Düsseldorf (ots) - Der Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, hat Verständnis für die erwartete Anhebung des Leitzinses in der Euro-Zone geäußert. Von dieser gehe entgegen mancher Befürchtung "keine Gefährdung des Aufschwungs aus", sagte er der "Westdeutschen Zeitung" (Donnerstag/Düsseldorf). "Zur Zeit haben wir im Euro-Raum kein akutes Inflationsproblem. Da aber nicht auszuschließen ist, dass der kräftige Aufschwung im nächsten Jahr zu einem spürbareren Lohn- und Preisdruck führen kann, ist es angesichts der Wirkungsverzögerung der Geldpolitik von sechs bis acht Quartalen verständlich, dass die EZB den Zinszügel anzieht."
Gefährlich würden weitere Zinserhöhungen nach Überzeugung Rürups erst dann sein, "wenn die USA in einer Rezession abgleiten und der Euro massiv aufwerten würde. Diese Gefahr schätze ich allerdings als recht gering ein. Die Konjunktur in den USA dürfte im Jahresverlauf eher an Fahrt gewinnen."