liegen. Nahezu die Hälfte dieser Zukunftsausgaben kommt Systemen
zugute, die unmittelbar dazu beitragen, Umwelt und Ressourcen zu
schonen. Bohr: "Langfristig muss es unser Ziel sein, das Autofahren
Schritt für Schritt noch kohlendioxidärmer zu machen. Deswegen
beschäftigen wir uns beispielsweise auch mit der Anpassung unserer
Einspritzsysteme an Biokraftstoffe, mit Brennstoffzellen-Technik oder
dem batteriegestützten Autoantrieb."

Bohr unterstrich in diesem Zusammenhang, dass die
Automobilzulieferer in zunehmendem Maße hohe Zukunftsausgaben
schultern müssen. "Beide Seiten, Zulieferer wie Automobilhersteller,
müssen sich als Innovationspartner verstehen. Solche Partnerschaft
setzt langfristiges Denken voraus, aber auch die Einsicht, dass sich
Entwicklungskosten nicht erst in ferner Zukunft rechnen dürfen", so
Bohr.

Für 2007 erwartet das Unternehmen für das
Automobil-Zulieferergeschäft währungsbereinigt ein Umsatzplus von
rund vier Prozent. Der Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik trägt
rund 62 Prozent zum Gesamtumsatz der Bosch-Gruppe bei. An 120
Standorten in 25 Ländern arbeiten gut 160 000 Mitarbeiter für diesen
Bereich. Nahezu 19 000 Ingenieure sind in 50 Entwicklungszentren
weltweit aktiv.

Kleiner Preis, großes Wachstum: Neue Produkte für
Niedrigpreisautos Regionale Wachstumstreiber sind vor allem die
Schwellenländer Asiens. Dort wächst die Automobilproduktion im
Schnitt der kommenden acht Jahre voraussichtlich um rund sechs
Prozent, während sie in den etablierten Herstellerregionen
Nordamerika und Westeuropa voraussichtlich nur ein Prozent zulegen
wird. "Wir werden uns auf diesen Strukturwandel einstellen, indem wir
mit Innovationen weiterhin jede Wachstumschance in den herkömmlichen
Industrieländern nutzen, zugleich aber unsere bereits sehr früh
vorgenommenen Investitionen in die neuen Wachstumsmärkte weiter
aufstocken - auch mit noch mehr Fertigung und Entwicklung", so Bohr.
Eine solide Basis hat Bosch bereits geschaffen: "Heute schon
produzieren wir in China jährlich mehr als sieben Millionen
Benzineinspritzventile und mehr als eine Million Benzinpumpen", sagte
Peter Pang, verantwortlich für das China-Geschäft bei Bosch. Hierbei
hat Bosch vor allem auch das stark wachsende Segment der
Niedrigpreisautos - so genannter Low Price Vehicles - im Visier. Der
Absatz von Autos, deren Nettopreis weniger als 7 000 Euro beträgt,
steigt bis zum Jahr 2014 voraussichtlich um fünf Prozent pro Jahr -
und damit mehr als doppelt so stark wie der Absatz anderer Fahrzeuge.

"Wir erwarten, dass wir im Jahr 2010 eine Milliarde Euro Umsatz
mit der Ausrüstung von Low Price Vehicles realisieren", so Bohr. Das
entspräche einem Marktanteil von rund 25 Prozent in diesem Segment.
"Wer als Zulieferer an diesem starken Wachstum teilnehmen will, muss
sich allerdings auf neue Anforderungen einstellen - technisch, aber
auch preislich", sagte Wolf-Henning Scheider, Vorsitzender des
Bereichsvorstands Gasoline Systems (Benzinsysteme). Als Beispiel
nannte er die "Value Motronic", eine neue Steuergeräte-Plattform für
Benzinmotoren, deren Entwicklungs- und Herstellungskosten von Anfang
an auf ein Minimum ausgelegt wurden. Damit lohnt sich für Bosch die
Erschließung dieses neuen Marktsegments gleich doppelt: "Wir verfügen
über wettbewerbsfähige Produkte und können die gewonnenen
Erkenntnisse auch in die Produktentwicklung für andere
Fahrzeugklassen einfließen lassen", so Scheider.

Effiziente Antriebssysteme sparen Geld und schonen die Umwelt
Wachstumsimpulse erwartet Bosch auch aufgrund der weltweit
verschärften Umweltvorschriften. Bosch stellt sich auf eine wachsende
Nachfrage nach sauberen und sparsamen Technologien entsprechend ein:
"Mit unseren Ingenieuren vor Ort entwickeln wir passende Lösungen für
alle Teile der Triade", so Bohr. Beispiel Diesel: Die schärfer
werdenden Abgasnormen in den asiatischen Schwellenländern machen für
den Diesel eine elektronisch geregelte Einspritzung notwendig.
Folglich soll der Absatz von Common-Rail-Einspritzsystemen in Indien
und China von 200 000 Systemen im Jahr 2007 auf 2,6 Millionen Systeme
im Jahr 2010 steigen. Auch in den USA schafft Bosch die technischen
Voraussetzungen, um dem Diesel-Pkw in den kommenden Jahren zum
Durchbruch zu verhelfen: Mit Hilfe des AdBlue-Dosiersystems
Denoxtronic soll bereits im Jahr 2008 die strenge Abgasnorm US07
Tier2 BIN5 erfüllt werden. "Wegen seiner Sauberkeit und Sparsamkeit
steht das Thema Clean Diesel in Amerika derzeit ganz oben auf der
Agenda", sagte Christopher Qualters, Direktor Diesel-Verkauf in den
USA. Bosch arbeitet derzeit mit europäischen, amerikanischen und
asiatischen Kunden an Diesel-Projekten für die USA. Einen steigenden
Dieselanteil erwartet Bosch aufgrund strengerer
Kohlendioxid-Grenzwerte auch für Europa. Moderne Selbstzünder mit
Direkteinspritzung verbrauchen gut 30 Prozent weniger Kraftstoff und
emittieren rund 25 Prozent weniger CO2 als vergleichbare
Benzinmotoren mit Saugrohreinspritzung. "Bosch entwickelt darüber
hinaus das Diesel-Motormanagement weiter, was beim ohnehin schon
sparsamen Selbstzünder zu einer weiteren Reduktion des
Kohlendioxidausstoßes um bis zu zehn Prozent führen wird", sagte Dr.
Rolf Leonhard, Bereichsvorstand im Geschäftsbereich Diesel Systems.

Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen intensiv an der weiteren
Optimierung des Ottomotors: Die zweite Generation der
Benzindirekteinspritzung von Bosch ermöglicht im Zusammenspiel mit
Turboaufladung kleinere Motoren. Dieses "Downsizing" bedeutet:
Dieselbe Leistung bei weniger Hubraum und eine CO2-Ersparnis von rund
15 Prozent gegenüber konventionellen Saugrohreinspritzern. Bosch
liefert im Jahr 2007 rund 900 000 Systeme der
Benzindirekteinspritzung - 2010 werden es voraussichtlich bereits
mehr als zwei Millionen Systeme sein. Potenzial sieht Bosch auch für
den Hybrid, also der Verbindung von Verbrennungs- und Elektromotor:
"Wir haben sowohl für den Benzin-Hybrid als auch für den
Diesel-Hybrid entsprechende Serienaufträge erhalten", sagte Bohr.
"Wie vielseitig wir unterwegs sind, zeigen auch unsere Komponenten
für den Erdgasantrieb sowie die Flexfuel-Motorsteuerung für den in
Amerika so wichtigen Ethanol-Betrieb."

Das sensitive Auto: Mehr Technik für mehr Sicherheit Neben
Sauberkeit und Sparsamkeit bei Antriebssystemen setzt Bosch auf
Technologien, die ein sicheres, souveränes und komfortables Fahren
ermöglichen. "Wir leisten mit unseren modernen Sicherheitssystemen
einen entscheidenden Beitrag, um die Unfallzahlen trotz zunehmender
Verkehrsdichte zu reduzieren", sagte Bohr. Die amerikanische
Verkehrssicherheitsbehörde schreibt zum Beispiel von 2011 an für
Neuwagen die Ausstattung mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm
ESP® flächendeckend vor. "Damit wird sich unser ESP®-Jahresabsatz in
den USA bis 2010 auf nahezu drei Millionen Systeme verdreifachen", so
Bohr. In der Europäischen Union ist eine ähnliche Gesetzesvorgabe bis
zum Jahr 2012 im Gespräch.

Aktive Sicherheitssysteme wie das Antiblockiersystem ABS, die
Antriebsschlupfregelung ASR oder das Elektronische
Stabilitäts-Programm ESP® haben mittlerweile weltweit eine hohe
Marktdurchdringung erlangt und helfen dem Fahrer, Unfälle zu
vermeiden. Dazu gehören auch Fahrerassistenz-Systeme. "Wir arbeiten
mit Hochdruck am 'sensitiven Auto'. Das Auto wird schon bald sein
Umfeld erfassen können. Dazu braucht es Sensoren und besonders
leistungsfähige elektronische Systeme", sagte Dr. Rainer Kallenbach,
Bereichsvorstand im Geschäftsbereich Automotive Electronics
(Automobilelektronik). "Das Auto lernt, seine Umgebung wahrzunehmen
und zu interpretieren. Die 'Augen' des Automobils sind die Kameras,
der 'Tastsinn' sind die Ultraschall- und Radarsensoren. Die
Orientierung kommt über Karten- und Positionsinformationen von
Satelliten oder von Navigationssystemen. So erlangen
Fahrerassistenz-Systeme ein eigenes Verständnis für die
Fahrsituation", so Kallenbach.

Bosch wird in den kommenden Jahren Schritt für Schritt neue
Fahrerassistenz-Systeme zur Serienreife bringen. "Wir vernetzen die
vorhandenen Sicherheits- und Komfortsysteme, so dass sie ihre
Informationen untereinander austauschen können. Damit können wir neue
Funktionen realisieren - so etwa die automatische Notbremsung oder
den Einparkassistenten, der selbst in die Parklücke lenkt". Einen
großen Entwicklungsschritt geht Bosch mit der Kombination der Radar-
und Videosensorik, um der Vision vom unfallfreien Fahren möglichst
nahe zu kommen. "Mit der vorausschauenden Notbremsfunktion
'Predictive Emergency Braking' mildern wir die Unfallfolgen", so
Kallenbach. Die Markteinführung dieses Systems ist für das Jahr 2009
geplant. Bis 2010 sollen darüber hinaus erste Kamerasysteme mit
intelligenter Bildinterpretation verfügbar sein.

Auch in puncto Insassenschutz sind neue Sicherheitsfunktionen in
der Pipeline: Die "Early Pole Crash Detection", die voraussichtlich
Ende 2008 serienreif sein wird, bringt zusätzlichen Schutz beim
seitlichen Aufprall nach einem Schleudern, indem sie eine
entsprechend gezielte und schnelle Reaktion von Airbags und
Gurtstraffern auslöst. Die "Secondary Collision Mitigation" nutzt
darüber hinaus die Signale des Airbag-Steuergerätes und seiner
Sensoren, um das ESP® zu steuern: "Ziel ist es, einen zweiten
Aufprall zu vermeiden, der bei vielen Unfällen auf den Erstaufprall
folgt", sagte Dr. Michael Strugala, Entwicklungsleiter des
Produktbereichs Insassenschutz im Geschäftsbereich Automotive
Electronics. Die Markteinführung dieses Systems soll von 2009 an
erfolgen.

Originaltext: Robert Bosch GmbH
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=60282
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_60282.rss2

Pressekontakt:
Thomas Knoll, Telefon +49 711 811-7088, Email thomas.knoll@bosch.com
 
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