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Non-Compliance kostet 10 Milliarden Euro: Apotheker verbessern Therapietreue

Geschrieben am 07.06.2007 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) - Etwa ein Viertel aller verordneten Medikamente wird
nicht oder nicht so wie vorgesehen eingenommen. Die Non-Compliance
(mangelnde Therapietreue) gehört damit zu den größten Problemen bei
der Arzneimitteltherapie. Je nach Krankheitsbild kann sich durch
Non-Compliance der Gesundheitszustand verschlechtern;
Folgekrankheiten können entstehen oder es werden Einweisungen in ein
Krankenhaus notwendig. Die Kosten der Non-Compliance werden für das
deutsche Gesundheitswesen auf etwa 10 Milliarden Euro jährlich
geschätzt. "Verschiedene internationale Studien belegen: Apotheker
können dazu beitragen, die Compliance zu verbessern", sagte Apotheker
Prof. Ulrich Jaehde von der Universität Bonn auf dem internationalen
Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer, Pharmacon.

Ob ein Patient vom Arzt verordnete und oft lebenswichtige
Arzneimittel zuverlässig und langfristig einnimmt, hängt unter
anderem vom Krankheitsbild ab und davon, wie oft am Tag das
Arzneimittel eingenommen werden soll. Besonders bei Krankheiten wie
Bluthochdruck, die langfristig behandelt werden müssen und in den
ersten Jahren kaum Leidensdruck erzeugen, ist die Non-Compliance
groß.

Apotheker fördern bereits heute zusammen mit anderen Heilberuflern
die Compliance: An erster Stelle steht die Aufklärung der Patienten
durch Information. "Das Lesen des Beipackzettels mit langen Listen
der Nebenwirkungen beunruhigt viele Patienten. Wenn es dem Apotheker
im Gespräch gelingt, den Patienten in verständlichen Worten vom
Nutzen des Arzneimittels zu überzeugen, dann wird sich die Compliance
verbessern", so Jaehde.

Apotheker können auch das Verhalten der Patienten beeinflussen
oder ihnen helfen, die Arzneimitteleinnahme mit bestehenden
Gewohnheiten zu verknüpfen. Jaehde: "Gegen Vergesslichkeit hilft zum
Beispiel, wenn die morgendlichen Tabletten immer beim Kaffeekochen
eingenommen werden."

Zudem können Apotheker die Compliance derjenigen Kunden
überprüfen, die sich in eine Hausapotheke eingeschrieben haben. Der
Apotheker kann mit dem Arzt über eine Therapieanpassung diskutieren.
So können möglicherweise Medikamente, die zweimal täglich eingenommen
werden müssen, durch andere ersetzt werden, bei denen die einmalige
Einnahme ausreicht.

Magdalene Linz, Präsidentin der Bundesapothekerkammer: "Die besten
Medikamente nutzen nichts, wenn sie nicht eingenommen werden. Um
einen Patienten davon zu überzeugen, dass er seine Medikamente
dauerhaft zuverlässig einnimmt, reicht die Bereitstellung von
standardisierten Informationen, etwa im Beipackzettel, oft nicht aus.
Deshalb ist das Beratungsgespräch in der Apotheke wichtig: Wir
Apotheker filtern aus der Fülle der Informationen die für den
einzel-nen Patienten Relevante heraus."

Originaltext: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=7002
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_7002.rss2

Pressekontakt:
Dr. Ursula Sellerberg, Referentin Wissenschaftspresse, ABDA,
Jäger-straße 49/50, 10117 Berlin, Tel.: 030-40004-134, Fax: -133,
Email: u.sellerberg@abda.aponet.de, Internet: www.abda.de,
www.aponet.de
 
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