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Weltartenschutzkonferenz: Haie gehen den Bach runter

Geschrieben am 08.06.2007 - [Nächster Artikel]

Den Haag (ots) - - Hintergrundinformationen finden Sie unter
www.wwf.de/cites2007
- Interviewpartner vor Ort: Volker Homes, WWF-/ TRAFFIC-Experte, +49
(0)162 291 44 44

Die unter anderem in der Nord- und Ostsee heimischen Dorn- und
Heringshaie werden vorerst nicht vor Überfischung geschützt. Zwei
entsprechende Anträge Deutschlands im Namen der EU wurden heute auf
der Weltartenschutzkonferenz CITES abgelehnt. Weil beide Abstimmungen
sehr knapp ausfielen, entscheidet die CITES-Vollversammlung am
kommenden Freitag noch einmal über die Anträge. Beide Haiarten gelten
weltweit als Delikatesse. In Deutschland sind vor allem Schillerlocke
und Seeaal beliebt, die beide vom Dornhai stammen. "Die Entscheidung
ist fatal" kritisiert WWF-Experte Volker Homes. "Im Nordatlantik sind
die Heringshai-Bestände in den vergangenen 40 Jahren um 89 Prozent
eingebrochen, vom Dornhai gibt es heute sogar 95 Prozent weniger
Tiere als noch vor zehn Jahren. Wir brauchen unbedingt einen
internationalen Schutz für die Haie."

Deutschland hatte beantragt, beide Haiarten, die weltweit
verbreitet sind, im Anhang II von CITES zu listen. Damit wäre der
internationale Handel nur unter strengen Kontrollen möglich gewesen.
Die Anträge waren von zahlreichen Fischerei-Staaten unter Berufung
auf die Welternährungsorganisation FAO abgelehnt worden. "Die FAO
hält daran fest, dass freiwillige Maßnahmen gegen die Überfischung
ausreichend sind", sagt WWF-Experte Homes. "Es wäre schön, wenn das
funktionieren würde. Aber Fisch ist ein großer Wirtschaftsfaktor, und
wenn es um viel Geld geht, lösen sich Artenschutz-Bekenntnisse in
Luft auf." Es sei nicht damit zu rechnen, dass die Überfischung der
Haie jetzt freiwillig gestoppt würde. "Jetzt gehen die Haie den Bach
runter", so Homes. Der WWF hatte bis zuletzt bei den
CITES-Delegierten für die Anträge geworben.

Dorn- und Heringshaie kommen auf beiden Erdhalbkugeln vor. Sie
pflanzen sich sehr langsam fort, so dass sich überfischte Bestände
nur zögernd erholen. Nach WWF-Angaben sind Dreiviertel der weltweiten
Fischbestände bis an ihre Grenzen übernutzt. 90 Prozent der großen
Raubfische wie Haie sind bereits abgefischt.

Deutschland war bereits gestern mit einem Antrag zum Schutz des
Tropenholzes Cedro gescheitert. Die Weltartenschutzkonferenz CITES
(Convention on International Trade in Endangered Species of Wild
Fauna and Flora) tagt noch bis zum 15. Juni. Am letzten Tag
entscheidet die Vollversammlung in einem Abstimmungsmarathon
endgültig über alle Anträge.

Kontakt: Astrid Deilmann, Pressestelle WWF, in Den Haag: +49
(0)162/ 2 91 44 44

Originaltext: WWF World Wide Fund For Nature
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=6638
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_6638.rss2

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
WWF World Wide Fund For Nature
Astrid Deilmann
in Den Haag: 0049 162 29 144 44
E-Mail: kampwirth@wwf.de
 
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